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Ermittlungsverfahren Diebstahl § 242 StGB

17.11.2015 23:06 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rößler


Sehr geehrte Damen und Herren,
leider kann ich aufgrund meiner finanziellen Situation nicht mehr Geld bieten, nichts desto trotz hoffe ich sehr, dass mir jemand weiterhelfen kann.

Ende September habe ich leider bei H&M Ladendiebstahl in Höhe von 137€ begangen. Ich bereue meine Tat zutiefst und habe nun große Angst vor den Konsequenzen. Berufsbedingt befinde ich mich gerade im Ausland und habe deswegen erst jetzt von meienr Nachbarin erfahren, dass ich Post vom Landeskriminalamt erhalten habe. Daraufhin habe ich mich sofort per Email an die Zuständige Person gebeten, mich für die Verspätung meiner Antwort entschuldigt und gebeten, mir den Anhörbogen in digitaler Form zuzusenden. ich habe umgehenden Antwort erhalten und nun frage ich mich wie ich den Anhörbogen bestmöglich ausfüllen kann.

Ich habe insbesondere Angst, da ich mich in naher Zukunft auf eine Stelle im öffentlichen Dienst bewerben möchte und deswegen in jedem Fall eine Vorbestrafung vermeiden möchte.

Ich bin bis vor kurzem Studentin gewesen, habe noch kein Einkommen und lebe von der Unterstützung meiner Eltern. Dementsprechend habe ich gerade einen sehr geringen Lebensstandard, der im übrigen auch der Grund für den vollkommen unüberlegten Ladendiebstahl war.
ich bin bisher nicht vorbestraft o.ä..
Als ich erwischt wurde, habe ich mich sofort sehr kooperativ verhalten, die Tat zugegeben und war sehr nervös und schockiert von mir selbst, als der Dedektiv den Schaden aufnahm.

Welche freiwilligen Angaben mache ich am besten in dem Anhörbogen?
Sollte ich mich ggf. mit einen Strafbefehlsverfahren einverstanden erklären?
Wie äußere ich mich am besten zum Motiv der Tat?
Gebe ich etwas zu besonderen Umständen der Tat an? Und mache ich weitere Erläuterungen zum Sachverhalt?
Sollte ich mich bei H&M persönlich entschuldigen?

Über jegliche Art der Hilfe wäre ich wirklich sehr dankbar.



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider sind die Fragen in dieser Pauschalität losgelöst von den konkreten Umständen des Einzelfalls nur schwerlich seriös zu beantworten. Dies sollten Sie bedenken.

Sie sollten auch wirklich überlegen: Wenn es für Sie Richtung öffentlicher Dienst geht, dann sollten Sie tunlichst jedwede förmliche Strafe wegen Diebstahls vermeiden! In einem solchen Fall ist jedweder strafrechtliche Vorwurf schnell ein ernstes Problem, wenn die außerstrafrechtlichen Konsequenzen gravierender sind als die Strafe selbst.

Bei dieser Sachlage kann eigentlich nur der Rat sein, einen Verteidiger zu beauftragen, der für Sie das Verfahren führt und - sicherlich möglich - ohne Sanktion beendet. Hierfür sind die Vorschriften der §§ 153ff. StPO gedacht.

Keinesfalls sollten Sie daher einen Strafbefehl in Erwägung ziehen (dann ergeht auch einer und dieser steht einer erstinstanzlichen Verurteilung wegen Diebstahls gleich) - das kann nicht Sinn der Sache sein.

Wenn Sie sich ohne Anwalt erklären wollen, sollten Sie zumindest selbst eine Verfahrenseinstellung gemäß § 153 bzw. § 153a StPO gegen Zahlung einer Geldauflage o.ä. anregen und strafmildernde Umstände schildern (lassen Sie alles für Sie ungünstige weg, das dürfen Sie). Da liegt aber auch die o.g. Schwierigkeit, denn es hängt ein wenig vom Einzelfall ab, ob ein Umstand günstig oder ungünstig für Sie ist.

Das zu beurteilen obliegt dem Verteidiger, der anhand der Akte prüfen kann, in welcher Form eine Einlassung erfolgen sollte - in der Regel ist es auch sinnvoll, mit der Staatsanwaltschaft zu telefonieren.

Unabhängig davon, könnten Sie Ihre Lebensumstände schildern; die "Tat" sollte möglichst eine Spontantat sein, da eine Planung der Tat in der Regel höher bestraft wird als eine Spontantat.

Ihr Gemütszustand am Tattag kann relevant sein,

Das straffreie Vorleben sowie das Nachtatverhalten ist von Bedeutung - wenn Sie die Tat sofort eingeräumt und sich entschuldigt haben, ist das in der Regel strafmildernd. Wenn Sie bspw. eine Vertragsstrafe bezahlt haben, können Sie auch das schildern.

Wenn Sie zurzeit einkommenslos sind, sollten Sie auch das schreiben (benennen Sie aber, wovon Sie Ihren Lebensunterhalt bestreiten, sonst wirkt es unglaubhaft).

Ob Sie etwas zu "besonderen" Tatumständen schreiben können, hängt halt davon ab, ob es Besonderheiten gibt. Hier wäre ich allerdings ohne Akteneinsicht sehr zurückhaltend, da man viel falsch machen kann (bspw. günstige Tatgelegenheit - sprich: Wenig Sicherung der Ware etc.).

Vor dem Hintergrund Ihres Berufswunsches sollten Sie aber wirklich in Erwägung ziehen, einen professionelle Beistand hinzuziehen. Finanzierungsmöglichkeiten können sicherlich besprochen werden.

Wenn das trotzdem nicht möglich ist, sollten Sie versuchen, Ihre Persönlichkeit in den Vordergrund stellen mit Ihrer aktuellen Lebenssituation und den Fokus von der Tat weglenken.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


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