Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erfolgsaussichten auf Zusammenveranlagung

23.09.2008 12:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban


Ich bin seit dem 05.09.2008 geschieden.

Mein Ex-Mann ist im Juli 2007 aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen.

Im Scheidungsantrag steht allerdings : „ Die Ehe der Parteien ist gescheitert. Seit Sommer 2006 haben die Parteien in der ehemaligen ehelichen Wohnung voneinander getrennt gelebt. Die Trennung vollzog sich allerdings innerhalb der ehelichen Wohnung, im Juni 2007 ist der Antragsgegner sodann endgültig ausgezogen. Keine der Parteien ist gewillt, die eheliche Lebensgemeinschaft mit dem jeweilig anderen noch einmal aufzunehmen.“

Nun besteht mein Ex-Mann auf eine getrennte Steuerveranlagung für das Jahr 2007.

Dies bedeutet für ihn eine Erstattung von ca. 2000 Euro, da er in den Monaten Juni –Dezember mit der Lohnsteuerklasse 5 berechnet wurde. In den Monaten Januar bis Mai stand er in keinem Arbeitsverhältnis und hat auch kein Einkommen bezogen, bzw. kein Anspruch auf sonstige Leistungen gehabt, da ich in Vollzeit berufstätig war.

Für mich bedeutet die getrennte Veranlagung eine Nachzahlung in Höhe von 1.600 Euro.

Mein Gehalt wurde im gesamten Jahr 2007 mit Steuerklasse 3 berechnet.

Besteht für mich die Möglichkeit auf eine Zusammenveranlagung ohne seine Zustimmung, bzw. kann ich etwas gegen eine getrennte Veranlagung vornehmen?

Wie sind die Aussichten auf Erfolg?

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich es mir nicht leisten kann 1.600 Euro zu zahlen und zusätzlich für Gerichts- und Anwaltskosten aufkommen kann. Wie gesagt ich bin in Vollzeit berufstätig und bekomme keine Prozesskostenhilfe und habe für zwei Kinder im Alter von 5 Jahren und 7 Jahren zu sorgen.

Für mich ist dieses erstmal der günstigere Weg, weil Anwalts- und Gerichtskosten habe ich bereits wegen Unterhaltsklage für die Kinder und diverse andere Sachen zu tragen.

Geben Sie mir eine Empfehlung, ob ich diesen Fall weiter verfolgen soll oder nicht.
Vielen Dank.

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich beantworte gerne Ihre Frage im Rahmen einer Erstberatung.

Voraussetzung einer Zusammenveranlagung ist, dass die Eheleute nicht dauernd getrennt lebten.

Die für die Ehescheidung erklärte Trennung ist wichtig für die Berechnung der Frist, ab wann die Scheidung (Trennungsjahr!) durchgeführt werden kann.

Für die steuerrechtliche Beurteilung ist es jedoch möglich, dass hier das Zusammenleben im Jahr 2007 unter einem Dach - immerhin mit zwei (ich nehme an gemeinsamen) Kindern - zur Zusammenveranlagung reicht. Die höchstrichterliche Rechtsprechung hat als Mindestansatz das (Fort-)Bestehen einer Wirtschaftsgmeinschaft - als Rest einer möglichen weitergehenden Lebensgemeinschaft, die weiterhin angestrebt werden muss, vorausgesetzt. Wenn das Nebeneinanderleben mit gemeinsamer Wirtschaftsführung (Teilung Kosten für das Haus und Haushalt) für einen längeren Zeitraum angedacht war, kann man das Zusammenleben sicher noch darstellen. Hier müsste man übereinstimmende Erklärungen dazu beim Finanzamt abgeben.

Ein Zusammenleben von wenigen Tagen wird von der Finanzverwaltung akzeptiert( z. B. gescheiterter Versöhnungsversuch). Das Finanzamt hat kein Einsichtsrecht in die familiengerichtliche Akte. Aber auch bei Kenntnis des FA der Trennungsvoraussetzungen, die im Scheidungsverfahren vorgetragen wurden, ist das lediglich ein Indiz, das gegen die Trennung im steuerrechtlichen Sinne spricht. Entscheidend sind die tatsächlichene Verhältnisse bei Ihnen.

Hier lohnt es sich, die Einkommensteuer bei einer Zusammenveranlagung zu berechnen und bei beiden Einzelveranlagungen. Wenn der Vorteil bei der Zusammenveranlagung den Vorteil Ihres früheren Ehemannes erheblich übersteigt, so können Sie ihm anbieten, den Nachteil zu erstatten, wenn er der Zusammenveranlagung zustimmt.

Nur mit genauen Berechnungen ist hier eine Beratung möglich, ich kann hier gerne für Sie tätig werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen.

Mit freundlichen Grüßem

M. Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Nachfrage vom Fragesteller 23.09.2008 | 13:19

Die Beträge bei Einzelveranlagung hatte ich Ihnen bereits mitgeteilt und der Erstattungsbetrag bei einer Zusammenveranlagung beträgt 1.000 Euro.
Was meinen Sie mit "übereinstimmender Erklärung beim Finanzamt"?
Ich habe bei der Stadt am 09.10.2007 eine "Erklärung über steuerliches Getrenntleben" rückwirkend zum 01.08.2007 unterzeichnet.
Empfiehlt sich nun die Anstrebung einer Zusammenveranlagung oder werde ich keinen Erfolg haben?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.09.2008 | 13:39

Sehr geehrte Fragestellerin,

wenn Sie die Erklärung über das "steuerliche Getrenntleben" erst zum 1.8.2007 unterzeichnet haben (also nicht Sommer 2006), ist auf alle Fälle noch eine Zusammenveranlagung 2007 möglich, da Sie ja dann erst ab Mitte des Jahres als getrennt lebend gelten. Dies ist eine wesentliche Information, die in der Frage fehlt.

Wenn Sie diese Erklärung vorlegen, haben Sie meiner Ansicht nach keinen weiteren Erklärungsbedarf. Sie können die Zusammenveranlagung von Ihrem Ehemann fordern. Der Antrag auf Zusammenveranlagung kann auch noch nachträglich gestellt werden.

Die Berechnung nach Ihren Angaben sollte dann so sein:

Zusammenveranlagung: EhefraU. Erstattung + Euro 1.000
Zahlung Nachteil Ehemann: - Euro 2.000

Nachteil: - Euro 1.000

Eínelveranlagung Ehefrau (getrennte V.) - Euro 1.600

Nachteil: - Euro 1.600


Somit ist die Zusammenveranlagung nach den von Ihnen mitgeteilten Informationen immer noch günstiger (Euro 600). Falls Sie im Jahr 2007 Scheidungskosten hatten, verringert sich bei der Zusammenveranlagung der Eigenanteil und die Erstattung ist dann noch höher. Prüfen Sie bitte, ob die Scheidungskosten beider Ehegatten 2007 in der Berechnung für die Zusammenveranlagung berücksichtigt sind.

Mit freundlichen Grüßen

M. Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70922 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke sehr ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Die Beratung auf meine Frage erfolgte rasch und verständlich. Auch die Nachfrage wurde umgehend und dann relativ ausführlich und konkret beantwortet. Ich bin recht zufrieden, vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Habe auch am späten Abend unerwartet die Frage innerhalb 1,5 h beantwortet bekommen, sehr verständlich. Meine Frage von 3/4 Seite wurde in 5-6 Zeilen konkret beantwortet, keine Ausflüchte. So möchte man es immer haben, auch wenn ... ...
FRAGESTELLER