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Erledigter titulierter Schufa Eintrag

02.04.2017 17:05 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow


Auch ich habe das Problem eines Schufa-Eintrages.

Telekom t-mobile

Datum des Ereignisses 11 .03.2015

1449,00 EUR

Forderung ausgeglichen 06.03.2017

(Überweisung der Forderung 30.12.2016

Nach Trennung vom Partner keine Weiterleitung der Post an mich, und dann stand der Gerichtsvollzieher vor der Tür.
Jetzt wollen wir ein Haus kaufen und stehen vor ernsthaften Schwierigkeiten.

Wer könnte für mich tätig werden und den Eintrag löschen lassen?

Danke für die Hilfe



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider habe ich gar keine guten Nachrichten für sie. Niemand wird ihnen in der Sache zu einer zeitnahen Löschung verhelfen können.

Denn grundsätzlich, muss die Schufa Einträge erst 3 Jahre nach Schluss des Jahres in dem die Eintragung erfolgte, wenn Erledigung eingetreten ist löschen. ( § 35 Abs. 2 Nr. 4 BDSG). Bei titulierten Forderungen ( hiervon gehe ich bei der telekom-Rechnung aus, da ein Gerichtsvollzieher da war) muss die Löschung sogar erst drei Jahre nach deren Rückzahlung vorgenommen werden. Eine verkürzte Löschung kommt in ihrem Fall nur in Betracht, wenn unrichtige Daten gespeichert wurden (§35 Abs. 1 BDSG) , dies sehe ich in ihrem Fall nicht ( es sei denn sie selbst hatten keinen Vertrag mit der Telekom, sondern der Partner)

Einen Anspruch auf Löschung haben sie demnach leider nicht.

Man könnte sicherlich aufgrund der Erledigung unter Verwendung von Treu und Glauben, da ihr Partner die Post nicht zugestellt hat und unter dessen Benennung als Zeugen versuchen, einen Löschungsantrag bei Gericht zu stellen. Jedoch halte ich die Erfolgsaussichten für äußerst gering. Denn die Fälle in denen man diesen Löschungsbeschluss erhält beschränken sich auf Sachverhalte, in denen die eidesstattliche Versicherung abgegeben oder ein Haftbefehl erlassen wurde, also auf die Löschung des vom Amtsgericht geführten Schuldnerverzeichnis.

Man könnte sicher auch probieren, sich mit der Schufa zu einigen, daran hat die Schufa jedoch im Normalfall kein Interesse, da gerade die harte Linie beim Schufaverzeichnis die Schufa so attraktiv für Geschäftspartner macht.

Folglich sehe ich keine Möglichkeit, dass ein Anwalt ihnen helfen kann. Sicherlich lassen sich die beiden oben genannten Wege mit anwaltlicher Hilfe probieren, aber erfolgsgekrönt werden diese nicht sein und obendrein verursachen sie Kosten. Das einzige, was sich aus meiner Sicht für sie lohnt, ist eine neue Auskunft anzufordern und zu prüfen, ob der Erledigungsvermerk bereits eingetragen ist. So sehen ihre Kreditgeber zwar immer noch, dass es Schwierigkeiten gab, aber eben auch , dass diese behoben wurden. Vielleicht können sie selbst beim Kreditgeber auch erst einmal in den Hintergrund treten, so dass der Partner die Finanzierungen mit einer dritten Person, z.B. einen Bürgen bewerkstelligt.

Es tut mir wirklich leid, dass ich keine besseren Nachrichten für sie habe, aus meiner Sicht wäre ein Löschungsantrag durch einen Anwalt derzeit Geldschneiderei.

Sollten sie trotz zu vermutender Erfolglosigkeit zum jetzigen Zeitpunkt dennoch Schritte ergreifen wollen, bin ich gern bereit sie zu unterstützen. Ich rate jedoch zwingend dazu, dies zunächst auf dem Einigungs- und Erklärungsweg zu versuchen, denn ein Antrag auf den Löschungsbeschluss ist am teuersten und unsichersten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 02.04.2017 | 18:36

Vielen Dank für Ihre detaillierten Ausführungen.

Ich habe bereits bei der Telekom, wie auch beim beauftragten Inkasso unternehmen versucht Einigung zu erzielen bzw. ein Einlenken zu erwirken, jedoch ohne Erfolg.

Was denken Sie was an Kosten auf mich zu kommen würde wenn man einen Löschungsantrag stellt???

Und, ist der Sachverhalt richtig und mit dem Bundesdatenschutzgesetz vereinbar das titulierte Forderungen erst nach drei Jahren nach dem Jahr der Erledigung gelöscht werden?
Demnach kann ich ja dann Ende 2020 mit einer Löschung rechnen richtig?
Heißt ja dann das Daten über 5 Jahre gespeichert werden dürfen?

Nochmals vielen Dank!!!!



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.04.2017 | 19:27

Lieber Fragestller, gerne beantworte ich die Nachfrage.

Die KOsten des Antrags auf Löschung richten sich nach der Forderungshöhe. Sie btragen pro Anwalt in 1. Instanz ca. 366,00 € , das Gericht möchte 213,00. Bitte bachten sie, dass sie bei Verlust des Prozesses auch die gegnerischen Anwaltskostentragen. Es kommen also etwa 950,00 € beim Antrag auf sie zu. Das ist viel Geld. Im vorgerichtlichen Bereich, also, wenn es nicht zum Prozess kommt kostet der Anwalt ca. 202,00 €.

Leider gilt für titulierte Forderungen diese lange Frist ( für sie also in der Tat 2020). Dies ergibt sich aus § 28 a i.V.m. § 35 BDSG, auch wenn dieser recht mißglückt formuliert ist.

Aber ich habe noch eine winzige Idee: Eine Löschung können sie nicht erreichen, aber die Schufa ist nach Abs. 6 des § 35 BDSG verpflichtet, eine Gegendarstellung zu den gespeicherten Daten zu nehmen und diese stets bei Verbeauskunftung mit raus zu geben, wenn die gespeicherten Daten aus allgemein zugänglichen Quellen stammen und zu Dokumentationszwecken erfolgt sind. Das Titelverzeichnis ( hieraus bedient sich die Schufa) bei Gericht ist so eine allgemein zugängliche Quelle, kann man zumindest argumentieren.
Dies bedeutet für sie, sie sollten in einer Gegendarstellung nach § 35 Abs. 5 BDSG schreiben, dass der Anspruch ihnen gegenüber erst am .... geltend gemacht wurde, weil ihr Ex-Partner vorher die Post nicht weitergeleitet hat, sie demnach binnen ..... nach Kenntnis gezahlt haben.
Natürlich ist dieser Fall nicht gemeint und ich kann ihnen auch keinen Erfolg versprechen, aber dieses Mittel kostet nichts außer Porto (es sei denn sie möchten damit einen Anwalt beauftragen) und sichert ihre Interessen, wenn es klappt, zumindest ein wenig ab.

mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow

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