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Erbverzicht nach Eintritt des Erbfalls

08.07.2018 10:46 |
Preis: 55,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine zwei Geschwister und ich, sowie meine Eltern sind im Testament von Frau F. als Alleinerben eingetragen. Der Erbfall ist am 6.6. eingetreten. Die prozentuale Aufteilung lautet, dass meine Geschwister und ich jeweils 15% des Gesamtvermögens erben.

Meine Eltern wurden zu Lebzeiten von Frau F. adoptiert. Meine Geschwister und ich sind nicht verwandt mit Frau F.

Meine Frage ist, ob ich zugunsten meiner Eltern auf meinen Anteil verzichten kann. Würde in diesem Fall dann wieder Schenkungssteuer anfallen? Wenn ich ohne Angabe zugunsten einer anderen Person verzichte, würden dann meine Eltern automatisch meinen Anteil erhalten, oder fällt dieses Erbe dann an meine Kinder, weil meine Kinder die nächsten in der Erbfolge sind?

Besten Dank für eine kompetente Auskunft.

Gruß

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Abschließend wird man diese Frage nur nach einer anwaltlichen Einsichtnahme in das Testament klären können.

Generell gilt aber, sollten Sie Ihr Erbe ausschlagen - hierzu haben Sie 6 Wochen Zeit - da Sie kein gesetzlicher Erbe sind, dass Ihre Kinder nicht Erben werden würden. Hier besteht kein Verwandtschaftsverhältnis, so dass hier mit Ihrer Ausschlagung die Angelegenheit ein Ende finden würde.

Enthält das Testament keine Regelung, was im Falle einer Ausschlagung passieren, soll, so wachsen aus § 2094 Abs. 1 BGB die Erbteile den anderen Erben an. Die Eltern erben dann mehr.

Sollten Sie ausschlagen, so fällt hier auch keine Schenkungssteuer an, da Ihnen der Gesetzgeber die Möglichkeit hat das Erbe auszuschlagen, eine Forderung aus Schenkungssteuer würde dieses Recht unnötig einschränken.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 08.07.2018 | 13:51

Sehr geehrter Herr Park,

vielen Dank für Ihre schnelle Rückantwort.

Bezieht sich die besagte Frist von 6 Wochen auf den Eintritt des Erbfalls oder auf den Zeitpunkt der Testamentseröffnung?
Theoretisch könnte es sein, dass ich über meinen 15% igen Anteil vorab gar nicht informiert bin.

Nochmals vielen Dank und einen schönen Sonntag,

Mit freundlichen Grüßen


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.07.2018 | 14:06

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Da ein Testament vorlag, bezieht sich die Frist auf den Tag der Eröffnung des Testaments. Ab diesem Tag haben Sie 6 Wochen Zeit, § 1944 Abs. 2 BGB.

Mit freundlichen Grüßen


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