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Erhöht ein zweiter Arbeitsunfall die MdE der aktuellen BG-Unfallrente?


18.11.2014 12:18 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Pierre Aust


Zusammenfassung: Stützrente in der gesetzlichen Unfallversicherung


Aufgrund eines Arbeitsunfalls während meiner Ausbildung bekomme ich eine BG-Unfallrente auf Basis einer MdE von 20% und einem fiktiven Einkommen.

Aktuell bin ich in einem Arbeitsverhältnis beschäftigt, hier erhalte ich ein geringeres Einkommen als das zuvor fiktive Einkommen.

Im Rahmen meiner aktuellen Tätigkeit hatte ich nun erneut einen Arbeitsunfall. Hieraus resultierte ein bleibender Schaden. Ich war allerdings zu keiner Zeit krankgeschrieben, da ich mit Krücken zur Arbeit ging und meine Büroarbeit weiter ausführen konnte. Als Handwerker wäre ich jedoch mit Sicherheit einige Zeit krankgeschrieben gewesen. Verletztengeld gab es daher ebenfalls nicht.

Aufgrund des bleibenden Schadens hat der Arzt nun eine Empfehlung für eine MdE in Höhe von 10% vorgeschlagen. Die BG hat dies nicht anerkannt und geht nicht von dem Vorliegen einer MdE aus.

Bevor ich nun Widerspruch einlege und mir gegebenenfalls einen Anwalt nehme, um zu versuchen die MdE von 10% anerkannt zu bekommen, würde ich gerne wissen, ob eine MdE von 10% überhaupt Auswirkungen für mich hätte, da eine Rente ja egtl. nur in Frage kommt wenn eine MdE von minimal 20% vorliegt?

Werden in diesem Fall die 10% und die 20% zusammengerechnet, sodass es doch eine Rentenerhöhung gibt?

Falls ja, auf Basis welchen Einkommens wird die Rente erhöht? Auf Basis meines damaligen fiktiven Jahreseinkommens, auf dessen Grundlage die bisherige Rente berechnet wurde, oder auf Basis meines jetzigen geringeren Einkommens?

Kann überhaupt die Rente erhöht wenn aufgrund des Unfalls zu keinem Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit für meinen jetzigen Beruf vorlag und auch kein Verletztengeld bezahlt wurde?


Vielen Dank für die Auskunft!

Einsatz editiert am 23.11.2014 12:03:46
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Hinsichtlich der ersten Frage ob eine weitere MdE von 10 v.H. Auswirkungen hinsichtlich der Zahlung einer Rente hätte kann ich Ihnen eindeutig mitteilen, dass dieses der Fall ist.
Aufgrund des ersten Arbeitsunfalles muss auch bei einer MdE von 10 v.H. eine sogenannte Stützrente gemäß § 56 Abs. 1 S.2 SGB VII durch die BG gezahlt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass tatsächlich für die durch den nun eingetretenen Arbeitsunfall bestehenden körperlichen oder seelischen Schäden eine MdE von mindestens 10 v.H. besteht.

2. In dem von Ihnen geschilderten Fall würde die MdE nicht zusammengerechnet, sondern Sie würden zwei Renten parallel bekommen. Dieses hängt damit zusammen, dass die Höhe der Renten tatsächlich aufgrund des unterschiedlichen Jahresarbeitseinkommen vor den Unfällen anders zu berechnen wäre.

3. Die Rente aufgrund des neuen Arbeitsunfalles ist tatsächlich gemäß § 82 Abs. 1 SGB VII nach dem sogenannten Jahresarbeitsverdienst zu bemessen. Dieser richtet sich nach dem Jahresarbeitseinkommen des Versicherten in den letzten zwölf Monaten vor dem Eintritt des Versicherungsfalles (Arbeitsunfall). Er ist für jeden Arbeitsunfall separat zu berechnen.

4. Das tatsächlich kein Verletztengeld aufgrund des Arbeitsunfalles gezahlt wurde, ist für die Zahlung einer Unfallrente nicht entscheidend. Der oben aufgeführte § 56 SGB VII als Grundlage für Ihren Anspruch auf Gewährung einer Unfallrente fordert keine vorherige Zahlung von Verletztengeld. Allerdings muss die Erwerbsfähigkeit über die 26. Woche nach dem Arbeitsunfall hinaus bestehen. Eine kürzere Herabsetzung der Erwerbsfähigkeit würde dazu führen, dass kein Anspruch auf Gewährung einer zusätzlichen Unfallrente entstehen würde.

Aus Ihrer Schilderung entnehme ich aber, dass ein „bleibender" Schaden an Ihrem Körper entstanden ist. Somit dürfte es sich auch um eine Herabsetzung der Erwerbsfähigkeit über die 26. Woche hinaus handeln.

Insgesamt ist Ihnen also im Ergebnis dazu zu raten, mittels anwaltlicher Hilfe entsprechend Widerspruch gegen den Bescheid einzulegen. Insbesondere im Hinblick darauf, dass Sie schilderten das bereits ein Gutachten vorliegt, welches eine MdE von 10 v.H. für angemessen erachtet.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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