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Erfolglose Nachbesserung nach 2 Versuchen


15.03.2006 19:55 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

in meiner Rechtsanfrage geht es um eine erfolglose Nachbesserung nach 2 Versuchen eines neu gekauften Wohnwagens.

Da der Mangel noch während der Herstellergarantie aufgetreten ist, aber die darauf folgenden Probleme außerhalb der Herstellergarantie lagen, möchte ich Ihnen die Details in einem chronologischen Ablauf beschreiben:

26.06.2003
Neukauf des Wohnwagens und Beginn der Herstellergarantie

Frühjahr 2005
Verfärbungen im Deckenbereich der Dachhaube

20.06.2005
Der Verkäufer untersucht den Schaden und führt die Verfärbungen auf harmlose Klebesubstanzen zurück und rät von einer Nachbesserung ab. Da ich anderer Meinung bin, nehme ich Kontakt mit dem Hersteller auf (per Email).

28.06.2005 (Email vom Hersteller):
Der Hersteller hat den Schaden mit dem Verkäufer diskutiert. Der Verkäufer bestätigte dem Hersteller, dass die Verfärbungen nicht auf Undichtigkeiten zurückzuführen sind. Mir wurde trotzdem eine kostenlose Schadensbehebung zugesagt. Die Arbeiten sollten aus Kapazitätsgründen im Herbst durchgeführt werden.

07.08.2005
Ich stelle einen Wassereinbruch im Bereich der Dachhaube fest (die Schadensanalyse des Verkäufers war also falsch).
Der Verkäufer bittet uns nun den Wohnwagen umgehend vorbeizubringen um größeren Schaden abzuwenden.

10.11.2005:
Nachdem der Wohnwagen über zwei Monate in der Werkstatt war, wurde die Reparatur endlich abgeschlossen. Die Deckenplatte im Bereich der Dachhaube wurde ausgetauscht.

Dezember 2005:
Die ausgetauschte Deckenplatte löst sich...

03.02.2006
Die Deckenplatte wurde nochmals erneuert.

März 2006
Die Deckenplatte hängt an einigen Stellen durch, löst sich also wieder (2. Reparaturversuch gescheitert).

Der Austausch der Deckenplatte ist sehr arbeitsintensiv, die Nasszelle und weitere Einrichtungen müssen demontiert werden. Die Platte selber wird mit Kleber und Stützen angebracht und nicht wie im Herstellprozess des Wohnwagens mittels einer Presse warm verleimt.
Ich habe den Eindruck, dass bei jedem Versuch die entsprechenden Einbauten in Mitleidenschaft gezogen werden und das die Anbringung der Deckenplatte nicht die serienmäßige Qualität erreicht. Aus diesen Gründen möchte ich der Werkstatt keinen weiteren Versuch zugestehen...

Zu den Garantiebedingungen ist zu Ergänzen, dass zusätzlich zu der Herstellergarantie noch eine weitere Garantie mit dem Verkäufer besteht, die genau den beschriebenen Schaden absichert. Es handelt sich um eine jährlich durchgeführte Dichtigkeitsprüfung, die derartige Schäden absichert.

Nun zu meiner Frage, kann ich vom Kaufvertrag zurücktreten und wenn ja, wie berechnet sich der Rückkaufwert.
Der Wagen wurde kaum benutzt und ist sehr gepflegt, welche Möglichkeiten hätte ich sonst um entsprechend entschädigt zu werden?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen
15.03.2006 | 21:19

Antwort

von


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Sehr geehrter Rechtssuchender,

zunächst ist festzustellen, dass es Ansprüche aus gesetzlicher Gewährleistung und daneben noch die Garantiehaftung vereinbart werden können.

Die gesetzliche Gewährleistungsfrist beträgt gem. § 438 Abs.1 Nr.3 BGB in zwei Jahren seit Übergabe.
Das heisst für sie, dass wenn Ihnen der Wagen am 26.06.2003 der Wagen übergeben wurde, die Gewährleistungsansprüche normalerweise mit Ablauf des 26.06.2005 verjährt sind.Die Verjährung beginnt allerdings von neuem zu laufen, wenn eine Nachbesserung (Reparatur fehlschläg). Allerdings hätte die Nachbesserung vor Ablauf der Verjährung also vor Ablauf des 26.06.2005 eingeleitet werden müssen. Da die Nachbesserung aber erst danach eingeleitet wurde und fehlgeschlagen ist, ist die Gewährleistungsverjährung bereits eingetreten.

Wie gesagt haben Sie aber neben den gesetzlichen Gewährleistungsansprüchen anscheinend vertraglich aber auch noch vertragliche Garantieansprüche abgeschlossen. Die Rechte hieraus richten sich aber alleine nach den vertraglichen Vereinbarungen.
Sie sollten dies durch einen Anwalt vor Ort prüfen lassen, der die Vertragsklauseln, die ich nicht vorliegen habe, im einzelnen prüfen kann.
Der Anwalt muss prüfen, ob sich aus der Garantievereinbarung ein Rücktrittsrecht ergibt, inwieweit Gebrauchsvorteile angerechnet werden müssen usw.

Abschliessend ist noch zur Verjährung der gesetzlichen Gewährleistungsnprüche zu sagen, dass diese im Ausnahmefall auch in drei Jahren verjähren können, wenn der Verkäufer den Fehler, die mangelhafte Dachhaube,bei Übergabe arglistig verschwiegen hat.
Die Verjährung würde dann erst im Frühjahr 2005 beginnen (als sie das erste mal Verfärbugen sahen ) und daher erst im Frühjahr 2008 eintreten.
Es müsste dann allerdings durch einen Gutachter bewiesen werden, dass der Verkäufer von dem Mangel gewusst haben musste und das der Mangel schon bei Übergabe bestand.
In diesem Fall könnten Sie nach den fehlgeschlagenen Reparaturen zurücktreten und den Kaufpreis zurückverlangen. Sie müssen sich allerdings zwischenzeitliche Gebrauchsvorteile anrechnen lassen. Keinesfalls muss haben Sie aber nur Anspruch auf den Restwert des Wagens.
Die Arglist des Verkäufers müssten Sie wie gesagt allerdings beweisen. War der Fehler allerdings so versteckt, dass Ihn auch der Verkäufer nicht kennen konnte, dann wird man bei Ihm nicht Arglist annehmen können. Hier kommt es darauf an, was die Gutachter sagen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort helfen

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 16.03.2006 | 21:20

Sehr geehrter Herr Glatzel,

Vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Anfrage.

Da ich gerne vom Kaufvertrag zurückzutreten würde noch eine Frage -
Die Verfärbungen an der Dachhaube sind noch während der Herstellergarantie reklamiert worden und waren wie sich einen Monat später gezeigt hat nicht auf Klebereste zurückzuführen sondern auf Undichtigkeiten. Läßt das nicht den Schluß zu, dass wenn die Werkstatt ordentlich gearbeitet hätte, die erste Reparatur nicht außerhalb sondern noch innerhalb der Herstellergarantie gelegen hätte und ich dann auch die Möglichkeit hätte vom Kaufvertrag zurückzutreten.

Kann man nicht voraussetzen, dass die Werkstatt bei der Überprüfung schlampig gearbeitet hat und ich von daher einen Anspruch habe vom Kaufvertrag zurückzutreten.

Ein Gutachten des damaligen Zustandes zu erstellen ist nicht einfach, weil die entsprechenden Bereiche durch die Reparaturen erneuert wurden. Ich habe nur noch ein paar Fotos...

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.03.2006 | 17:42

Sehr geehrter Rechtssuchender,

ob Ansprüche aus einer Herstellergarantie vorliegen sollten Sie durch einen Anwalt vor Ort unter Vorlage der Vertragsunterlagen prüfen lassen.
So kann nämlich die Verjährungsfrist hinsichtlich der Herstellergarantie eine ganz andere sein als die gesetzliche Gewährleistungsfrist.

Die gesetzliche Gewährleistungsfrist beläuft sich wie oben erläutert beim Kauf beweglicher Sachen bei zwei Jahren.

In einem Punkt hinsichtlich der Gewährleistungsfrist muss ich mich allerdings korrigieren. Wenn man nämlich berücksichtigt, dass Sie die Verfärbungen, die in Wirklichkeit erste auftretende Schäden waren, erst im Frühjahr 2005 zu gesicht bekommen haben, würde die Frist erst ab diesem Zeipunkt zu laufen beginnen und erst im Frühjahr 2007 ablaufen.
Allerdings sollten Sie zum Beweis bdieser Tatsache noch damalige Reparaturbelege haben. Auch müsste ein Gutachter heutzutage feststellen, dass der ganze Wagen von Anfang an, also schon bei Verkauf, schadhaft war und das die jetzigen Mängel auf die ursprüngliche Mangelhaftigkeit des Wagens zurückgehen. Das kann durchaus gelingen. Sollte dieser Beweis gelingen, wären Sie nach den fehlgeschlagenen Reparaturen dann natürlich zum Rücktritt berechtigt.

Ein anderes Thema ist die Herstellergarantie.
Diese kann wie gesagt NEBEN den oben genannten gesetzlichen Gewährleistungsansprüchen bestehen.
Die Ansprüche hieraus müssen Sie allerdings durch einen Anwalt vor Ort prüfen lassen, dem alle Vertragsunterlagen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen zur Durchsicht vorliegen.

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt

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