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Erfolge nach Tod eines Erben


22.08.2006 15:02 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Meine Eltern hatten in den 30-er Jahren gemeinsam ein Grundstück erworben, das auf beider Namen im Grundbuch eingetragen wurde.
Meine Mutter ist vor 27 Jahren verstorben (kein Testament). Mein Vater hat später nochmals geheiratet und ist 2005 verstorben. In einem gültigen Testament hat er seine letzte Ehefrau als Alleinerben eingesetzt. Ein Pflichtteil wurde von mir nicht eingefordert.
Nach dem Tod meines Vaters kam mir ein Erbschein aus dem Jahre 1980 zur Kenntnis, der mich und meinen Vater zu je 1/2 als Erben meiner Mutter einsetzte. Weiterhin stellte ich nach seinem Tod fest, dass der Grundbucheintrag nicht geändert worden war und noch im Jahre 2006 weiterhin auf die Namen meiner leiblichen Eltern lautete.
Die Alleinerbin hat nunmehr an Hand der Erbscheine eine Grundbucheintragung erwirkt, wonach ich 1/4 des Grundstücks (mein Erbe vom ursprünglichen 1/2 meiner Mutter), sie selbst 3/4 (1/2 meines Vaters + sein Anteil am Erbe meiner Mutter)des Grundstücks besitzt.

Frage: mein Vater hatte nach dem Tod meiner Mutter keine Grundbuchänderung erwirkt, ich selbst hatte keine Kenntnis vom Erbschein meiner Mutter. Nach meiner Auffasung hat mein Vater das Erbe meiner Mutter am Grundstück damit nie angetreten und mir steht als einzigem Nachkommen meiner Mutter deren volles Erbe, d.h. 1/2 des Grundstücks zu. Ist diese Auffassung richtig, kann ich eine entsprechende Grundbuchberichtigung einfordern?
22.08.2006 | 16:21

Antwort

von


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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

herzlichen Dank für Ihre Online-Anfrage. Ich hoffe, zu einer schnellen Klärung Ihres Falles beitragen zu können. Vorab muss ich darauf hinweisen, dass die nachfolgende Lösung beschränkt ist durch die von Ihnen gegebenen Informationen und daher nur so richtig und vollständig sein kann wie der von Ihnen geschilderte Sachverhalt es ist. Die so gegebene summarische, d.h. überblickartige Beratung, will und kann nicht beanspruchen, das umfassende Beratungsgespräch durch den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu ersetzen. Bitte beachten Sie dies! Nun aber zur Lösung:

Ich gehe hier davon aus, dass wegen §§ 1931, 1371 BGB der gesetzliche Erbteil des Vaters bei ½ bzgl. des Miteigentumsanteils der Mutter war. Eine weitere Hälfte hätte demnach Ihnen (Sie sind gesetzlicher Erbe 1. Ordnung der Mutter) als Erbteil zugestanden. Dies deckt sich auch mit dem 1. Erbschein. Das Vermögen des Vaters (3/4 Miteigentumsanteil=sein Anteil zzgl. des hälftigen Anteils der Mutter) wurde vollständig an die neue Frau vererbt. Die von der „neuen“ Gattin beantragten ¾ wären beim 2. Erbschein dementsprechend zutreffend.

Beachten Sie aber zusätzlich: Als Pflichtteil beim 2. Erbfall stünden Ihnen ¼ (die Hälfte des gesetzlichen Erbes, dies ist die Hälfte des väterlichen Nachlasses, da die neue Frau wiederum die Hälfte erbt, dies halbiert ergibt den Pflichtteil von ¼ ) des Wertes des väterlichen Grundstückanteils zu. Sie können diesen Pflichtteil einfordern. Mit dem Erbe und dem Erbschein hat dies aber nichts zu tun, da es sich dabei um einen reinen Wertersatzanspruch handelt.

Ihre These mit der Annahme: Eine ausdrückliche Annahme war nicht erforderlich, da bereits mit Verstreichen der Ausschlagungsfrist eine Annahme vorliegt, § 1943 BGB. Ohnehin hätten Sie ja auch keine Grundbuchänderung bewirkt und daher auch nicht „angenommen“ nach Ihrer Lesart. Demnach bleibt es bei den oben skizzierten erbrechtlichen Folgen. Die genaue Wertbestimmung wäre aber noch zu prüfen, weil die Erbengemeinschaft mit Ihrem Vater noch nicht auseinandergesetzt wurde, was ggf. den Nachlasswert betreffen könnte. Aber weitere Ausführungen hierzu würden den Umfang der Frage wohl sprengen.

Ich hoffe, dass Ihre Fragen hinreichend beantwortet worden sind. Für Rückfragen stehe ich im Rahmen der kostenlosen Nachfragemöglichkeit gerne zur Verfügung. Ist eine weitere Vertretung gewünscht, die ich Ihnen wegen der Komplexität erbrechtlicher Auseinandersetzungen nur nahe legen kann, kontaktieren Sie mich einfach über die untenstehende E-Mail!


Mit freundlichen Grüßen
RA Hellmann


Burgwedel 2006
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Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

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