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Erneuerung eines Teppichbodens

18.08.2010 10:40 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Ich bin vor ca. 3 Wochen aus einer Mietswohnung ausgezogen. Die Vormieter hatten die Wohnung mit Teppichboden ausgelegt, welchen ich auch so übernommen habe. Den Teppich im Wohnzimmer habe ich aber doch selbst erneuert und verlegt.Beim Auszug habe ich diesen zusammengerollt, weil ich den mitnehmen wollte. Der Nachmieter wollte diesen aber übernehmen. Nun habe ich einen Brief meiner Vermieterin erhalten, worin steht, dass ich 300,00 € für einen neuen Teppich zahlen solle, da dieser zu stark geknickt sei, um diesen weiter zu nutzen. In meinem Mietvertrag steht aber nichts von Teppicherneuerung. Die Wohnung habe ich 3,5 Jahre bewohnt. Muss ich den Teppich erneuern?

Vielen Dank im Voraus!

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Es kommt hier zunächst einmal darauf an, ob der Teppich nach dem Inhalt Ihres zugrunde liegenden Mietvertrages mitvermietet gewesen ist. Denn soweit dies nicht der Fall sein sollte, müssten Sie ohnehin selbst verlegten Teppichboden bei Auszug wieder entfernen, insoweit bestünde für den Mieter eine entsprechende Rückbaupflicht. In diesem Fall würden Sie also schon aus diesem Grund keine Erneuerung des Teppichbodens schulden.

Einen Anspruch auf eine Erneuerung des Teppichbodens in gleichwertiger Qualität könnte der Vermieter also unter bestimmten Voraussetzungen allenfalls nur dann haben, wenn der Teppich mitvermietet wurde. Hat der Mieter die Wohnung inklusive bereits verlegten Teppichboden durch den Vermieter angemietet, so gilt dieser als mitvermietet. Der normale, vertragsgemäße Gebrauch, d.h. die Abnutzung ist dabei aber durch die Zahlung der Miete schon abgegolten mit der Folge, dass eine notwendige Erneuerung des Teppichs nur auf Kosten des Vermieters durchgeführt werden muss (vgl. z.B. OLG Hamm RE WM 1991, 248).

Der Ersatz von verschlissenen Teppichböden gehört grundsätzlich auch nicht zu den Schönheitsreparaturen, deren Erledigung dem Mieter im Mietvertrag durch eine entsprechende Klausel aufgegeben werden kann. Selbst eine entsprechende Klausel im Mietvertrag, die zur Erneuerung des Teppichbodens verpflichtet, würde den Mieter unangemessen benachteiligen und wäre daher unwirksam (OLG Hamm RE NJW-RR 1991, 844). Ist der Teppich also normal durch "Wohnen" abgenutzt, sind Sie als Mieter nicht verpflichtet, den Boden zu erneuern, und zwar auch dann nicht, wenn etwas anderes im Mietvertrag vereinbart worden sein sollte. Da nach Ihrer Schilderung lediglich seitens des Vermieters ein einfacher Knick bemängelt wird, welcher sicher auch ohne weiteres behoben werden könnte, gilt dies meines Erachtens allenfalls als reine Abnutzung mit der Folge, dass Sie zu keiner Erneuerung des Teppichbodens verpflichtet sind.

Anders würde es sich nur verhalten soweit ein mitvermieteter Teppich Schäden wie etwa Rotweinflecke oder Brandlöcher aufweisen würde, wovon nach Ihrer Schilderung jedoch nicht ausgegangen werden kann. Nur solche Schäden wären dann keine normale vertragsgemäße Abnutzung mehr. In diesen Fällen ist der Mieter schadensersatzpflichtig. Je nach Ausmaß und Schwere der Beschädigungen und dem Alter des Teppichbodens muss der Mieter aber dann auch nicht wie von Ihrem Vermieter gefordert sämtliche Kosten für die Neuverlegung tragen. Unter dem Gesichtspunkt "alt für neu" müsste sich der Vermieter vielmehr einen Teil anrechnen lassen.

Hingegen kleinere Schäden, z.B. Verfärbungen durch Sonneneinstrahlung, Abdrücke von Möbeln oder "Laufstraßen" sowie wie in Ihrem Fall Knicke sind demgegenüber jedenfalls als normale Abnutzung einzustufen, denn z.B. ohne das Aufstellen von Möbeln etc., wodurch solche Beeinträchtigungen entstanden sein könnte, kann man schließlich nicht vertragsgemäß wohnen. Im Ergebnis müssten Sie also nach meine Einschätzung auch für den Fall, dass der Teppich mitvermietet wurde, diesen nicht erneuern, sondern bei Auszug nur reinigen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Bei verbliebenen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt


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