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Erlischt mein Aufenthaltstitel oder nicht?

01.01.2018 16:01 |
Preis: 53,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe einen Aufenthaltserlaubnis zum studieren (§ 16 Abs. 1 AufenthG), der bis zum 28.2.2018 gültig ist. Am 8.08.2017 habe ich mein Bachelorabschluss erworben und bin dann am 10.08.2017 ins Ausland gereist.

Mir ist bekannt, dass ich nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium an einer deutschen Hochschule, ein Aufenthaltserlaubnis bis zu achtzehn Monate zur Suche eines entsprechenden Arbeitsplatzes beantragen kann, soweit mein Lebensunterhalt gesichert ist. (§ 16 Abs. 4 AufenthG). Die 18 Monate fangen dann ab den 08.08.2017 an. Das hat auch meine Ausländerbehörde in Bremen auch bestätigt.

Mein Plan war, Anfang Februar 2018 in Deutschland einzureisen (bevor mein Aufenthaltstitel erlischt, wenn ich nicht innerhalb von sechs Monaten wieder eingereist habe, § 51 Abs.1). Ich wollte dann innerhalb von einer Woche ein Aufenthaltserlaubnis auf Jobsuche beantragen und wieder wegen persönliche Gründe aus Deutschland ausreisen. Ich hatte vor, wieder Ende Februar 2018 in Deutschland einzureisen, um mein neues Aufenthaltstitel abzuholen oder jemand dazu bevollmächtigen, mir das neue Aufenthaltstitel abzuholen, so dass ich später in Deutschland einreisen kann.

Nun meinte ein Beamte von der Ausländerbehörde zu mir, dass durch mein kurzen Aufenthalt in Deutschland, den ich Anfang Februar plane, die Frist von sechs Monate nicht unterbrochen bzw. neu anfangen wird und mein Aufenthaltstitel dann erlischt. Er meinte, dass ich mich wieder in Deutschland 6 Monate aufhalten muss (da ich 6 Monate ins Ausland war), damit mein Aufenthaltstitel nicht erlischt.

Meine Fragen sind:
1. Stimmt die Auskunft der Ausländerbehörde? Wird die First von 6 Monate wegen ein kurzen Aufenthalt nach der Einreise in Deutschland nicht neu anfangen bzw. nicht unterbrochen? Muss ich mich nach einem Auslandsaufenthalt von weniger als 6 Monate, mich in Deutschland andere 6 Monate aufhalten, so dass mein Aufenthaltstitel nicht erlischt?

2. Wenn ja, Könnte ich mich auch nicht in andere Schengener-Staaten aufhalten ? (falls ich andere 6 Monate mich in Deutschland aufhalten muss nach ein Auslandsaufenthalt von weniger als 6 Monate). Kann § 51 Abs. 1 Nr. 6 (der Aufenthaltstitel erlischt,wenn der Ausländer aus einem seiner Natur nach nicht vorübergehenden Grunde ausreist) so interpretiert werden?

3. Kann der Beamte selbst eine Mindestfrist bestimmen, die ich in Deutschland nach einem Auslandsaufenthalt verbringen muss, damit mein Aufenthaltstitel nicht erlischt?

3. Wenn nein, welche Teile des AufenthG kann ich bei der Ausländerbehörde vorlegen, um den Gegenteil zu beweisen?

4. Ich kenne persönlich viele Fälle, die nach ein langem Auslandsaufenthalt nur kurz in Deutschland waren, um den Aufenthaltstitel zu erneuren und deren Aufenthaltstitel nicht erlischt hat und wundere mich, warum es bei meinem Fall nicht geht. Kann das deswegen sein, weil ich ein Aufenthaltstitel auf Jobsuche beantragen werde? Ist das bei einem Aufenthaltstitel wegen Studium anders?

Vielen Dank im Voraus für ihre Antwort!



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Stimmt die Auskunft der Ausländerbehörde? Wird die First von 6 Monate wegen ein kurzen Aufenthalt nach der Einreise in Deutschland nicht neu anfangen bzw. nicht unterbrochen? Muss ich mich nach einem Auslandsaufenthalt von weniger als 6 Monate, mich in Deutschland andere 6 Monate aufhalten, so dass mein Aufenthaltstitel nicht erlischt?

Die Auskunft stimmt so nicht. Auch kurzzeitige Aufenthalte sind dazu geignet die Frist von sechs Monaten zu unterbrechen. Sie sollten sich allerdings schon etwa eine bis zwei Wochen im Bundesgebiet aufhalten bevor Sie abreisen.

2. Wenn ja, Könnte ich mich auch nicht in andere Schengener-Staaten aufhalten ? (falls ich andere 6 Monate mich in Deutschland aufhalten muss nach ein Auslandsaufenthalt von weniger als 6 Monate). Kann § 51 Abs. 1 Nr. 6 (der Aufenthaltstitel erlischt,wenn der Ausländer aus einem seiner Natur nach nicht vorübergehenden Grunde ausreist) so interpretiert werden?

Die Frist von 6 Monaten gilt auch für die Aufenthalte in Schengenstaaten. Es ist unerheblich ob Sie sich in einem Nicht-EU- oder EU-Land aufhalten.

3. Kann der Beamte selbst eine Mindestfrist bestimmen, die ich in Deutschland nach einem Auslandsaufenthalt verbringen muss, damit mein Aufenthaltstitel nicht erlischt?

Nein, dass kann er nicht. Das Gesetz spricht auch nicht von einer Mindestaufenthaltsdauer im Bundesgebiet nach der erfolgten Abwesenheit. Es ist allerdings ratsam, offiziell weiterhin den Hauptwohnsitz in Deutschland beizubehalten.

3. Wenn nein, welche Teile des AufenthG kann ich bei der Ausländerbehörde vorlegen, um den Gegenteil zu beweisen?

Der von Ihnen aufgeführte § 51 Nr. 6 und 7 AufenthG enthält wie erwähnt keine genauer Bestimmung über den Aufenthalt im Bundesgebiet. Insofern heißt es nur, Sie dürfen nicht länger als 6 Monate am Stück das Bundesgebiet verlassen und der Grund des Verlassens darf nur ein vorübergehender sein. D.h. Sie müssten weiterhin das Ziel verfolgen im Bundesgebiet ansässig zu werden. Dies wird anhand der tatsächlichen Situation festgemacht, wenn bespielsweise die Ausreise aufgrund familiärer Gegebenheiten erforderlich ist und weiterhin eine Bleibe in Deutschland besteht und wenn Sie sich weiterhin in Deutschland bewerben. Für Aufenthalte für mehr als 6 Monate kann die Ausländerbehörde eine Bescheinigung ausstellen, dass der Auslandsaufenthalt über 6 Monate erforderlich war.

4. Ich kenne persönlich viele Fälle, die nach ein langem Auslandsaufenthalt nur kurz in Deutschland waren, um den Aufenthaltstitel zu erneuren und deren Aufenthaltstitel nicht erlischt hat und wundere mich, warum es bei meinem Fall nicht geht. Kann das deswegen sein, weil ich ein Aufenthaltstitel auf Jobsuche beantragen werde? Ist das bei einem Aufenthaltstitel wegen Studium anders?

Hierbei könnte die Problematik sein, dass Sie ja den Titel überhaupt erst benatragen möchten und gleich wieder ausreisen. Bei bestehenden Titeln wird in der Regel nicht so genau geschaut und wie ich bereits unter Nr. 1 dargelegt habe, muss laut Gesetzt keine Ausgleich nach dem Motto 3 Monate Ausland - 3 Monate Deutschland geschaffen werden.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


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