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Erbteilübertragung an Bruder - Steuern fällig?

| 05.06.2009 23:56 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Mein Vater verstarb im August 2007, hinterließ einen Bauernhof, der als solches jedoch nicht mehr bewirtschaftet wird, jedoch nicht privatisiert war, zudem Ackerland, welches verpachtet wird. Mein Vater hinterließ als Erben seine Ehefrau und drei Kinder. Es gab kein Testament.
Es entstand eine Erbengemeinschaft, mit separatem Konto, wovon alle Steuern, Kosten abgingen, die mir jedoch fremd sind, da ich keinen Einblick hatte, da die Witwe als Vorstand der Erbengemeinschaft benannt wurde.
Sowie auch alle mir fremden Einnahmen wie Pacht eingingen. Auf Grund des nicht guten Verhältnisses der Erbengemeinschaft übertrug ich meinen Erbteil per Notarvertrag an meinen leiblichen Bruder, der die dafür anfallenden Steuern übernahm.
(Erwerbssteuern nehme ich an)
Mit diesem Notarvertrag entfallen für mich alle Ansprüche.
Den Erlös der Erbübertragung investierte ich direkt mit in eine Finanzierung
einer Immobilie, die ich mit meinem Mann daraufhin erwarb.
Ich bin Angestellte in Teilzeit und mein Verdienst ist gering.
Seit November 2007 befinde ich mich in Steuerklasse 4, zuvor in Steuerklasse2.
Nun werde ich vom Finanzamt aufgefordert binnen 4 Wochen eine Steuererklärung für 2007 und 2008 abzugeben, da ich angeblich Einnahmen durch Land- und Forstswitschaft hätte, was aber zum Einen nicht stimmt und zum Anderen bis zum Notarvertrag über die Erbengemeinschaft quasi separat abgewickelt wurde, da die Erbengemeinschaft eine gesonderte Steuererklärung abzuwickeln hat, so wie ich weiß.
Nun meine Frage:
Wie hab ich zu reagieren?
Muss ich die Steuererklärung zwingend machen?
Muss ich den Notarvertrag dem Finanzamt vorlegen und für den Erlös, den ich für die Erbteilübertragung an meinen Bruder erhalten habe, Steuern zahlen? (Freibetrag lt. Erbrecht bei leiblichen Kindern wurde nicht überschritten)
Wenn ja, zu welchem Steuersatz?
Welche Auswirkungen hat dies auf meine Steuererklärung?

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Frage auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes:

Ich weise darauf hin, dass hier eine erste Orientierung über die bestehende Rechtslage erfolgen kann und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt oder Steuerberater Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

1. Sofern das Finanzamt von Ihnen die Abgabe der Steuererklärung fordert, sind Sie auch verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Wenn Sie allerdings noch keine Information haben, wie es sich mit einer Zurechnung von Einkünften aus Landwirtschaft verhält, können Sie Fristverlängerung beantragen.

2. Mit Entstehen der Erbengemeinschaft tritt diese unmittelbar die Rechtsnachfolge an, die steuerliche Beurteilung knüpft dann auch hieran.

Erbschaftsteuer fällt hier wohl keine an, es kommt hier aber Einkommensteuernachzahlung in Betracht

Mit dem Tod des Vaters wurde die Erbengemeinschaft sofort Inhaber des landwirtschaftlichen Betriebes. Die Einkünfte werden hierbei für das Finanzamt zunächst auf der Ebene der Erbengemeinschaft in einer sogenannten „Einheitlichen und gesonderten Feststellung“ ermittelt und dabei entsprechend der Erbquote den einzelnen Beteiligten zugerechnet. Je nach Güterstand der Eltern können sich für die Kinder unterschiedliche Quoten ergeben, dies können Sie gegebenenfalls im Rahmen der Nachfrage ergänzend beantworten lassen.
Aus dem Erbschein können Sie Ihre Erbquote entnehmen.
Diese Steuererklärung für die Erbengemeinschaft ist bei dem Finanzamt abzugeben, das für den landwirtschaftlichen Betrieb zuständig ist. Offensichtlich ist diese Erklärung für 2007 dort bereits eingegangen. Für die Landwirtschaft gilt üblicherweise ein abweichendes Wirtschaftsjahr vom 1.7 bis 30.6. des Folgejahres, 2007 enthält somit eine Gewinnermittlung vom 1.7.2007 bis 30.6.2008. Für 2008 kann diese Steuererklärung noch nicht erstellt sein.

Bei dem Betriebstättenfinanzamt erhalten Sie dann als Beteiligte Auskunft, das ist nur dann nicht der Fall, wenn ein Testamentsvollstrecker eingesetzt ist, der die Steuererklärung ohne Mitwirkung der Erben erledigen muss. Nach Ihren Angaben ist dies aber nicht der Fall. Das Finanzamt verlangt üblicherweise nicht von jedem Beteiligten die Unterschrift auf der Feststellungserklärung, so dass es sein kann, dass dies „hinter Ihrem Rücken“ schon längst erledigt ist. Das Finanzamt interessiert sich grundsätzlich nicht, ob alle Beteiligten die Erklärung und den Bescheid kennen. Wenn etwa Ihre Mutter oder der Steuerberater als Empfangsbevollmächtigte eingetragen sind, wird der Bescheid an diese versendet.

Die Einspruchsfrist für Sie beginnt jedoch dann, wenn Sie Kenntnis von dem Bescheid haben.

Ist die Übertragung Ihres Erbanteils zivilrechtlich auf den Todestag des Vater zurück bezogen, so wird dies auch steuerlich entsprechend umgesetzt, so dass Sie in diesem Fall gar nicht als Steuerpflichtige im Rahmen des landwirtschaftlichen Betriebes aufgeführt sein sollten. Ihre Gewinnbeteiligung endet am Stichtag der Übertragung Ihres Anteils an den Bruder. Ob dies dann in der Feststellungserklärung in der Anlage "FB" (Feststellungsbeteiligte) richtig angegeben ist, können Sie, wie gesagt, nur durch Anfrage beim Betriebsstättenfinanzamt erfahren.
Ohne genauere Zahlen kann auf diesem Weg überhaupt keine Aussage zu einer möglichen Steuerlast getroffen werden, zumal es hierbei auch Freibeträge gibt.

Die Frage, ob die Übertragung des Anteils an Ihren Bruder als Verkauf eines Teilbetriebes zu einer Einkommensteuerzahlung führt, kann ohne Angabe der Buchwerte und des Verkaufserlöses nicht beantwortet werden. Grundsätzlich ist ein solcher Verkauf steuerpflichtig. Hier wäre eine steuerliche Beratung vor Unterzeichnung des notariellen Vertrages sinnvoll gewesen. Ihr Zitat, dass der Bruder die Steuern zu tragen hat, lässt nicht erkennen, auf welche Steuern sich dies bezieht, üblicherweise wird lediglich die Grunderwerbsteuer auf den Erwerber abgewälzt. Bei einer Erbauseinandersetzung innerhalb der Familie fällt hierbei gar keine GrErwSt an.

Ich empfehle Ihnen die Hinzuziehung eines Steuerberaters, der mit den Besonderheiten der steuerlichen Veranlagung im Bereich Landwirtschaft auskennt. Dann kann dieser Ihnen rasch einen Überblick durch Prüfung der Ihnen vorliegenden Unterlagen und durch Anfrage beim Betriebsstättenfinanzamt verschaffen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Rückfrage vom Fragesteller 06.06.2009 | 14:17

Vielen Dank für Ihre sehr gut erklärte Antwort.
Das bedeutet, dass ich für die Zeit meiner Zugehörigkeit zur Erbengemeinschaft, die Gewinne der Erbengemeinschaft während dieser Zeit anteilig (zu meinem Erbanteil - für die Dauer meiner Zugehörigkeit und unter Berücksichtigung meiner Steuerklasse) zu versteuern habe, bzw. diese mit in der Steuererklärung zu berücksichtigen sind?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.06.2009 | 15:38

Sehr geehrter Fragesteller,

ja diese Feststellung trifft genau zu, dieser Anteil ist dann zu versteuern, möglicherweise fällt auf Grund der geringen Quote und eines Freibetrages keine Einkommensteuer an,

mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 06.06.2009 | 14:18

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