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Erbstreitigkeit um Sterbegeldversicherung & Bestattungskosten

| 07.07.2013 22:30 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Weise-Ettingshausen


Sehr geehrte Damen und Herren,

im folgenden Fall bin ich auf der Suche nach rechtlicher Absicherung bzw. möglichen Fallstricken. Zunächst zur Situation:

Der Vater von A verstirbt nach langer Krankheit. Vor seinem Tod teilt er A seine Wünsche zur Bestattung mit. A begleicht die Bestattungskosten im Rahmen von ca. 8000€ zum größten Teil aus einer nicht zweckgebundenen Sterbeversicherung, deren alleinige Begünstigte sie ist. Da es Ihr nicht möglich ist, die vollen Kosten zu tragen, lässt sie die restliche Summe vom Konto des Verstorbenen abbuchen. Da A beabsichtigt, das Erbe auszuschlagen, erfolgt dieser Schritt in mündlicher Absprache mit B, die die nächste erbberechtigte Person nach A wäre. B hat das Erbe zu diesem Zeitpunkt noch nicht angetreten, tut dies aber ca. 1 Monat später.

Nach annähernd drei Jahren kontaktiert B nun A und verlangt die Zahlung der vollständigen Bestattungskosten, d.h. sowohl der Abbuchungen als auch der Sterbegeldversicherung, da diese nach Auffassung von B zur Erbmasse gehöre. B argumentiert, dass A nicht berechtigt war, über die Gelder zu Verfügen, sondern vielmehr diese hätte vorstrecken und ggf. von B erstatten lassen müssen.

Nun die beiden konkreten Fragen:

1) Welche Ansprüche bestehen seitens B gegen A, auch im Hinblick darauf, dass Bestattungskosten durch die Erbmasse zu decken sind?

2) Falls die Bestattungskosten im Gegenzug durch den Erben, also B, zu tragen gewesen wären, und A sie somit nicht hätte aus der Sterbegeldversicherung begleichen müssen, besteht dann ein Rückforderungsanspruch gegen B über die Summe der Sterbegeldversicherung?

Herzlichen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Soweit A und B alleinige Erben des Vaters von A waren, haften diese als Gesamtschuldner für sämtliche Nachlassverbindlichkeiten entsprechend der Erbquote. Genauso ist das Erbe entsprechend der Erbquote aufzuteilen. Das heißt A und B müssen entsprechend der Erbquote sämtliche Nachlassverbindlichkeiten, zu denen Schulden und auch Bestattungskosten zählen, begleichen. Der verbleibende positive Erbteil wird dann entsprechend der Erbquote aufgeteilt.
Da A in der Sterbegeldversicherung als Begünstigte benannt wurde, fällt die Summe aus der Versicherung nicht in den Nachlass und steht allein A zu.

Dies vorangestellt, beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

1) Welche Ansprüche bestehen seitens B gegen A, auch im Hinblick darauf, dass Bestattungskosten durch die Erbmasse zu decken sind?

B hat gegen A einen Anspruch auf Auszahlung des Vermögens in Höhe der Erbquote. Zur Verdeutlichung folgendes Beispiel. Erbquote wäre jeweils ½. Vermögen zum Zeitpunkt des Todes 1.000 €. Hiervon sind Bestattungskosten und Schulden in Höhe von 7.000 € zu zahlen. Die Sterbegeldversicherung bleibt außen vor, da diese aufgrund der Bezugsberechtigung der A nicht in den Nachlass fällt. Es verbliebe in meinem Beispiel also ein verbleibendes Erbe in Höhe von 3.000 €. Hiervon erhalten A und B entsprechend der Erbquote von ½ jeweils 1.500 €. Hat B bereits etwas vom Erbe erhalten, ist dies natürlich zu berücksichtigen und entsprechend zu verrechnen.

2) Falls die Bestattungskosten im Gegenzug durch den Erben, also B, zu tragen gewesen wären, und A sie somit nicht hätte aus der Sterbegeldversicherung begleichen müssen, besteht dann ein Rückforderungsanspruch gegen B über die Summe der Sterbegeldversicherung?

Die Bestattungskosten sind vom Erbe zu begleichen. Hierbei ist also das Vermögen des Vaters einzusetzen gewesen. Der verbleibende Anteil wäre dann aufzuteilen gewesen. Soweit dieses ausreichte, wird entsprechend meinem obigen Beispiel aufgeteilt. Reichte das Vermögen des Vaters nicht aus, um sämtliche Schulden zu begleichen, bestünde durch A ein Rückforderungsanspruch gegen B.

Auch hier zur Verdeutlichung folgendes Beispiel:
Erbquote wieder jeweils ½
Vermögen des Erblassers: 5.000 €
Bestattungskosten, Schulden: 7.000 €

Dann würde der Nachlass nicht ausreichen, um sämtliche Verbindlichkeiten zu bezahlen. Das bedeutet es verbliebe ein negativer Wert von -2.000 €. Sofern A diese bezahlt hat, besteht gegen B ein Ausgleichsanspruch in Höhe von 1.000 € (1/2).

Beachten Sie, dass die Verjährungsfrist 3 Jahre beträgt. Die Verjährung beginnt mit Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Soweit der Erbfall 2010 eintrat und auch in diesem Jahr die Kosten durch A beglichen wurden, beginnt die Frist zum Ende von 2010 zu laufen, sodass Ansprüche zum 31.12.2013 verjähren.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniela Weise, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 07.07.2013 | 23:25

Herzlichen Dank für die schnelle und umfangreiche Beantwortung.

Eine kurze Nachfrage zur Absicherung: Angenommen A wäre unter normalen Umständen alleinige Erbin (Kind des Verstorbenen), B eine weiter entfernte Verwandte. A schlägt das Erbe vollständig aus, B erbt also alles.

Ist es korrekt, dass B in diesem Falle auch die vollen Kosten der Bestattung trägt und A somit die Erstattung aller Auslagen verlangen darf?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.07.2013 | 00:14

Wenn B alles erben würde, müsste diese auch sämtliche Nachlassverbindlichkeiten und damit auch die kompletten Bestattungskosten übernehmen. Dann könnte A die komplette Erstattung gegen B geltend machen. Denn A wäre dann kein Erbe und nicht verpflichtet, die Bestattung zu bezahlen.

Bewertung des Fragestellers 08.07.2013 | 00:17

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 08.07.2013 4,8/5,0
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