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Erlös aus Wohnungsverkauf in der Ukraine wird geschenkt- steuerliche Konsequenzen?

| 21.10.2012 13:57 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrten Anwälte,

Ich habe zwei Teilfragen zu meiner Situation.

Frage 1: Mein Großvater besitzt seit 1993 eine Eigentumswohnung in der Ukraine. Er möchte diese nun verkaufen und mir das Geld überweisen bzw. das Geld in bar auszahlen, welches ich dann von der Ukraine über die Grenze nach Deutschland transportiere. Ich bin Student und beziehe BAföG. Nun interessieren mich die steuerlichen Konsequenzen hinsichtlich meiner Person und die Höhe dieser Konsequenzen. Gäbe es möglicherweise steuerliche Unterschiede zwischen Überweisung und Auszahlung in bar? Welche Unterlagen müsste ich vorweisen können?

Frage 2: Zudem würde ich gerne wissen, wie die steuerlichen Konsequenzen für den Fall aussehen würden, wenn meine Großeltern die Wohnung nicht verkaufen, sondern auf mich unentgeltlich übertragen (also schenken).

Zu meiner Person: Deutscher Staatsangehöriger mit festem Wohnsitz in Deutschland.
Zur Person meines Großvaters: Ukrainischer Staatsangehöriger mit festem Wohnsitz in der Ukraine.

Danke im Voraus

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich anhand Ihrer Angaben im Rahmen einer anwaltlichen Erstberatung wie folgt beantworte:

1.
Sämtliche von Ihnen angefragten Varianten, Zuwendung durch Ihren Großvater per Banküberweisung, Zuwendung in bar oder Zuwendung der Wohnung ohne Veräußerung unterliegen der Schenkungssteuer in Deutschland.

Gemäß § 1 des Erbschafts- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG) unterliegen der Schenkungsteuer in Deutschland die Schenkungen unter Lebenden. § 2 ErbStG Abs. 2 ErbStG regelt ferner, dass die Steuerpflicht eintritt, wenn der Erwerber zur Zeit der Entstehung der Steuer ein Inländer ist. Als Inländer gelten natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben.

2.
Der Schenkungsteuerpflicht in Deutschland stehen auch nicht die Regelungen des deutsch-ukrainischen Doppelbesteuerungsabkommens entgegen. Steuertatbestände der Erbschaft und Schenkungen werden in dem Abkommen nicht gesondert geregelt.

Lediglich Art. 22 des DBA regelt für unbewegliches Vermögen, dass Einkünfte, aus einem in der Ukraine gelegenen Grundstück dort auch besteuert werden können. Diese Vorschrift wäre für Sie dann von Bedeutung, wenn Ihr Großvater die Eigentumswohnung nicht veräußert sondern diese an Sie überträgt und Sie aus der Immobile Einkünfte erzielen, die dann in der Ukraine steuerbefreiend gegenüber dem Deutschen Finanzamt versteuert werden können.

3.
In Beantwortung Ihrer Frage 1): Es macht steuerrechtlich keinen Unterschied, ob Sie von Ihrem Großvater das Geld in bar oder per Überweisung erhalten.

Diese Unterscheidung hätte lediglich eine Bedeutung, wenn die Absicht bestünde, die Schenkung nicht ordnungsgemäß zu versteuern, da eine Übergabe in bar nicht unmittelbar nachweisbar ist.
Sofern eine Übergabe in bar erfolgt und eine Deklarierung der Schenkung gegenüber dem Finanzamt unterbleibt, würde dies jedoch eine strafbare Handlung darstellen.

Die zu tragende Schenkungssteuer berechnet sich wie folgt:

Schenkungen eines Großvaters sind der Steuerklasse II zuzuordnen (nur bei einer Erbschaft wäre es die Steuerklasse I).

Der Schenkungssteuerfreibetrag ist EUR 20.000,- (bei einer Erbschaft wären es EUR 100.000,-). Für die darüber hinausgehende Schenkung sind 15 % bis zu EUR 75.000,- und 20 % bis zu EUR 300.000,- zu versteuern.


4.
Ihre Frage 2) bezieht sich auf die Variante, dass die Eigentumswohnung nicht veräußert, sondern an Sie als solches geschenkt wird.

Hier würde der gemeine Wert (Verkehrswert) gemäß § 31 Bewertungsgesetz (BewG) angesetzt, da es sich um ausländisches Vermögen handelt. Dieser Verkehrswert würde dann die Bemessungsgrundlage für die Schenkungssteuer darstellen. Der Verkehrswert ist der Wert, der auf dem Markt erzielbar ist und sollte somit in etwa der gleiche sein, der bei einer Veräußerung durch Ihren Großvater maßgeblich wäre. Der Verkehrswert wäre durch einen Gutachter festzustellen, da eine Veräußerung nicht stattfindet.


5.
Ihre Frage bezieht sich auch darauf, welche Unterlagen vorzulegen sind.
Sie sind gemäß § 30 ErbStG zur schriftlichen Anzeige binnen einen Monats ab Schenkung gegenüber dem Finanzamt verpflichtet und das Finanzamt kann verlangen, dass eine Steuererklärung auf einem Vordruck nach amtlich bestimmtem Muster abzugeben ist, § 31 Abs. 7 ErbSG. Bei einer Übertragung der Wohnung wird vermutlich ein Verkehrswertgutachten zu erstellen und vorzulegen sein.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen konnte und stehe Ihnen bei Unklarheiten gerne für eine kostenlose Nachfrage zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Katrin Alegren-Benndorf
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 21.10.2012 | 16:33

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,

vielen Dank für die Antwort. Ich hätte im Zusammenhang mit Punkt 5 Ihrer Antwort noch eine kurze Nachfrage. Ein Verkehrswertgutachten wäre also bei Schenkung der Wohnung zur Bestimmung der steuerlichen Bemessungsgrundlage zu erstellen. Welche Bemessungsgrundlage würde denn im Falle eines Wohnungsverkaufs mit anschließender Auszahlung des Verkaufserlöses an mich gelten? Wäre hierbei die Verkaufsrechnung mit dem dort angegebenen Verkaufserlös maßgeblich oder der Verkehrswert gemäß einem Verkehrswertgutachten? Ich frage deshalb, weil der Verkaufserlös, wie Sie in Ihrer Antwort bereits angemerkt haben, ca. dem Verkehrswert ansprechen würde, jedoch wahrscheinlich nicht identisch mit diesem wäre.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.10.2012 | 17:32

Sehr geehrter Fragesteller,

in dem Falle, dass Ihr Großvater die Wohnung verkauft und Ihnen dann einen bestimmten Betrag schenkungsweise überlässt, spielt für die deutsche Steuerpflicht weder der Verkehrswert noch der Verkaufserlös der Immobilie eine Rolle, sondern alleine der Betrag, den Ihr Großvater Ihnen zuwendet.

Sie hatten in Ihrer ursprünglichen Fragestellung bereits die zwei möglichen Konstellationen beschrieben.

Die Erste ist, dass Ihr Großvater Ihnen die Eigentumswohnung schenkt. Sie sind dann Eigentümer der Wohnung und der Verkehrswert (gemeine Wert) dieser Wohnung muss in Deutschland versteuert werden.

Die zweite Möglichkeit ist, dass Ihr Großvater Ihnen nicht die Wohnung schenkt, sondern diese verkauft und Ihnen aus dem Verkaufserlös eine Schenkung zukommen lässt. In diesem Falle ist sowohl der Verkehrswert als auch der Veräußerungserlös für das deutsche Steuerrecht ohne Bedeutung.

Es handelt sich hierbei um zwei getrennte Rechtsgeschäfte. Ihr Großvater verkauft die Wohnung und entscheidet nach Verkauf der Wohnung, Ihnen einen bestimmten Betrag zu überlassen. Diese Schenkungszuwendung ist in diesem Fall der allein maßgebliche Rechtsgrund für die Steuerbemessung in Deutschland und der zugewendete Betrag die Bemessungsgrundlage für die Besteuerung in Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen

Katrin Alegren-Benndorf
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 21.10.2012 | 19:11

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