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Erbteil gestundet - Verjährung?

13.06.2014 14:35 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Beantwortet von


16:21
Um das 2010 von unserer verstorbenen Mutter hinterlassene Haus in der Familie zu halten, habe ich meiner Nichte, die das Haus gern kaufen und nutzen wollte, aber nicht alle Geschwister (zu gleichen Teilen testamentarisch bedacht) auf einmal auszahlen konnte, den auf mich entfallenden Erbteil gestundet.

Die damals getroffene Vereinbarung wurde nicht notariell beurkundet. Die Auszahlung sollte auf Anforderung durch mich erfolgen, sobald ich das Geld ganz oder teilweise benötigen würde; es wurden keine Zinsen oder feste Raten vereinbart.

Der Fall ist im vergangenen Herbst eingetreten. Ich habe den Vater (meinen Bruder, der die gesamte Abwicklung des Erbfalls organisiert hatte) darauf hingewiesen, daß ich das Geld nun (notfalls in Raten) benötige; er hat mich immer wieder auf später vertröstet. Meine Schwester hat mir mit mehreren Teilzahlungen geholfen, den finanziellen Notfall zu überbrücken.

Nun habe ich meine Nichte angerufen und sie gebeten, mein Erbteil doch bitte an meine Schwester auszuzahlen; die Einzelheiten möge sie mit meiner Schwester direkt aushandeln. Daraufhin bekam ich ein Schreiben von meiner Nichte, daß mein Anspruch mit dem 31.12.2013 verjährt sei und sie daher eine Zahlung grundsätzlich ablehnt.
13.06.2014 | 15:17

Antwort

von


(132)
Golmsdorfer Straße 11
07749 Jena
Tel: 03641 2692037
Web: http://www.raschwerin.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der mit Ihrer Nichte geschlossene Auseinandersetzungsvertrag ist nichtig, da es an der erforderlichen notariellen Beurkundung mangelt.

Gehören zum Nachlass - wie in Ihrem Fall - Grundstücke und sollen diese im Rahmen der Auseinandersetzung auf einen der Erben übertragen werden, ist der entsprechende Vertrag zwingend notariell zu beurkunden. Die Erben konnten daher überhaupt nicht eine wirksame Übertragung des Anteils am Haus vornehmen.

Da der Vertrag nichtig ist, kommt es auf eine Verjährung nicht mehr an.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Daniela Weise-Ettingshausen

Rückfrage vom Fragesteller 13.06.2014 | 15:51

Sehr geehrte Frau RA, da liegt vielleicht ein Mißverständnis vor: Die Übertragung des Hauseigentums durch die Erben (mich und meine Geschwister zu gleichen Teilen) auf meine Nichte (keine Erbin) ist notariell erfolgt und beurkundet worden. Sie hat alle anderen Erben zu gleichen Teilen "ausgezahlt". Ich habe ihr die Auszahlung meines Anteils gestundet, um ihr überhaupt die Möglichkeit zu geben, den Hauskauf (durch Auszahlung an die Erben) zu finanzieren. Die Rückzahlung des gestundeten Betrages ist nicht beurkundet worden, da wir alle davon ausgingen, daß dies innerhalb der Familie nicht notwendig sei. Wir waren uns aber alle darin einig, daß sie nach Anfrage durch mich und dann auch nur in erträglichen Raten den auf mich entfallenden Betrag auszahlen wird. Dies lehnt sie jetzt unter Hinweis auf eine Verjährung ab. Mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.06.2014 | 16:21

Vielen Dank für die Klarstellung des Sachverhaltes.

Ich ging bei Beantwortung der Frage davon aus, dass der Auseinandersetzungsvertrag nicht notariell beurkundet worden war.

Soweit dies erfolgte und nur die Auszahlung des Anteils, also des Kaufpreises erfolgte, verhält es sich hinsichtlich der Verjährung wie folgt:

Grundsätzlich beträgt die Verjährungsfrist drei Jahre, beginnend mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Damit wäre eine Verjährung zu Ende 2013 eingetreten.

Allerdings wurde die Kaufpreiszahlung an Sie gestundet. Die Stunung bewirkt nach § 205 BGB eine Hemmung der Verjährung, sodass die Zeit, während deren die Verjährung gehemmt wurde, nicht in die Verjährungsfrist eingerechnet wird.

Das bedeutet, die Verjährungsfrist verlängert sich um die Zeit der Stundung.

Mit freundlichen Grüßen


Daniela Weise
Rechtsanwältin

ANTWORT VON

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07749 Jena
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