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Erbschein mit zu niedrigem Nachlassbetrag

| 14.03.2012 17:47 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Vor 3 Monaten verstarb mein Vater, wir sind 4 Geschwister, es gibt kein Testament. Eine Schwester hat einen Erbschein beantragt (die Schwester hat eine Vollmacht über den Tod hinaus für meinen Vater). Im Erbschein wurde von ihr ein sehr niedriger Wert als Nachlass angegeben (es sind Haus und Grundstück im Nachlass, keine Schulden offen). Eine kostenpflichtige grobe Schätzung über Immobilien-Scout 24 der Immobilie hat einen 3-4 fach höheren Betrag ergeben als der im Erbschein angegebene und diesen fände ich auch angebracht.
Jetzt werden wir anderen Geschwister ja vom Gericht aufgefordert, dem Erbschein zuzustimmen. Dürfen wir das? Gibt es evtl. Schwierigkeiten für die Antragstellerin wegen einer eidesstattlichen Erklärung, die sie abgeben musste? (diese möchten wir auch nicht verursachen. Vielleicht nimmt sie diesen Wert tatsächlich an und weiß es nicht besser oder wollte Kosten sparen für den Antrag.) Ist der Nachlasswert irgendwie verbindlich? Kann man nach einer fachgerechten Schätzung durch einen Sachverständigen den Betrag im Nachhinein korrigieren? Der im Erbschein eingetragene Betrag würde viel niedriger sein als der tatsächliche Wert. Müssen wir widersprechen oder ist dies nicht nötig, da es um den Betrag nicht so sehr geht, sondern nur um die Legitimierung als Erbe?
Ich fühle mich sehr unbehaglich dem so einfach zuzustimmen mit diesem Wert.
14.03.2012 | 19:18

Antwort

von


(407)
Otto-von-Guericke-Str. 53
39104 Magdeburg
Tel: 0391-6223910
Web: http://kanzleifamilienrechtmagdeburg.simplesite.com
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung im Rahmen der Beantragung des Erbscheines richtet sich nach § 2356 BGB i.V. mit § 2354 BGB .

Der Antragsteller muss folgende Angaben an Eides statt versichern:

1. die Zeit des Todes des Erblassers,
2. das Verhältnis, auf dem sein Erbrecht beruht,
3. ob und welche Personen vorhanden sind oder
vorhanden waren, durch die er von der
Erbfolge ausgeschlossen oder sein Erbteil
gemindert werden würde,
4. ob und welche Verfügungen des Erblassers von
Todes wegen vorhanden sind,
5. ob ein Rechtsstreit über sein Erbrecht
anhängig ist.

Der Wert des Nachlasses ist nicht an Eides statt zu versichern.

Der Antragsteller des Erbscheins ist auch nur verpflichtet, im Hinblick auf den Wert des Nachlasses mitzuwirken. Die Einholung eines Gutachtens über den Wert der Immobilie kann nicht verlangt werden.

Erscheint dem Nachlassgericht der Wert als zu niedrig, so wird es selbst den Wert durch Ermittlung des Bodenrichtwertes ermitteln. Im Ergebnis obliegt es dem Nachlassgericht im Wege der Schätzung den Wert zu bestimmen, sollte es den von Ihrer Schwester angegebenen Wert für zu gering erachten.

Sollte der Wert der Immobilie durch das Nachlassgericht später anders festgesetzt werden und erscheint Ihnen der Wert dann zu hoch, können Sie gegen die Höhe des festgesetzten Wertes im Rechtsmittelverfahren Einwände erheben.

Sie können also unbesorgt, dem Erbscheinsantrag zustimmen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Tobias Rösemeier
Fachanwalt für Familienrecht

Rückfrage vom Fragesteller 16.03.2012 | 12:24

Sehr geehrter Herr Rösenmeier! Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, die uns wirklich weiterhilft. Wir konnten uns inzwischen noch einmal alle treffen und unterhalten. Dabei ist jetzt noch folgende Frage daraus resultiert.
Falls nun das Nachlassgericht den Wert nicht als zu niedrig erachtet und keine eigene Schätzung vornimmt, ist dann der Betrag im Erbschein rechtlich bindend? Wenn also ein Geschwisterteil die anderen auszahlen möchte, darf er dann 35 % (den Pflichtanteil)von diesem Betrag auszahlen oder ist dieser Betrag dann uninteressant, sondern es muss doch eine Schätzung vorgenommen worden. Nochmals vielen Dank für die Beratung!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.03.2012 | 12:34

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne nehme ich zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung.

Der Wert, der für den Erbschein angenommen ist, wirkt sich nur auf die Gebühren des Erbscheines aus.

Die Erbauseinandersetzung hat dann anhand der tatsächlichen Werte zu erfolgen und nicht auf Basis des Wertes im Erbschein.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 17.03.2012 | 17:51

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"Bin vollkommen zufrieden mit der Antwort insgesamt. Jederzeit wieder! Vielen Dank!"
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 17.03.2012
5/5,0

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