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Errichtung eines Testatments durch einen Blinden


19.12.2005 13:08 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Ich habe gelesen, dass ein Blinder kein eigenhändiges
Testament errichten kann.

Gilt das auch, wenn der Blinde noch richtig handschriftlich schreiben kann.
Wer schon gesehen hat und erst seit kurzem blind ist,
kann manchmal ja noch richtig schreiben.

Bitte nennen Sie mir (Gesetz, Gerichtsurteile) Rechtsgrundlagen, aus denen sich
ergibt, dass Blinde kein Testament errichten können

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese beantworte ich auf Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung gerne wie folgt:

Leseunfähige Personen können nur in der Form des öffentlichen Testaments (§ 2231 Nr.1 BGB) und dabei nur durch Erklärung gegenüber dem Notar testieren (§ 2233 II BGB). Das eigenhändige Testament nach § 2247 BGB ist Ihnen mithin verwehrt. Dies gilt nach wohl herrschender Meinung sogar für eine Testament in Blindenschrift (statt aller: BGB, Soergel-Harder, § 2247, Rdn.16), da das Merkmal der „Eigenhändigkeit“ zu verneinen ist.

Den von Ihnen beschriebenen Sonderfall wird man m.E. schon aus Gründen der Rechtssicherheit so nicht bejahen können.

Entscheidend ist aber mit der von Ihnen erfragten Rechtsprechung –zB BayObLG, FamRZ 00, 322- ohnehin die VOLLSTÄNDIGE Erblindung ZUM ZEITPUNKT der Testamentserrichtung, die im von Ihnen beschriebenen Fall zweifelsfrei vorliegt.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung.


Mit freundlichen Grüssen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf


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