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Errichtung eines Gartenhauses entlang einer Grenzgarage, Länge > 5m


10.05.2018 20:29 |
Preis: 120,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

An der Grundstücksgrenze eines innerstädtischen Grundstücks in Bayern befindet sich auf einer Länge von ca. 13m und einer Höhe von ca. 3m eine gemauerte Garage. Diese Garage ist vor ca. 50 Jahren genehmigt und erbaut worden. Seit dieser Zeit befindet sich auf dem benachbarten Grundstück eine ebensolange, ca 2,5m breite gepflasterte Terrasse, die auf ganzer Länge von einer Pergola überspannt ist. Ein etwa 4m langer Teil der Pergola ist mit transparenten Platten überdacht.
Das Grundstück, auf dem sich diese Terrasse befindet ist an dieser Seite insgesamt ca. 35m lang, die Grundstücksgröße beträgt ca. 600m², ca. 110m² sind mit einem Haus bebaut.

Frage:
- Besteht in diesem Fall Aussicht darauf, abweichend von Art. 6 Abs. 9 der Bayerischen LBO entlang dieser Grenzgarage auf der Terrasse des benachbarten Grundstückes auf einer Länge von insgesamt ca. 10m und ca 2,5m Höhe einen etwa 5m langen mit einem flachen Dach überdachten, offenen Sitzbereich und ein 5m langes, daran anschließendes Gartenhaus zu errichten?
- Zählt der offene überdachte Bereich (2,5x2,5x5=31,25m³) zu dem Rauminhalt?
- wenn ja beträgt der gesamte Rauminhalt 2,5x2,5x10=62,5m³. Kann es dann hilfreich sein, die Abmessungen so zu wählen, dass der Rauminhalt insgesamt entsprechend Art. 6 Abs. 9 (max 50m³) nicht überschreitet?
- Macht es einen Unterschied, ob der Nachbar dem Ansinnen zustimmt?
10.05.2018 | 21:35

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragensteller,

vorrangig wird es auf die Vorgaben ankommen, die der örtliche Bebauungsplan macht. Auch müssen in der Regel auch baugenehmigungsfreie Vorhaben wenigstens der Baubehörde angezeigt werden. Dem sollte man schon der Vorsicht halber stets nachkommen. Auch kann es auf die konkrete Nutzung ankommen, ob trotz grundsätzlicher Genehmigungsfreiheit ausnahmsweise doch eine Genehmigungspflicht besteht. Wichtig für die Genehmigungsfreiheit ist vor allem, dass ein Gartenhaus ein Gebäude sein muss, das man vorübergehend nutzt und das auf keinen Fall als Wohnraum genutzt wird und auch keine Feuerstätten etc. aufweist.

Zu den Fragen:

1) "- Besteht in diesem Fall Aussicht darauf, abweichend von Art. 6 Abs. 9 der Bayerischen LBO entlang dieser Grenzgarage auf der Terrasse des benachbarten Grundstückes auf einer Länge von insgesamt ca. 10m und ca 2,5m Höhe einen etwa 5m langen mit einem flachen Dach überdachten, offenen Sitzbereich und ein 5m langes, daran anschließendes Gartenhaus zu errichten? "

Ja. Diese besteht durchaus. Eine Frage der örtlichen Bausatzung. Ich halte die Norm aber schon nicht für einschlägig, da sie Garagen betrifft. Meinem Kenntnisstand nach sind Räume bis zu 75 m³ genehmigungsfrei ( Quelle: https://www.stmi.bayern.de/assets/stmi/buw/bauherreninfo/was_ist_verfahrensfrei.pdf )

2) "- Zählt der offene überdachte Bereich (2,5x2,5x5=31,25m³) zu dem Rauminhalt?"

Grds. nicht. Hier ab wegen 1) m.E. aber auch nicht relevant.

3) "- wenn ja beträgt der gesamte Rauminhalt 2,5x2,5x10=62,5m³. Kann es dann hilfreich sein, die Abmessungen so zu wählen, dass der Rauminhalt insgesamt entsprechend Art. 6 Abs. 9 (max 50m³) nicht überschreitet?"

Dies wäre so, wenn ausnahmsweise der überdachte Bereich hinzuzurechnen wäre, Wenn dieser zu allen Seiten außer dem Bau hin offen ist, sehe ich das aber eher nicht.

4) "- Macht es einen Unterschied, ob der Nachbar dem Ansinnen zustimmt?"

Eine Zustimmung ist sicher stets vorteilhaft, um eine etwaig notwendige Ausnahmegenehmigung zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen
D. Saeger
- Rechtsanwalt -



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