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Erpressung durch Bruder


29.04.2007 12:57 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin Kämpf



Mein jüngster Bruder hat Mietschulden in Höhe von ca 8000 Euro und steht deshalb vor der Zwangsräumung. Er versucht jetzt mit allen Mitteln, mich zur Übernahme dieser Schulden zu bewegen.
Ich hatte unverbindlich in Aussicht gestellt, eventuell einen Teil dieses Betrages zu bezahlen, falls er gewisse Bedingungen erfüllt. Insbesondere sollte er sich erfolgreich um Sozialhilfe bemühen, was ihm aber wegen fehlender Versicherungsnachweise nicht gelang.
Jetzt versucht er es mit härteren Mitteln : Er glaubt, mir eine Straftat nachweisen zu können (Manipulation eines Nachlassverzeichnisses). In einem Fax droht er mir indirekt an, mich deswegen anzuzeigen, falls ich nicht unverzüglich seine Schulden bezahle.
Ich habe mich zunächst sehr aufgeregt und bekam deswegen gesundheitliche Probleme (Verschärfung eines ohnehin bestehenden Blutdruckproblems, Schlaflosigkeit, allgemeine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit...)
Gestern war ich auf dem Polizeipräsidium in der Ettstraße und wollte ihn anzeigen wegen Körperverletzung, Verleumdung bzw Beleidigung, und Erpressung.
Dies wurde von den Beamten aber abgelehnt. Es liege keine Straftat vor, weil das Fax nur an mich selbst gerichtet war.

Meine Frage ist jetzt : Wenn ich subjektiv der Meinung bin, mein Bruder habe ein Nachlassverzeichnis manipuliert und sich dadurch einen finanziellen Vorteil verschafft – bin ich dann nicht verpflichtet, ihn anzuzeigen ?
Mache ich mich nicht strafbar, wenn ich ihm stattdessen einen Deal vorschlage ?

(Überflüssig zu sagen, dass ich niemals ein Nachlassverzeichnis manipuliert habe )

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes sowie Ihrer Sachverhaltschilderung wie folgt beantworten möchte:

Eine Verpflichtung Ihres Bruders, Sie anzuzeigen, vermag ich nicht zu erkennen. Vielmehr steht Ihrem Bruder gegenüber den Ermittlungsbehörden (Staatsanwaltschaft, Polizei) sowie eventuell später vor Gericht ein Zeugnisverweigerungsrecht zu. Das bedeutet, er müsste keinerlei Aussagen tätigen, welche Sie belasten.

Allerdings könnte das Verhalten ihres Bruders eine Nötigung, strafbar gemäß § 240 StGB (Strafgesetzbuch), darstellen. Denn ausweislich Ihrer Sachverhaltschilderung forderte Ihr Bruder Sie auf, seine Schulden zu begleichen, sonst würde er Sie anzeigen. Eine Anzeige stellt ein empfindliches Übel im Sinne des § 240 StGB dar.
Eine abschließende Beurteilung des Verhaltens ihres Bruders kann allerdings erst nach Kenntnis des an Sie geschickten Faxes erfolgen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

info@kanzlei-kaempf.net
Kanzlei Kämpf - Strafrecht München

Nachfrage vom Fragesteller 30.04.2007 | 19:58

Nachfrage

Ich gehe mal davon aus, dass mein jüngster Bruder tatsächlich eine Verschwörungstheorie aufgebaut hat, und dass er daraus seine einzige Hoffnung zieht.

Dass er ein Zeugnisverweigerungsrecht hat ist mir klar, aber davon wird er ganz bestimmt nicht Gebrauch machen – im Gegenteil !

Seine Motivation ist vielmehr. mir zu schaden, wo es nur geht. In erster Linie aber mich unter Druck zu setzen, um zu Geld zu kommen. Die Begleichung der Mietschulden soll ja nur der Anfang sein.

Ich kann mir auch nach Ihrer Antwort nicht vorstellen, dass es rechtlich in Ordnung ist, wenn einer überzeugt ist, dass eine Straftat begangen wurde, und er versucht, daraus einen Vorteil zu ziehen, anstatt dem Recht Geltung zu verschaffen. Ich meine, das hat schon was von Erpressung an sich ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.05.2007 | 14:21

Sehr verehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Wie bereits in der ursprünglichen Beantwortung meiner Frage ausgeführt, kann ich das Verhalten ihres Bruders - wie von Ihnen geschildert - durchaus für strafrechtlich relevant. Allerdings kann ich ohne Kenntnis des Faxes, welches Ihr Bruder an sie schickte, keine abschließende Einschätzung abgeben.
Eine Verpflichtung Ihres Bruders, Sie anzuzeigen, kann ich nicht erkennen.

Weiterhin legten Sie dar, dass Sie sich nichts zu Schulden haben kommen lassen. Im Hinblick darauf können Sie dem von Ihrem Bruder angedrohten Verhalten gelassen entgegen sehen.

Gerne stehe ich Ihnen hinsichtlich der weiteren Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen (Beurteilung des Verhaltens des Bruders, Strafanzeige) zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Kämpf
Rechtsanwalt

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