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Ermittlungsverfahren wg. Verstoß gegen amg

| 07.05.2014 12:13 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen mich eingeleitet, weil in den Unterlagen eines Dopinghändlers zweimal eine Lieferung an mich in 2012 gefunden wurde und DHL die Lieferung bestätigt hat.
Heute hat eine HD stattgefunden und die Beamten haben 24 x 100ml Methonlon (Primobolan) bei mir sichergestellt.
Wie gehe ich jetzt weiter vor und welches Strafmaß wäre im Falle einer Verurteilung zu erwarten?
Eingrenzung vom Fragesteller
07.05.2014 | 12:26

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

I) In strafrechtlicher Hinsicht ist der Erwerb und Besitz von insgesamt 2400 mg Metenolon folgendermaßen zu werten:

a) Aus der Verordnung zur Festlegung der nicht geringen Menge von Dopingmitteln (Dopingmittel-Mengen-Verordnung - DmMV) ergibt sich, dass Depot-Zubereitungen von Metenolon ab 150 mg, andere Zubereitungen ab 1500 mg eine nicht geringe Menge im Sinne des AMG darstellen.

§ 6a Abs.1 AMG besagt dabei, dass es ist verboten ist, Arzneimittel nach Absatz 2 Satz 1 zu Dopingzwecken im Sport in den Verkehr zu bringen, zu verschreiben oder bei anderen anzuwenden, sofern ein Doping bei Menschen erfolgt oder erfolgen soll.

Zudem regelt § 6a Abs.2 AMG, dass es ferner verboten ist, Arzneimittel "in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken im Sport zu erwerben oder zu besitzen, sofern das Doping bei Menschen erfolgen soll."

Die dazu korrespondierende Strafvorschrift findet sich in § 95 AMG, der Strafrahmen beträgt dabei Geldstrafe sowie Freiheitstrafe bis zu drei Jahren.

Der Besitz oder Erwerb von Dopingmitteln wie hier Metenolon ist dabei jedoch nicht strafbar, soweit mit ihnen kein Doping an sich erfolgen soll, also keine Leistungssteigerung in Sportwettbewerben. Das ist zB. der Fall, wenn das Mittel für eigene Zwecke verwendet werden soll. Auch Lagerbestände in Apotheken scheiden daher aus, soweit diese nicht speziell zur Versorgung dopender Sportler angelegt sind. Nicht unter die Verbotsvorschrift fällt der Einsatz auch zu anderen Zwecken, wenn es zB. um die Ablegung von Leistungsnachweisen geht. Dasselbe gilt für den Einsatz zu therapeutischen Zwecken. Beweisproblematiken sind hier natürlich üblich!

b) Welches Strafmaß wäre im Falle einer Verurteilung zu erwarten?

Dies ist ohne weitere Angaben schwer zu berurteilen. Eine "grobe" Prognose zu geben ist schwer, wobei hier (unter der Annahme, dass keine Vorstrafen vorliegen), wohl eine Geldstrafe von ca. 30 - 60 Tagessätzen in Betracht käme. Vergleichen Sie dazu am besten folgendes Urteil des AG Rosenheim, Urteil vom 5. Mai 2010 - Az. 7 Ds 270 Js 1745/09:

http://openjur.de/u/484173.html

Die hier ausgesprochene Strafe erfolgte jedoch im Wesentlichen, da der Angeklafte bereits mehrmals vorbestraft war.

II) Wie gehe ich jetzt weiter vor?

Sie sollten dringend einen Rechtsanwalt mit der Akteneinsicht des Ermittlungsverfahrens beauftragen, um die genauen Umstände in Erfahrung zu bringen. Ziel der Verteidigung muss es dann unter anderem sein, nachzuweisen, dass die Dopingmittel nicht im Sportbereich verwendet werden sollten. Unter Umständen kann der Verteidiger auch auf eine Verfahrenseinstellung nach § 153a StPO hinwirken.

Ich hoffe Ihnen mit meiner Auskunft eine gewisse Orientierungshilfe gegeben zu haben. Bitte bedenken Sie, dass keine umfassende rechtliche Beurteilung erfolgen kann im Wege dieser Erstauskunft.

Sollten Sie mich mit einer weiteren Prüfung beauftragen wollen, wird die hier entrichtete Gebühr auf die weitere Tätigkeit angerechnet.

Abschließend sei noch erwähnt, dass eine Bewertung der Antwort Ihrerseits diesen Service transparenter und verständlicher erscheinen lässt.


Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 07.05.2014 | 13:46

Zunächst vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Ließe sich nach Ihrer Einschätzung eine Einnahme zur Stärkung der Potenz/Manneskraft argumentieren? Bin Ü50.

Danke und viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.05.2014 | 14:11

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nachfrage.

Zunächst muss ich Sie darauf hinweisen, dass selbsterklärend keine medizinischen Ratschläge/Beurteilungen hier erfolgen können.

Grundsätzlich nicht erfasst ist das Doping außerhalb des Sports, zB von Schülern und Studenten vor Prüfungen - vgl dazu Freund in Münchener Kommentar zum StGB, 2. Auflage 2013.

Ebenso wurde bereits eine Ärztin in einer berufsrechtliche Entscheidung freigesprochen: Diese hatte einem Bodybuilding betreibenden Patienten ohne Vorliegen einer medizinischen Indikation Anabolika verschrieben. Zu Gunsten der Ärztin ging das Gericht davon aus, dass ihr der Wettkampfbezug nicht bewusst war.

Es geht hier im Kern darum, die "unrechtsrelevante Druck- bzw. Täuschungssituation für Dritte zu vermeiden und so deren Gesundheit, Vermögen und allgemeine Dispositionsfreiheit durch eine (strafbewehrte) Verhaltensnorm zu schützen." (Freund in Münchener Kommentar zum StGB, 2. Auflage 2013, Rn. 38)

Wenn Sie also darlegen können (ggf. auch durch Vorlage medizinischer Atteste und Vergleichbarem), dass das Metenolon rein zur Behandlung einer sexuellen Dysfunktion verwendet wurde, so ist aus meiner Sicht keine Strafbarkeit gegeben.

Mit freundlichem Gruß

Bewertung des Fragestellers 07.05.2014 | 13:44

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