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Erpressung durch einen Lehrbeauftragten der Uni

| 08.03.2013 14:58 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


16:42

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Student und benötige bezüglich unten stehenden Sachverhalts rechtlichen Rat und ggf. eine anwaltliche Vertretung.

Im Rahmen meines Biologiestudiums nahm ich im September 2012 an einer 5-tägigen Lehrveranstaltung des Themas „Biologische Abwasserreinigung" teil.
Im Oktober 2012 bewarben eine Kommilitonin und ich uns beim Leiter A des Kurses, der zugleich Geschäftsführer einer kleinen Firma ist und diesen Kurs jährlich in der Uni anbietet, sonst aber keinen Bezug zur Uni hat, um ein studentisches Pflichtpraktikum in seiner Firma. Er sagte uns im Oktober 2012 beiden schriftlich per E-Mail zu und schlug wissenschaftliche Themen des Praktikums vor.

Im Dezember 2012 trafen wir uns gemeinsam, um das Praktikum, welches im März 2013 beginnen sollte, zu besprechen. Bei diesem Treffen erhielten wir weiterhin Zusagen für ein Praktikum bei ihm und uns wurde beiden eine freiberufliche Tätigkeit in seinem Unternehmen angeboten.

Ende Januar 2013 erhielten meine Kommilitonin und ich wider Erwarten eine E-Mail von dem besagten Geschäftsführer A der Firma, in welcher er uns zwei Optionen eines Praktikums anbot, welches entweder in einer Papierfabrik in Viersen oder einem Klärwerk in Köln stattfinden sollte. Mit dieser Mail hat er konkludent von einem Praktikum in seiner Firma Abstand genommen.
Aufgrund der Distanz unseres Wohnortes zu Viersen und dem zeitlichen Druck, uns nun schnell für ein Alternativpraktikum entscheiden zu müssen, entschieden wir uns für eine Bewerbung beim Klärwerk in Köln und teilten dies dem Geschäftsführer A der Firma, wo wir Zusagen erhalten hatte, fernmündlich und schriftlich per E-Mail mit.

Mitte Februar bekam ich eine E-Mail des besagten Geschäftsführers A, in welcher er erklärte, sich über die erfolgreiche Bewerbung in Köln zu freuen. Anliegend schickte er auch Infoblätter über die Produkte, die er vertreibt, mit dem Hinweis, ich könne diese nun im Sinne einer Tätigkeit für ihn einsetzen.

Nach den ersten Tagen des Praktikums im Klärwerk in Köln seit März 2013 stellte sich heraus, dass das Praktikum weder inhaltlich noch von der Organisation her für Biologiestudenten angemessen ist. Das Praktikum beinhaltet einen Rotationsplan in verschiedenen Bereichen des Klärwerks für Hauptschulabgänger, die eine Lehre als Fachkräfte für Abwassertechnik beginnen. Meine Kommilitonin und ich müssen einen wiss. Bericht über das Praktikum schreiben und werden damit Schwierigkeiten haben.

Gestern teilten wir dem Geschäftsführer A, der uns ehemals die Praktikumszusagen machte, unsere Situation mit und sagten ihm auch, dass wir in der Uni davon abraten werden, dass Studenten sich für ein Praktikum bei ihm bewerben.

Seine Antwort enthielt neben den üblichen Rechtfertigungen in einer solchen Situation vor allem die Aufforderung, wir sollten uns bis heute, dem 08.03.2013 schriftlich und mit Kopie an ihn beim Geschäftsführer der Papierfabrik in Viersen dafür entschuldigen, dass wir uns anderweitig für ein Praktikum entschieden haben und dies dem Geschäftsführer A versäumt hätten mitzuteilen. Sollten wir dies nicht tun, würde er die Uni über unser Verhalten in Kenntnis setzen.

Dies ist für uns eine formulierte Erpressung, da wir von Anfang an kein Interesse an ein Praktikum in Viersen bekundeten. Weiter wusste er von unseren Bewerbungen in Köln beim Klärwerk durch Telefonate und E-Mails. Ich vermute, dass er selbst versäumt hat, Viersen über die Nichtinanspruchnahme der Praktikumsstellen zu informieren und aufgrund seiner mir bekannten geschäftlichen Beziehungen zu diesem Unternehmen Nachteile aufgrund des Ablaufs befürchtet.

Ich reagierte mit einer Mail, in der ich für uns beide, meine Kommilitonin und mich, erklärte, unser korrektes Verhalten durch den Mail-Verkehr nachweisen zu können und ihn aufforderte, solche Äußerungen auch Dritten gegenüber zu unterlassen. Ich kündigte auch an, diese meines Erachtens nach Erpressung anwaltlich prüfen zu lassen.

Zum Hintergrund: Meine Kommilitonin und ich sind zu keinem Zeitpunkt ein vertragliches Verhältnis mit Geschäftsführer A eingegangen. Wir haben in einer einzigen Mail von ihm über die Option, in Viersen ein Praktikum zu machen, gehört, und haben dieses sofort ihm gegenüber ausgeschlossen.

Aufgrund des Drucks und der Angst, Geschäftsführer A könne uns in der Uni wie von ihm angekündigt diskreditieren, hat meine Kommilitonin entgegen meiner angemeldeten Bedenken eine Mail an A geschickt, um ihn zu beschwichtigen und ebenfalls die gewünschte Mail an Viersen geschickt. In der Mail an Viersen erklärt sie, dass wir (sie bezieht sich auf uns beide) uns korrekt verhalten haben und nicht versäumten, Herrn A über unsere Entscheidung, nach Köln zu gehen, aufzuklären.

Ich halte diese Mail für sehr bedenklich, da sie das Potential hat, die Situation zu verschärfen, weil sie inhaltlich nicht den Anforderungen des Herrn A entspricht und der Sache überhaupt nicht dienlich ist. Ich bin der der Meinung, die m.E. Erpressung des Geschäftsführers A müsste durch einen Rechtsanwalt betreut werden und es sollte keinesfalls eine Kommunikation mit Viersen anfangen, da wir rein nichts mit dem dortigen Unternehmen zu tun haben.

Ich bitte Sie mich über meine rechtliche Situation bezüglich der m.E. Erpressung/Nötigung aufzuklären und mir einen Rat bezüglich meines weiteren Handelns zu erteilen. Bitte bedenken Sie auch, dass meine Kommilitonin aufgrund des verspürten Drucks nicht mehr bereit ist, gegen Herrn A vorzugehen und den „einfacheren" Weg, ihm nachzugeben, vorzieht. Ich kann also mit ihrer Hilfe nur bedingt rechnen.

Vielen Dank im Voraus und mit freundlichen Grüßen!!



Einsatz editiert am 08.03.2013 15:05:38

08.03.2013 | 16:15

Antwort

von


(2373)
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Sehr geehrter Ratsuchender,

nach Ihrer Schilderung könnte der Tatbestand der versuchten Nötigung vorliegen.

Ein Versuch liegt hier nur deshalb vor, da Sie richtigerweise eben nicht diese Entschuldigungsemail nach Viersen geschrieben haben. Dazu besteht auch keine Veranlassung.

Trotzdem hat A hier mit einer ungerechtfertigten Meldung gedroht, um damit seinen Willen widerrechtlich durchsetzen zu können.

Eine versuchte Nötigung liegt daher nach erster Einschätzung vor.

Fraglich ist, wie Sie damit umgehen sollten:

Sofern Beweise in Form von Emails vorliegen, sollten diese geprüft werden.

Ergibt sich aus diesen Emails direkt der Vorwurf, wird das ausreichen. Sie sollten dann neben der Meldung bei der Uni auch den gesamten Vorgang der Staatsanwaltschaft vorlegen.
Die Aussage der Kommilitonin brauchen Sie dann nicht mehr.

Ergibt eine Prüfung der Emails jedoch, dass deren Inhalt nicht ausreicht, sieht es ungünstiger aus:

Bei "Aussage gegen Aussage" wird das Verfahren dann voraussichtlich eingestellt werden. Sie werden dann damit rechnen müssen, dass A eine Anzeige seinerseits machen wird.

Lassen Sie daher die Emails vorab genau prüfen.

Als Student besteht insoweit vielleicht die Möglichkeit, über den AStA einen Berechtigungsschein zu bekommen, so dass Sie dann die Emails von einem Kollegen vor Ort prüfen lassen könnten.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
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Rückfrage vom Fragesteller 08.03.2013 | 16:22

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

haben Sie vielen Dank für Ihre Einschätzung!

Bitte erklären Sie mir ergänzend, ob für die Feststellung des Tatbestands einer versuchten Nötigung von Bedeutung sein könnte, dass meine Kommilitonin in ihrer Entschuldigungsmail an Viersen auch in meinem Namen schreibt, was ich im Sinne eines Kompromisses erlaubte. (Ich habe keine Mail geschrieben).

Welche Konsequenzen kann eine strafrechtliche Verfolgung des Herrn A für ihn und vor allem für mich haben?

Vielen Dank für Ihre Antwort und mit freundlichen Grüßen!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 08.03.2013 | 16:42

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Email wir nicht von Bedeutung sein.

A wird im Falle einer Verurteilung mit einer Geldstrafe rechnen müssen. Es kann aber auch zu einer Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage kommen.

Strafrechtlich hat das Verfahren für Sie keine Konsequenzen.

Sollte hingegen A mit einer "Gegenanzeige" reagieren, kommt die Einschätzung auf den genauen Wortlaut der Emails an. Es wäre aber auch dann einer Einstellung zu rechnen.

Bevor Sie hier tätig werden, sollten Sie daher unbedingt den Sachverhalt von einem Kollegen vor Ort an Hand der Emails prüfen lassen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2
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Bewertung des Fragestellers 08.03.2013 | 16:44

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