Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbvertrag!??

| 21.10.2008 09:57 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
wir, mein Lebenspartner und ich, haben im November 2006 mit dem Ausbau des Dachbodens sowie der Renovierung des 1. Geschosses des Hauses meines Vaters begonnen. Das Erdgeschoss wird von meinem Vater bewohnt. Das Haus ist nach wie vor Eigentum meines Vaters. Vor den Ausbau- und Renovierungs-massnahmen wurde ein Wertgutachten erstellt. Die Kosten (ca. 50 Tsd €) fuer die Baumassnahmen werden in vollem Umfang von meinem Lebenspartner und mir getragen. Nun haben mein Partner und ich uns die Frage gestellt, ob die Kosten spaeter im Erbfall bei der Berechnung des Erbanteils anerkannt werden. Nach Ableben meines Vaters muesste ich meinen Bruder ausbezahlen. Ist es ausreichend, nach Abschluss der Baumassnahmen ein neues Wertgutachten erstellen zu lassen? Oder, ist dies jederzeit von meinem Bruder anfechtbar! Wird eventuell, bei der Berechnung des Pflichtteils vom ersten Wertgutachten (Zustand vor Ausbau- und Renovierungsarbeit) ausgegangen? Muesste eventuell zum jetzigen Zeitpunkt, sprich zur Lebenszeit meines Vaters, eine vertragliche erb-rechtliche Regelung getroffen werden. Eventuell durch Teilueberschreibung des Gebaeudes? Dies habe ich meinem Vater bereits vorgeschlagen. Jedoch wurde dies von ihm abgelehnt mit dem Argument dass das Gebaeude, durch Folge eines Erbanspruches eines Geschwisterteils meines Vaters nach Ableben meiner Grossmutter, noch belastet ist und ich nach Ueberschreibung fuer die Belastung aufkommen muss. Ich hoffe, Sie koennen mir in dieser Angelegenheit einen, fuer beide Parteien, annehmbaren Loesungsvorschlag empfehlen. Vielen Dank im Voraus. Freundliche Gruesse

Sehr geehrte Fragestellerin,

Aufgrund Ihrer Informationen beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zunächst möchte ich Sie aber darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ohne letztwillige Verfügung – egal ob Testament oder Erbvertrag – findet keine Anrechnung der Renovierungsleistung statt. Damit erben gem. §§ 1922 ff. BGB Sie und Ihr Bruder das Vermögen zu gleichen Teilen. Somit ist für die Durchsetzung Ihrer Interessen zwingend erforderlich, dass eine letztwillige Verfügung durch Ihren Vater erfolgt. Ein Erbvertrag ist hierbei nicht zwingend erforderlich. Auch in einem Testament kann eine interessengerechte Lösung gefunden werden. Vorteil des Testaments ist, dass hierbei Notarkosten gespart werden können. Nachteil für Sie ist jedoch, dass ein Testament jederzeit geändert werden kann. Dies ist beim Erbvertrag nicht der Fall.
Eine Regelung könnte sein, dass Ihnen und Ihrem Bruder das Vermögen Ihres Vaters zu gleichen Teilen vererbt wird, sie aber ein Vorausvermächtnis von 50000 € erhalten. Allerdings ist das nur eine von vielen denkbaren Lösungen. Eine abschließende Beurteilung ist im Rahmen dieser Plattform aufgrund der Komplexität der Materie nicht möglich. Denn je nach Umfang des Nachlasses können Probleme wie Pflichtteilsansprüche auftauchen.
Das gleiche gilt für eine Übertragung des Hauses – oder eines Teils – zu Lebzeiten. Hier ist auch zu beachten, wie die Belastung des Hauses gestaltet ist.
Bei der Berechnung von Erb- und damit auch Pflichtteilen kommt es nicht auf ein Wertgutachten an. Das Vermögen des Erblassers wird im Zeitpunkt des Todes bewertet. Bei Immobilien erfolgt die Bewertung nach dem Verkehrswert. Anzumerken ist noch, dass sich an der Berechnung des Pflichtteils durch eine Schenkung des Hauses, oder eines Teils, nichts ändert, wenn von der Schenkung bis zum Todeszeitpunkt des Erblassers weniger als zehn Jahre vergangen sind.

Aufgrund der schon erwähnten Komplexität der Materie empfehle ich Ihnen dringend, einen Anwalt persönlich aufzusuchen und mit dessen Hilfe eine interessengerechte Lösung zu erarbeiten.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 21.10.2008 | 11:21

Sehr geehrte Frau Götten,
vielen Dank für Ihre schnelle Rückantwort. Eine Frage hätte ich noch!
Welche Bedeutung hat das erwähnte ,,Vorausvermächtnis" sowohl für meinen Vater als auch für mich? Heißt dies, dass im Erbfall bei einem tatsächlichen Wert des Hauses (nach Ausbau) von z.B. 250 Tsd € nur von 200 Tsd € ausgegangen wird und meinem Bruder und mir hieraus je 100 Tsd € zustünden? Vielen Dank im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.10.2008 | 12:09

Sehr geehrte Fragestellerin,

ein Vorausvermächtnis ist ein Vermächtnis, dass einem Erben bezahlt wird, ohne dass es auf das Erbteil angerechnet wird. Damit trifft ihre Aussage, was den reinen Wert betrifft zu. Jedoch ist die Rechtslage differenzierter. Sie haben beide einen (gleich hohen) Eigentumsanteil am Haus, gleichzeitig ist der Nachlass aber mit dem Vermächtnis belastet. Dies bedeutet, dass Sie einen Geldanspruch gegen die Erbengemeinschaft haben.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

Bewertung des Fragestellers 21.10.2008 | 12:22

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ich bin sehr erfreut über die prompte Beantwortung meiner Frage.
Vielen Dank!"
FRAGESTELLER 21.10.2008 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70400 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführliche und verständliche Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich empfehle Herr Rechtsanwalt Burgmer uneingeschränkt weiter! Klare, unmissverständliche Aussagen.....sehr gut! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle kompetente Antwort innerhalb kürzester Zeit. Kann man definitiv weiterempfehlen. ...
FRAGESTELLER