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Erhebliche Lackschäden bei einen neu gekauften Boot. Wer haftet ?

01.03.2021 10:25 |
Preis: 50,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Im Fall von Mängeln ist der Verkäufer zur Nachbesserung verpflichtet. Er kann sich nicht darauf berufen, dass er mit dem Hersteller nicht mehr zusammenarbeitet und gegebenenfalls die Ware dorthin nicht einschicken kann. Eine Herstellergarantie kann höchstens noch zusätzlich gewährt werden.

Ich habe im Januar 2019 von einem Händler ein neues Aluminiumboot zusammen mit Motor und Trailer gekauft. Das Boot wurde dann aber erst im Juni 2019 ausgeliefert. Das Übernahmeprotokoll stammt also vom Juni 2019.

Im Oktober 2020 habe ich erstmalig Probleme in der Lackierung bemerkt und auch per Fotos belegt, habe aber vergessen mich an den Händler zu wenden.
Jetzt im Februar 2021 musste ich mit dem Boot in einer Werkstatt, um dort den Jährlichen Service für den Motor machen zu lassen. Bei der Abholung wurde ich dann vom Werkstattmeister auf die Probleme beim Lack aufmerksam gemacht. Es hatte sich herausgestellt, dass die Ablösung vom Lack noch etwas fortgeschritten war und nun auch Teile vom Boot betroffen waren, die mir im Oktober 2019 noch nicht aufgefallen waren. Dabei löst sich der Lack kreisförmig um alle Schrauben und Nieten ab. Man sieht deutlich wie der Lack ‚Aufblüht‘ , heißt der Lack wird unterwandert, beult sich deutlich, springt auf und löst sich dann ab. Der Werkstattmeister hatte gesagt, dass die Lackierung schlicht unzureichend ausgeführt sei und eine Grundierung völlig fehlt. Es sei somit seiner Meinung nach eindeutig ein Mangel, welcher schon bei der Auslieferung bestand und sich jetzt erst zeigt.
Ich habe den Händler noch im Februar (somit vor Ablauf der 2 Jahresfrist) per Mail kontaktiert, Bilder beigelegt und nach einer Lösung des Lackproblems gefragt.
Der Händler aber verweigert die Mängelbeseitigung mit dem Hinweis, dass er nun seit einem Jahr schon keine Boote mehr von diesem Hersteller aus Russland, mehr verkauft. Da er nun keine Händler dieser Boote sei, könne er mir hier nicht helfen. Mir wurde vom Händler gesagt, ich solle mich an den Hersteller in Russland oder aber an die Generalvertretung wenden.

Meine Fragen:
Habe ich einen Anspruch auf Mängelbeseitigung?
Welcher Vertragspartner ist hier in der Pflicht die Mängel zu beseitigen?
Haftet der Händler für diese Schäden, auch nachdem er die Zusammenarbeit mit dem Hersteller aufgekündigt hat?
Wie soll ich weiter vorgehen?

Vielen Dank

01.03.2021 | 12:39

Antwort

von


(577)
Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Ich unterstelle zunächst, dass der Händler seinen Sitz in Deutschland hat, sodass deutsches Recht auf den Kauf Anwendung findet. Grundsätzlich ist nach deutschem Kaufrecht der Verkäufer zur Mängelbeseitigung verpflichtet. Wenn er seine diesbezügliche Pflicht nachweisbar, gegebenenfalls mittels eines Briefes o. ä. bereits abgelehnt hat, dann können Sie das Boot anderweitig Neugeschichten lassen und die hierfür angefallenen angemessenen Kosten im Wege des Schadenersatzes verlangen. Hierbei ist auch kein Argument, dass ihr Verkäufer nicht mehr mit dem Hersteller zusammenarbeitet.

An den Hersteller könnten Sie sich zusätzlich nur noch wenden, wenn er Ihnen eine Garantie erteilt hat. Dies ist manchmal bei dem Kauf von neuen Pkw der Fall. Diese Garantieansprüche stehen aber neben den Mängelgewährleistungsansprüchen, für die in der Verkäufer als Vertragspartner gerade steht.

Sollten Sie nur eine telefonische Auskunft erhalten haben, dass der Händler keine Mängelbeseitigung anbietet, sollten Sie ihm noch einmal nachweislich eine Frist setzen, und zwar bitte per Einwurfeinschreiben und nicht per Übergabeeinschreiben.

Danach lassen Sie das Boot neu beschichten und veranlassen sonst, was erforderlich ist, um die Lackierung wieder funktionsfähig zu machen. Vorher sollten Sie noch den Mangel gut dokumentieren für einen möglichen Prozess, etwa durch Begutachtung eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, der im Fall eines Rechtsstreites sodann bestätigen kann, dass die Beschichtung fehlerhaft aufgebracht war.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Fachanwältin für Arbeitsrecht

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