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Ermittlungsverfahren wegen Computerbetrug, Kreditkarten usw.


07.12.2012 13:48 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von



Hallo,

kurz die Daten zu mir:

Bin über 21 Jahre alt.
"Vorbestraft":
1. Hatte vor zwei,drei Jahren 2x je 1 Notebook auf falsche Bankdaten bestellt
-> Sozialstunden + 1x Freizeitarrest (Da Ersttat, wurde ich auf Jugendstrafe verurteilt)
2. Habe ein Laptop verkauft, Ware nicht geliefert, Anzeige bekommen, Geld zurück gesendet von Käufer
-> 900€ Strafe vom Staatsanwalt

Was ich danach getan habe:
Ein gefälschtes Bankkonto der Bank A gekauft und mit geklauten Kreditkartendaten (die Daten habe ich von dubiosen Foren erworben) auf das Bankkonto A Geld draufgeladen, in dem ich Sachen mit den Kreditkarten gekauft, an die Käufer versendet und das Geld auf das Bankkonto erhalten habe.

Die Sachen habe ich von Anbieter A gekauft.

Verkauft habe ich die Sachen über eine Plattform wie ebay-kleinanzeigen.

Vor ein paar Monaten bekam ich eine Hausdurchsuchung, mir wurde die oben geschilderte Tat zugeworfen, ALLERDINGS:
1. War etwas von einem Bankkonto der Bank B die Rede, ich besaß jedoch nicht solch ein Bankkonto, sondern ein Bankkonto der Bank A.

2. War die einzige Spur (bzw. so stand es im Durchsuchungsbefehl), meine Mail-Adresse.

zu Punkt 2:
Ich hatte einmal ausversehen meine echte Mail-Adresse auf der Verkaufsplattform wie ebay-kleinanzeigen benutzt um die Waren die ich durch die Kreditkarten erworben habe (es sind virtuelle Waren) zu verkaufen und auf mein Bankkonto der Bank A zu bekommen. Allerdings wurde dieser Account sofort gesperrt und ich hatte keine einzige (virtuelle) Ware verkauft.

Während der Hausdurchsuchung war ich an Handschellen gekettet.

Gefunden wurde ein Brief von einer Bank, der Empfänger dieses Briefes war ein unbekannter Dritter.

Nach der Hausdurchsuchung bekam ich nach einigen Wochen einen Brief von der Polizei, dass wegen Vorladung Fundunterschlagung.
Ich ging dort nicht hin, daraufhin bekam ich Post von der Staatsanwaltschaft, dass der Fall wegen Fundunterschlagung fallen lassen wurde.

Mein Anwalt (der leider Fachanwalt für Verkehrsrecht ist, ich aber Ihn nehmen musste, da mein Vater meinte, dass er gut sei, was ich momentan bezweifle), hatte direkt nach der Hausdurchsuchung Akteneinsicht beantragt.

Nach gut zwei Monaten kamen 2 Kriminalpolizisten und hatten kein Durchsuchungsbefehl, befragten aber meinen jüngeren Bruder (17) und nahmen Fingerabdrücke von Ihm. Er sagte allerdings nichts aus.

Dies ist schon gute 4-5 Monate her und bis heute habe ich weder eine Akteneinsicht sonst noch irgendwelche Informationen zum Fall bekommen, als ich dann vor einem knappen Monat in unserer Kreiszeitung folgendes sah:

Die Kriminalpolizei hatte einen Beiträgt veröffentlich oder ein Interview, in dem sie beschrieben, dass es sich bei meinem Fall (meinen Namen nannten sie nicht, aber mein Alter und mein Wohnort), um ein Betrüger-Quattett handelt.

Ich soll Kopf der Bande sein.
Der andere soll mein jüngerer Bruder sein.
Die anderen 2 kenne ich nicht.

Ich habe nie mit diesen Leuten etwas gemacht.
Beschuldigt werden wir einen Schaden von rund 50-60 Tausend EUR gemacht zu haben.
Ausserdem steht im Artikel, dass wir mit einer Strafverfolgung wegen Urkundenfälschung, Computerbetrug, Kreditkartenbetrug usw. verantworten müssen.

Jetzt ist mir allerdings eingefallen, dass ich die eine Person die anscheinend in meinem "Team" ist, aus diesem "Untergrund-Forum" kenne, aber keine persönlichen Daten oder sonstiges habe, ich aber weiss, dass er genaudasselbe gemacht hat wie ich, also mit dem Verkauf von den virtuellen Gütern auf derselben Plattform.
Während er das gemacht hatte ich das eben auch gemacht und wie gesagt einmal mit meiner echten Mail-Adresse angemeldet.

Allerdings weiss die Polizei nichts von meinem Bankkonto welches beim Durchsuchungsbefehl angegeben wurde, ist das Bankkonto von dieser 3. Person, die das Ganze eben auch gemacht hat.

Meine Frage:

1. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Polizei im Grunde gar nichts gegen mich hat?
Da a) es auf jeden Fall nicht mein Bankkonto ist, welches die "kennen".
b) Ich das Ganze alleine durchgezogen hatte, und die mir einfach Bandenbetrug vorwerfen und mich plötzlich Kopf der Bande machen
c) bis heute kein Haftebefehl kam
d) die bei der Hausdurchsuchung nichts gefunden haben.

2. Wieso dauert das solange, bis ich Akteneinsicht bekomme oder irgend ein Brief vom Staatsanwalt, wenn doch vor knapp nem Monat eine Interview-Anzeige in der Zeitung auftauchte?

3. Was könnte ich maximal bekommen?

4. Könnte es sein, dass das Verfahren gegen mich eingestellt wird, wenn die Sache tatsächlich so ist, wie oben beschrieben?

5. Ich wollte über die Weihnachtsferien ins Ausland. Darf ich das? Oder muss ich in Deutschland bleiben, da ein Verfahren gegen mich läuft?

6. Kann ich den Anwalt einfach wechseln? Wenn ja, ich hab seit dem 01.12.12 eine Rechtsschutzversicherung, kann ich die gleich verwenden, oder geht das erst beim nächsten Fall?

7. Wenn ich am Ende tatsächlich für die oben genannte Straftat beschuldigt werde, also -> ca. 50-60 Tausend Euro schaden -> Betrüger-Quattet -> Kopf der Bande -> Urkundenfälschung -> Kreditkartenbetrug -> Computerbetrug usw.
Was könnte ich mindestens und maximal bekommen, wenn davon auszugehen ist, dass ich Student bin und mein Leben ruiniert wäre, wenn ich in den Knast komme?

8. Was würde mein jüngerer Bruder (bisher noch nicht vorbestraft und sonst auch nicht bei der Polizei aufgefallen) bekommen? Mindestens und maximal?

9. Wie schätzen Sie meine Lage ein und was sollte ich jetzt genau tun?

Gruß
07.12.2012 | 16:01

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfragen auf der Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt:

Nr. 1
a)
Ich kann Ihnen nicht sagen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Strafverfolgungsbehörden etwas gegen Sie in der Hand haben. Es mag sein, dass man Ihnen ein Bankkonto einer anderen Bank vorgehalten wird. Jedoch müssen Sie bedenken, dass wahrscheinlich mehrere Personen in die Ermittlungen verwickelt sind. Deswegen ist esnicht auszuschließen, dass die Strafverfolgungsbehörden über andere Personen auf Sie aufmerksam geworden sind.

b)
Sie müssen bedenken, dass noch eine Anklage erhoben wurde. Aus diesem Grunde können wir noch gar nicht wissen(Ihr Verteidiger übrigens auch nicht), welche Delikte Ihnen zur Last gelegt werden. Die Bandenmitglieschaft ist natürlich ein strafschäfrender Umstand. Aufrgund der gegebenen Umstände versuchen die Strafverfolgungsbehörden einen Zusammenhang bzw. ein Zusammenwirken zwischen Ihnen und den anderen Personen herzustellen oder auzuschließen.

c)
Ein Haftbefehl wird erlassen, wenn entweder eine Fluchtgefahr oder Verdunkelungsgefahr besteht und wenn gegen Sie ein dringender Tatverdacht stehen.



Nr.2
Akteneinsicht erhalten nicht Sie in Person, sondern Ihr Verteidiger. Warum die Gewährung der Akteneinsicht solange dauert kann ich Ihnen ohne Kenntnis der Umstände nicht sagen. Jedoch ist mir aus eigener Erfahrung bekannt, dass es mehrere Monate dauern kann. Möglicher Weise kann die Dauer dadurch erklärt werden, dass gegen mehrere Personen Ermittlungen laufen.

Nr.3
Dies hängt konkrfet davon ab, welche Delikte Ihnen zur Last gelegt werden. § 263 Abs.2 StGB sieht für den bandenbetrug ein Strafmaß von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor.
Derselbe Strafmaß ist auch für die bandenmäßige Urkundenfälschung vorgesehen, § 267 Abs.2 StGB.

Nr. 4
Die Einstellung nach § 170 Abs.2 StPO setzt voraus, dass kein hinreichender Tatverdacht besteht. Hingegen ist schon von einem konkreten Anfangsverdacht der Strafverfolgungsbehörde auszugehen. Ob sich der Verdacht jedoch dermaßen erhätet, und die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt, hängt von dem Ergebnis der Ermittlungen ab. Dies werden Sie bzw. Ihr Verteidiger erst nach Akteneinsicht wissen können. Ohnen vorherige Akteneinsicht kann ein Anwalt darüber nur spekulieren.

Nr.5
Sie dürfen sich ruhig in das Ausland begeben. Solange kein Haftbefehl gegen Sie vorliegt, könnten Sie kurzfristig verreisen. Dies sollte problemlos möglich sein. Wenn man nämlich eine Fluchtgefahr annhemen würde, wäre schon ein Haftbefehl beantragt worden.


Nr.6
Ja, Sie können Ihren Rechtsanwalt wechseln, da es bei diesem nicht um einen Pflicht-, sondern Wahlverteidger handelt. Jedoch wird Ihre Rechtsschutzversicherung für den Fall nicht aufkommen. Zum einen sind grundsätzlich nur solche Fälle vom Versicherungsschutz umfasst, die erst 3 Monate nach Vertragsschluss entstanden sind, und zum anderen dürfte Veersicherungsschutz schon deswegen nicht eingreifen, weil es sich um eine strafrechtliche Angelegenheit handelt.

Nr. 7
Eine Haftstrafe wäre sicherlich nicht ganz auszuschließen. Zum einen wegen dem hohen Ausmaß des Schadens und zum anderen, weil Sie bereits einschlägig wegen vermögensdelikten vorbestarft sind.

Nr.8
Ich weiss nicht, inwieweit Ihr jüngere Bruder in die ganze Angelegenheit eingeweiht ist und was für eine Rolle er in diesem Verfahren spielt. Möglicher Teilnehemr oder Mittäter einer Tat. Eine Jugendhaftstarfe halte ich jedoch für unwahrscheinlich.

Nr.9
Zunächst einmal sollten Sie sich nicht in Panik stürzen. Weiterhin bleibt Ihnen nicht anfderes möglich, als auf die Akteneinsicht zu warten. Ohne Akteneinsicht wird sich auch Ihr Anwalt nur im Rahmen von Spekulationen bewegen können. Nach erfolgter Gewährung von akteneinsicht, können Sie das weitere vorgehen mit ihrem Verteidiger besprechen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen behilflihc sein konnte.


Abschliessend weise ich Sie darauf hin, dass die hiesige Online-Beratung den Besuch bei einem Rechtsanwaltskollegen vor Ort nicht ersetzen kann, sondern lediglich dazu dient, dem Mandanten eine erste grobe rechtliche Einschätzung zu verleihen.

Das Weglassen und bzw. oder Hinzufügen von relevanten Angaben kann eine völlig andere rechtliche Bewertung nach sich ziehen.


Mit freundlichen Grüßen

Kirli
(Rechtsanwalt)


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