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Erbschleicherei Verjährungsfrist

| 10.09.2013 21:57 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Ich bin die älteste von 4 Geschwistern.
1992 starb unsere Mutter nach jahrelangem Kampf gegen Krebs. Sie beauftragte mich, nach ihrem Tode ihr - nicht sehr üppiges - Vermögen, korrekt mit meinen Geschwistern zu teilen, da sie am meisten Vertrauen zu mir hatte.
Es gab eine Eigentumswohnung, die meine Mutter gekauft hatte in meiner Wohnortnähe, weil sie gehofft hatte, dass ich sie im Alter pflegen würde, was ich auf jeden Fall auch getan hätte. Leider kam alles durch ihre lange Krankheit, meine Scheidung und mein Wegzug aus diesem Ort ganz anders.
Nach dem Tode meiner Mutter widerstrebte es mir, diese Wohnung in fremde Hände zu veräußern, da zu viel Emotionen daran hingen. Ich bestellte einen Sachverständigen, der den Wert ermittelte und teilte unter Abzug der restlichen auf der Wohnung lastenden Hypothekenschulden den Differenzbetrag gewissenhaft mit meinen Geschwistern, wobei dann ich selbst noch ein Darlehen aufnehmen musste, um diese auszuzahlen.
Nach der Beerdigung setzten wir Geschwister uns zusammen und teilten noch Münzen und Briefmarken, die unsere Mutter immer in 4-facher Ausführung gekauft und gesammelt hatte, damit nach ihrem Tod jedes ihrer Kinder die gleiche Anzahl erhalten und es keinen Streit darüber geben sollte. Mein Bruder äußerte sich nach dem Teilen dieser Münzen und Briefmarken: "Was soll ich mit dem Scheißdreck!" Dies schockte mich total, weil er die Liebe vergaß, die dahinter steckte.
Egal.
Anfang 1990 war meine Mutter schon so krank, dass man damit rechnen musste, dass sie bald sterben würde. Mein Bruder "erleichterte" sie im Februar 1990 um mehrere Tausend DM. Mutter erholte sich, verstarb jedoch am 14.3.1992. Am 28.2.1992 - nur 2 Wochen vor ihrem Tode "erleichterte" mein Bruder sie nochmals um einige Tausend DM. Über beide Beträge gibt es einen von beiden unterzeichneten Darlehensvertrag, welcher besagt, dass ab März 1995 die Beträge in Teilzahlungen zurückzubezahlen sind.
Kurz vor dem Tod meiner Mutter sagte sie mir im Krankenhaus noch, ich solle eine Kassette aus ihrer Wohnung mit nachhause nehmen, da würde "was drin sein, worüber ihr Geschwister euch auseinanderstreiten müsst, weil ich keine Kraft mehr habe, das zu regeln." Die Kassette nahm ich mit, habe aber dem Inhalt 20 Jahre keine Bedeutung beigemessen, weil ich dachte, ich hätte ja mit meinen Geschwistern alles ehrlich geteilt. Außerdem hatte ich keinen Schlüssel dazu gefunden.
Nun haben mein Mann und ich diese Kassette erst geöffnet und fanden darin die beiden Darlehensverträge. Mein Bruder hatte bei der Zusammenkunft, als wir seinerzeit den Nachlass geteilt hatten, nicht mit einer Silbe erwähnt, dass er die Beträge von Mutter bekommen hat. Ich halte das für Erbschleicherei und Betrug. Er hat auch schon eine Tante in Florida um deren ganzes Eigentum gebracht und später deren Tochter die Urne mit der Asche der Tante geschickt, weil er "damit nichts anfangen" konnte.

Meine Frage:
Ich habe nun ein ganz schlechtes Gewissen meinen beiden Schwestern gegenüber, dass ich die Kassette erst nach 20 Jahren geöffnet habe. Mein Bruder hätte ja mit uns 3 Schwestern die von Mutter erhaltenen "Darlehen" teilen müssen.

Gibt es für uns 3 Schwestern nach dieser langen Zeit noch eine Möglichkeit, meinen Bruder zur Herausgabe zu zwingen oder ist das alles mittlerweile verjährt? Könnten evtl. meine Schwestern mich haftbar machen, weil ich die Kassette so lange nicht geöffnet habe und ihr Anspruch unserem Bruder gegenüber evtl. verjährt sein könnte?

Besten Dank im voraus für Ihre Mühe.
A.P.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Leider ist hier davon auszugehen, dass die Ansprüche auf Rückzahlung verjährt sind. Dies gilt allerdings dann nicht, wenn Ihr Bruder noch Raten nach dem 31.12.2010 hätte zahlen müssen. In diesem Fall kann das Darlehensverhältnis gekündigt werden, so dass die komplette Summe erst nach der Kündigung fällig wird.

Da die Verjährung eine Einrede ist, muss diese auch geltend gemacht werden. Die Verjährungsfrist beginnt von neuen, wenn der Anspruch anerkannt wird, <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/212.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 212 BGB: Neubeginn der Verjährung">§ 212 BGB</a> . Daher kann ich Ihnen nur empfehlen, Ihren Bruder unter Beifügung von Kopien der Darlehensverträge zu einer Abschlagszahlung aufzufordern. Auch die Abschlagszahlung hat die Wirkung des Neubeginns der Verjährung.

Wurde das Darlehen dinglich gesichert, so gilt das Sicherungsrecht fort.

Ein Regressanspruch gegen Sie ist verjährt.

Ich hoffe, dass meine Antwort Ihnen weitergeholfen hat. Diese Beantwortung Ihrer Frage kann nicht eine individuelle Beratung ersetzten. Selbstverständlich können Sie sich für weitere Fragen, Beratungen und Vertretungen unter Anrechnung der Gebühr für diese Frage an mich wenden.
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Rückfrage vom Fragesteller 11.09.2013 | 10:58

Vielen Dank für Ihre rasche Antwort.
Leider verstehe ich diesen Satz nicht:
"Da die Verjährung eine E i n r e d e ist, muss diese auch geltend gemacht werden".
Dürfte ich hier noch um eine für mich als Laie verständliche Erläuterung bitten?

Falls es zu einem Rechtsstreit kommen sollte, was durchaus möglich ist, dürfte ich Sie dann als meinen Anwalt mit der Sache beauftragen, zumal Sie ja nun schon die Sachlage kennen?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.09.2013 | 11:05

Sehr geehrte Fragestellerin,

dieser Satz bedeutet nur, dass das Gericht nicht von Amtswegen die Verjährung prüfen würde. Nur wenn der Beklagte die Einrede erhebt, prüft das Gericht, ob der Anspruch verjährt ist. Erhebt der Beklagte diese Einrede nicht, so wird das Gericht die Verjährung nicht beachten.

Gerne können Sie mich für diese Sache beauftragen.

Bewertung des Fragestellers 13.09.2013 | 13:01

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