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Erreichbarkeitspflicht/Auskunftspflicht während Arbeitsunfähigkeit in Kleinstbetrieb

| 25.11.2019 14:21 |
Preis: 60,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns


Guten Tag! Ich bin mir unsicher, welche Pflichten ich in folgendem Fall habe:
Ich bin seit ca. 1,3 Jahren in einem Betrieb mit weniger als 8 Miarbeitern in Teilzeit angestellt. Hier besetze ich durchaus eine relevant Position, da ich in dem Aufgabenbereich die Einzige bin – mein Fernbleiben stört also den gewohnten Ablauf. Ich war nicht einen Tag krank. Die Fluktuation in diesem Betrieb ist immens(!!!) und große Unzufriedenheit bestand von Anfang an. Nun bin ich seit einer Woche krankgeschrieben (seit heute dann für eine weitere Woche) aufgrund von Erschöpfung. Meine Ärztin gab mir eine Überweisung für einen Tagesklinikaufenthalt (Stressbewältigung, Burnout) und würde mich auf unbestimmte Zeit weiter krankschreiben. Die Hauptursache sehen sowohl sie als auch ich im Job. Ich weiß zu 100%, dass ich dort nie wieder hingehen möchte. Meine Fragen nun:
Muss ich an das Telefon gehen oder auf Mails antworten, wenn er mich kontaktieren will? (Er muss ja in absehbarer Zeit wissen, wann wieder mit mir zu rechnen ist, um ggf. Ersatz zu besorgen. Muss ich ihm die Diagnose mitteilen? (Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass offen über Mitarbeiter gelästert und persönliche Dinge breitgetreten werden.) Darf ich einfach ausharren und auf meine Kündigung warten? Oder ist es klüger ihm mitzuteieln, dass er krankheitsbedingt nicht mehr mit mir planen soll? Ich danke für eine Einschätzung.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihre Fragen liegen im typischen Spannungsverhältnis zwischen Treuepflicht gegenüber dem Arbeitgeber und Ihrem eigenen Wohlergehen.

Das Arbeitsrecht kennt die Treuepflicht gegenüber dem Arbeitgeber als Nebenpflicht aus dem Arbeitsvertrag. Sie sind zunächst einmal grundsätzlich gehalten, Ihrem Arbeitgeber nicht zu schaden. Diese Unterlassungspflichten treffen Sie vor allem im Bereich der ausserberuflichen Äußerungen. Auch die Unterlassung von Straftaten (Korruption) fällt hierhin.

Die andere Seite sind Pflichten zum Handeln. Diese sind deutlich schwächer ausgeprägt. Typisch ist hier Ihre Pflicht, Krankheit anzuzeigen und auch die voraussichtliche Dauer. Sie müssen zudem Auskunft über die von Ihnen erledigten Arbeiten geben.

Die jeweilige Einzelfallbetrachtung stellt auf Ihre Position im Unternehmen ab.

Das bedeutet in Ihrem Fall, dass Sie
1. nicht in allen Fällen ans Telefon gehen oder Mails beantworten müssen, ABER auf Grund Ihrer wesentlichen Position Auskunft über den Stand eventueller laufender Projekte geben müssen.
2. KEINE Diagnose mitteilen müssen, ABER die voraussichtliche Dauer der Krankheit. Hier zunächst bis in einer Woche.
3. die Reaktion des Arbeitgebers auf die dauerhafte Krankheit abwarten können.
4. wissen sollten, dass eine Eigenkündigung eine Sperrzeit beim ALG Ii Nachsicht ziehen kann.

Rein taktisch würde ich Ihren Arbeitgeber im Dunkeln lassen, wie fange Sie ausfallen. Vor allem, wenn getratscht wird.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen oder Sie rufen mich gerne unter 040/35016170 an.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 28.11.2019 | 10:14

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