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Erneute Verwendung von Zeitschriften-Artikeln


| 09.11.2014 14:44 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Wir haben in den letzten 20 Jahren zahlreiche Zeitschriften-Artikel von einer Vielzahl von Autoren erhalten, die in unserer Zeitschrift erschienen sind. Es existieren mit den Autoren keine schriftlichen Vereinbarungen hierüber und die Autoren haben auch keine Bezahlung für das Schreiben der Artikel verlangt oder erhalten.

Wir planen jetzt in Kooperation mit einem anderen Verlag eine "best-of-Buchreihe" in der zahreiche dieser Artikel wieder Verwendung finden sollen. Der kooperierende Verlag soll als Verlag der Buchreihe auftreten und die Bücher herausgeben und betreuen.

Fragen:

Muss eine Erlaubnis der Autoren für die nochmalige Verwendung der uns überlassenen Zeitschriften-Artikel eingeholt werden?

Können die Autoren ein Honorar für die erneute Verwendung verlangen, obwohl sie uns den Artikel ursprünglich kostenlos überlassen haben?

Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Wenn ausdrückliche vertragliche Vereinbarungen fehlen, fragt die Rechtsprechung danach, in welchem Umfang die Übertragung von Nutzungsrechten an einem urheberrechtlich geschützten Werk notwendig ist, um den Vertragszweck zu erreichen, sog. Zweckübertragungslehre, vgl. hierzu auch § 31 UrhG.

Danach wird man hier zunächst nur sicher davon ausgehen können, dass die Autoren Ihnen das ursprüngliche kostenlose Nutzungsrecht an den Artikeln zum Zwecke der einmaligen Veröffentlichung in Ihrer Zeitschrift übertragen haben. Der Vertragszweck (Veröffentlichung in Ihrer Zeitschrift) ist damit erreicht; eine darüber hinausgehende Übertragung von Nutzungsrechten (etwa zur Nutzung der Artikel in einem Online-Medium oder eben unter dem Dach eines anderen Verlags) ist nicht notwendiger Bestandteil der Rechteeinräumung.

Erlangen die Verfasser der Artikel Kenntnis davon, dass diese nunmehr unter einem anderen Verlag nochmals veröffentlicht werden, so könnten Sie in der Tat die Unterlassung dieser Veröffentlichung fordern oder hierfür auch ein Honorar einfordern.

Sie müssten dann beweisen, dass die ursprüngliche Übertragung von Nutzungsrechten sich auch auf diese zweite Form der Veröffentlichung erstrecken sollte. Dies dürfte allerdings unter Berücksichtigung der o.g. Grundsätze der Zweckübertragungslehre schwierig werden.

Potentielle Rechtsstreitigkeiten lassen sich daher wohl tatsächlich nur vermeiden, wenn man vorher die entsprechende Erlaubnis der Autoren einholt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 09.11.2014 | 17:47


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