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Ernährungsberatung Neurodermitis

| 20.10.2020 09:34 |
Preis: 50,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von


Hallo,

ich mache mich selbständig und helfe Leuten dabei Neurodermitis (Hautkrankheit) massiv zu verringern oder komplett wegzubekommen. Ich selber hatte es und habe Wege gefunden wie man da rauskommt. Ich habe keine Qualifikationen doer Abschlüsse in diesem Bereich. Bin mir deshalb unsicher, ob ich hier überhaupt beraten darf.

Bevor ich meine Frage stelle, noch kurz zum Szenario:
Ich weiß, das ich niemanden Neurodermitis Beratung geben darf und dazu sage das ich jemanden heilen kann oder ähnliches. Da habe ich bereits schon die Info bekommen, das hier mir Verbände von Ärzten und Heilpraktiker in die Quere kommen können. Ohne Beratung wird es aber verdammt schwer für mich hier auch was zu verdienen.

Deswegen die Idee: Neurodermitis Heilung besteht aus Ernährung und Mentalem Zustand. Genau da würde ich auch ansetzen zu beraten. Bedeutet, ich würde nicht "Neurodermitis Beratung" anbieten, sonder "Ernährungsberatung" oder "Ernährungsberatung für Neurodermitis" oder "Ernährungs & Mentalberatung". Hauptsache es bleibt explizit im Bereich Neurodermitis. Ich weiß, das Ernährungsberatung als Beruf nicht rechtlich geschützt ist.

Ebenfalls werde ich eBooks veröffentlichen über das Thema.

Jetzt die Frage: Darf ich das so machen wie oben beschrieben oder kann ich hier noch rechtlich Probleme bekommen? Mein Ziel ist es, das ich beraten darf. Sonst macht es keinen Sinn.

Wenn ich hier auch jedes mal explizit dazuschreibe, das es alles nur Erfahrungen und Empfehlungen sind, mich da raus halte das ich heilungsversprechen gebe, sehe ich hier kein Problem.

Viele Grüße,


Einsatz editiert am 20.10.2020 13:20:13
20.10.2020 | 17:03

Antwort

von


(188)
Frankenstraße 10
56626 Andernach
Tel: 01747154264
Web: http://www.evdorrien.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich verstehe Ihre Motivation und Ihr Konzept, und als medizinischer Laie kann ich Sie darin nur unterstützen, dass man Menschen auch ohne dezidierte medizinische Ausbildung helfen kann, da es oft auf den richtigen Ton und vor allem die persönlichen Erfahrungen ankommt. Letztlich ist jede Beratung immer eine Sache der eigenen Glaubwürdigkeit und ehrlichen Überzeugungskraft.

Andererseits muss ich Sie aus rechtlicher Sicht davor warnen, den Begriff "Ernährungsberater" für sich zu verwenden, denn auch wenn die Bezeichnung "Ernährungsberater" nicht eigens geschützt ist, so gibt es doch den entsprechenden Beruf, den aber nur wenige unter dem eigentlichen Namen "Diätassistent" kennen. Siehe etwa hier:

https://www.bzfe.de/inhalt/die-notwendige-qualifikation-eines-ernaehrungsberaters-3360.html

Bezeichnen Sie sich also als "Ernährungsberater", so erwecken Sie doch bei Ratsuchenden den Eindruck, dass Sie ein gewisses Maß an Aus- und Fortbildung besitzen. Das halte ich für problematisch.

Ein sogenanntes Heilsversprechen darf im übrigen niemand machen, und das macht auch kein Arzt. Auch ein Behandlungsvertrag ist immer ein Dienstvertrag, das heißt, es wird kein "Erfolg" - also etwa eine Genesung - geschuldet.

Wenn Sie also deutlich machen, dass Sie aufgrund eigener Erfahrungen und autodidaktisch erworbener Erkenntnisse über die fatale Krankheit Neurodermitis Empfehlungen und Anregungen geben wollen, ohne den Anspruch zu erheben, eine klassische medizinische oder auch ernährungsphysiologische Beratung zu machen, dann sehe ich Ihr Vorhaben nicht nur als zulässig, sondern als für Betroffene nützlich und erfreulich an.

Da Sie diese Beratung aber nicht "pro Bono", also ohne eigene wirtschaftliche Interessen, anbieten wollen, sehe ich hier zusätzlich die Problematik der entsprechenden Gewerbeanmeldung. Sie wollen ja mit dieser Beratung Einnahmen generieren. Dazu gehört aber in Deutschland ein entsprechendes bürokratisches Verfahren, denn Sie müssen Ihre Einnahmen auch korrekt versteuern. Hier finden Sie die notwendigen Informationen dazu:

https://www.ernaehrungsberater-werden.org/ernaehrungsberater-selbststaendig/#:~:text=Die%20Ern%C3%A4hrungsberatung%20ist%20einer%20erziehenden,als%20Freiberufler%20ist%20dann%20ausreichend.

Auch hier wird übrigens ein Mindestmaß an fachlicher Ausbildung erwähnt, um auf dem Markt der Ernährungsberater bestehen zu können. Deshalb ist für Sie die klare Ansage an Interessenten wichtig, dass Sie keinerlei Ausbildung für eine klassische Ernährungsberatung besitzen. Das gebieten nicht nur die wirtschaftliche Fairness gegenüber Mitbewerbern, sondern vor allem Ihr eigenes Interesse an einem Haftungsausschluss. Sie müssen den Interessenten gegenüber sehr deutlich machen, dass Sie Ihre Expertise lediglich auf eigene Erfahrungen und Erkenntnisse von dritter Seite stützen, damit bei einem Beratungswilligen schon gar nicht der Eindruck entsteht, er könnte Sie dafür haftbar machen, wenn Ihre Empfehlung nicht wirklich fruchtet oder weil Sie ihn über Ihre mangelnde fachliche Ausbildung getäuscht haben.

Ihr Risiko dabei ist, dass jemand z. B. von Ihnen Schadensersatz fordert, weil er sich mehr Hoffnungen gemacht hat, als Sie erfüllen konnten und wollten. Dass ein solches Schadensersatzbegehren letztlich keine Aussicht auf Erfolg hätte, bedeutet nicht, dass Ihnen damit auch der Ärger erspart bliebe, der mit solchen Erwartungen verbunden ist.

Insofern ist das Mindestmaß an Informationen dahingehend zu gewährleisten, dass Sie einen ausführlichen sogenannten disclaimer anbringen, abgesehen von den im Internet notwendigen Angaben über den Datenschutz und das Impressum.

Ich hoffe, Ihnen einen Überblick gegeben zu haben. Wenn noch etwas unklar geblieben ist, so fragen Sie gerne nach. Vorerst verbleibe ich mit freundlichen Grüßen und wünsche Ihnen für Ihr Vorhaben viel Erfolg!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin


Rückfrage vom Fragesteller 21.10.2020 | 09:55

Sehr geehrte Frau Elisabeth v. Dorrien,

erstmal vielen Dank das sie davon überzeugt sind, das bedeutet mir viel. Die Antwort, die Sie mir gegeben haben ist perfekt und genau das habe ich gesucht! Ich bin sehr froh darüber, das es möglich ist unter gewissen Bedingungen beraten zu dürfen.

Der Großteil wird "pro Bono" bleiben, da ich unbedingt will, das diese Leute wieder freier leben können und sich nicht mehr verstecken müssen. Lediglich die Beratung und eventuell das eBook soll was kosten.

Können Sie mir helfen einen Disclaimer zu schreiben, den ich immer an ein Formular/Blogbeitrag/eBook bringen kann? Bedeutet, maximal 4 Zeilen, wenn das überhaupt möglich ist. Eine Verlinkung auf die AGBs finde ich nicht so gut, weil sie absolut recht haben, das sollte überall direkt dran stehen.

Wenn Sie mir hier helfen können, würde ich das direkt bei Ihnen buchen. Sollen wir das dann über dieses Forum machen oder können wir hier anders agieren? Wie viel kostet mich das?

Viele Grüße,


Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.10.2020 | 15:18

Sehr geehrter Herr Raabe,

vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung!

Ich helfe Ihnen gerne, bin aber der Meinung, dass Sie das auch alleine tun und sich weitere Kosten sparen können.

Die disclaimer, die man im Internet findet, ähneln einander.. . Ich gebe Ihnen hier mal das Beispiel eines recht guten Disclaimers einer Ernährungsberaterin, sie hat natürlich das Copyright auf Ihren Text ab, aber Sie werden feststellen, wenn Sie sich andere disclaimer anschauen, dass sich alle wenig voneinander unterscheiden. Siehe hier:

http://xn--ernhrungsberatung-hartmann-ihc.de/disclaimer/

Oder hier:

https://www.google.com/amp/s/juliatulipan.com/haftungsausschluss/%3famp

Hier ein rechtssicheres Muster für einen allgemeinen disclaimer:

https://www.juraforum.de/disclaimer_muster/

Wichtig erscheint mir, dass Sie Ihre eigenen und Ihre darauf gründende Expertise herausstellen. Damit können Sie nur nichts falsch machen, sondern Sie heben sich dadurch auch grundsätzlich ab von den üblichen Ratschlägen und den darauf bezogenen disclaimer.

Wenn Sie betonen, wie gut es Ihnen geholfen hat, eine bestimmte Ernährung einzuhalten oder sich eine geistige Widerstandskraft oder überhaupt mentale Fähigkeiten anzueignen, dann wird es genau das sein, was die Interessenten anspricht.

Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf und wählen Sie Ihre eigenen Worte. Das ist immer authentisch und deshalb am überzeugendsten.

Wenn Sie sich denn noch unsicher sein sollten, dann können Sie sich gerne unter rainevdorrien@gmail.com an mich wenden. Dann werde ich schauen, ob Sie meine Hilfe wirklich benötigen oder ob das, was Sie geschrieben haben, ausreichend ist.

Ich grüße Sie nochmals herzlich und wünsche Ihnen viel Erfolg!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin



Bewertung des Fragestellers 26.10.2020 | 12:32

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Ich freue mich sehr über Ihre netten Worte - ganz herzlichen Dank dafür und viel Erfolg!
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