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Erbschleicherei


| 06.08.2007 20:40 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sven Kienhöfer



Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Jahren haben in der Nähe wohnende Nachbarn meine Tante und einzige Verwandte umgarnt mit aufgezwungener Hilfsbereitschaft (allerdings in Grenzen, da meine Tante noch selbständig ist)und schließlich ganz unter ihre Kontrolle gebracht.

Ich selbst hatte jahrelang einen recht guten Kontakt zu ihr. Vor zwei Jahren jedoch hat sie sich plötzlich grundlos (!) rüde von mir, ihrer einzigen Verwandten (Nichte), abgewandt. Sie ist mittlerweile 88 Jahre alt und steht nun völlig unter dem Einfluss der selbst wohlhabenden Nachbarn (sonst gibt es niemanden).

Diese Nachbarn haben meine Tante mittlerweile dazu gebracht, dass sie ihnen ihr Haus und ihr ganzes Vermögen vererbt (laut notariellem Testament). Des weiteren haben sie mit Intrigen dafür gesorgt, dass ich an meine Tante nicht mehr herankomme. Sie hat den Kontakt zu mir vollständig abgebrochen und zwar von einem Tag auf den anderen, was mich wirklich schockiert.

Meines Erachtens liegt hier ganz klar Erbschleicherei (lange voraus geplant) vor. Ích weiß, dass ich dagegen so gut wie machtlos bin.

Habe aber eine Frage: gibt es irgendwas, was ich jetzt noch tun kann (die Tante lebt noch) ? Könnte ich die Nachbarn wegen Erbschleicherei bei der Polizei anzeigen ? Wie stehen da die Aussichten ? Bringt es nicht immerhin einen Nachteil für deren Ansehen ? Was hätte das für Folgen für mich ?

Vielen Dank im voraus.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:


Das Problem bei der Erbschleicherei ist, dass es die Erbschleicherei als juristischen Begriff eigentlich gar nicht gibt. In unseren Gesetzen gibt es keinen Straftatbestand, der die Handlung ausdrücklich unter Strafe stellt, es gibt auch zivilrechtlich kein ausdrückliches Verbot. Vielmehr ist es so, dass natürlich jeder Mensch das Recht hat sein Vermögen zu vererben an wen er will. Welche Motive er dabei hat, ist hierbei seine Sache und kann weder von Staatsanwälten noch von Richtern nachgeprüft werden. Natürlich können die Gerichte eingreifen, wenn Betrug im Spiel war, wenn die Erbeinsetzung durch Zwang oder gar Erpressung zustande gekommen ist.
Erbschleicherei ist also strafrechtlich ganz schwer zu fassen: Es kann sich bei den Handlungen des Täters um Betrug oder Untreue handeln. Auch kann es zu Unterschlagungen kommen bzw. es können Urkundsdelikte vorliegen. Das Problem hierbei ist jedoch, dass es für die Strafverfolger große Beweisschwierigkeiten gibt, denn der Erbschleicher wird sein Opfer in der Regel so geschickt beeinflussen, dass das Opfer alle Vermögensverfügungen „freiwillig“ macht oder es zumindest nach außen diesen Anschein hat.

Gegen die Erbschleichung zivilrechtlich vorzugehen bedeutet in der Regel, dass der Geschädigte nachweist, dass das Testament unwirksam ist. Dies kann der Fall sein, weil der Erblasser zum Zeitpunkt der Testierung geschäftsunfähig war. Weitere Gründe sind, dass ein Verstoß gegen ein gesetzliches Verbot vorliegt oder das die Testierung gegen die guten Sitten verstößt. Hierbei muss der Kläger aber seine Behauptungen beweisen und das Gericht überzeugen, was naturgemäß schwierig ist.

Eine Anzeige und die folgenden Ermittlungen durch die Polizei bringen immer einen Rufschaden für die Angezeigten, des weiteren bringt eine solche Anzeige auch immer Unannehmlichkeiten für die Angezeigten mit sich.
Passieren kann Ihnen durch die Anzeige eigentlich nichts.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Kienhöfer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.08.2007 | 21:55

Vielen Dank für die ausführliche, und wie ich denke, einzig richtige Antwort.
Ich bin entschlossen, die Nachbarn polizeilich anzuzeigen, schon allein um sie zu disqualifizieren. Nur noch eine Frage: wenn "Erbschleicherei" kein Straftatbestand ist, wie kann ich die dann offiziell anzeigen ? Kann ich sie denn trotzdem unter "Erbschleicherei" anzeigen oder wie muss ich da vor der Polizei formulieren ? Werden meine Tante und die Nachbarn dann vernommen ? Das allein wäre schon ein wunderbarer Schachzug, der die siegesgewissen bürgerlich "ehrbaren" Nachbarn ins Schleudern bringen könnte.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.08.2007 | 22:03

Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie gehen zur Polizei und schildern einfach den Vorgang, die Polizei leitet dann den Vorgang an die Staatsanwaltschaft weiter.
Sollte ein Delikt gefordert werden, dann nenne Sie Betrugsverdacht.
Normalerweise werden Ihre "ehrbaren" Nachbarn dann polizeilich vernommen.

MFG

RA Kienhöfer

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