Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbschein für Erstverstorbenen beantragen trotz Testament?

13.07.2021 17:58 |
Preis: 30,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

1. Ist es korrekt, dass man als erbende Kinder auch einen Erbschein für den Erstverstorbenen beantragen muss, obwohl ein handschriftliches (nicht notarielles) Testament vorliegt, das die Erbfolge regelt: "Wir setzen uns gegenseitig zu Vollerben ein." und obwohl für den zuletzt Verstorbenen bereits ein Erbschein vorliegt? (Bitte Rechtsgrundlage angeben)

2. Muss die Ehefrau eines Kindes (bei Gütergemeinschaft) bei dem Verkauf der elterlichen Wohnung persönlich anwesend sein, obwohl eine schriftliche Einverständniserklärung vorliegt, dass der Ehemann die Wohnung seiner Eltern verkaufen darf ?

13.07.2021 | 19:07

Antwort

von


(27)
Hochstraße 82
55128 Mainz
Tel: 015120509460
Web: https://ganzrecht.net
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtigung der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen möchte ich nachfolgend gerne die von Ihnen gestellte Anfrage beantworten.

Beachten Sie jedoch bitte, dass im Einzelfall weitergehende Informationen für eine fundiertere Einschätzung der Rechtslage erforderlich sein können und dass das Fehlen relevanter Informationen dazu führen kann, dass die Einschätzung unter Berücksichtigung solcher Informationen eine andere sein könnte. Auch kann diese Einschätzung in vielen Fällen ein persönliches Beratungsgespräch nicht ersetzen.

Bei der Beantwortung habe ich folgende Annahmen zugrunde gelegt:

zu 1.)

- Beide Elternteile sind verstorben.
- Die Kinder erben nach dem Längstlebenden gemäß diesem Testament.

zu 2.)

- Die Wohnung von den Eltern soll verkauft werden.
- Das Kind will in Vollmacht der Eltern die Wohnung verkaufen.
Alt.: Das Kind hat von den Eltern geerbt und will nun die Wohnung verkaufen.
- Das Kind befindet sich im Güterstand der Gütergemeinschaft.

Leider sind Ihre Ausführungen hier nicht ganz eindeutig. Nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion, um Unklarheiten zu beseitigen.

Demzufolge stellt sich die Rechtslage wie folgt dar:

1.) Grundsätzlich gibt es natürlich keine originäre gesetzliche Verpflichtung, sich einen Erbschein ausstellen zu lassen. Die Notwendigkeit für einen solchen ergibt sich aus dem Bedürfnis des Rechtsverkehrs daran, dass die Erbenstellung möglichst sicher nachgewiesen wird. Der Erbschein entfaltet hier eine Rechtsscheinwirkung derart, dass der Rechtsverkehr im Zeitpunkt der Vorlage einer Erbscheinsausfertigung darauf vertrauen darf, dass die darin bezeichneten Personen auch die Erben sind. Bei einem Testament (selbst bei einem notariellen) gibt es eine solche Wirkung nicht.

Ob ein Erbschein benötigt wird, ist daher eine Frage danach, was genau gemacht werden soll und was die Geschäftspartner verlangen. Sollen z.B. grundbuchmäßige Vorgänge vorgenommen werden (z.B. Grundbuchberichtigung oder Verkauf), so ist im Falle des handschriftlichen Testaments wegen § 35 Abs. 1 S. 1 GBO ein Erbschein zwingend erforderlich.

Grundsätzlich muss dabei die Erbfolge für beide Erblasser nachgewiesen werden, dass also der Längerlebende den Erstversterbenden beerbt hat und der Schlusserbe den Längerlebenden beerbt hat.

2.) Sofern das Kind nicht die eigene Wohnung verkauft, sondern die der (lebenden) Eltern, also auf Grundlage einer Vollmacht im fremden Namen handelt, ist der eigene Güterstand unerheblich.

Alt.: Sofern jedoch die Wohnung aus dem Nachlass verkauft wird, ist es die eigene Wohnung des Kindes. Bei Gütergemeinschaft ist in diesem Fall die Gesamthandsgemeinschaft (also auch der Ehegatte) Eigentümer der Wohnung geworden, § 1416 Abs. 1 S. 2 BGB, vorbehaltlich anderer ehevertraglicher Regelungen. Dann muss auch der Ehegatte bei der Veräußerung zustimmen. Die Vollmacht durch den Ehepartner bedarf wegen § 29 Abs. 1 S. 1 GBO zumindest öffentlich beglaubigter Form; die Schriftform ist nicht ausreichend.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen bestmöglich geholfen zu haben und wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Lenz
-Rechtsanwalt-


Rechtsanwalt Christian Lenz

ANTWORT VON

(27)

Hochstraße 82
55128 Mainz
Tel: 015120509460
Web: https://ganzrecht.net
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Gesellschaftsrecht, Kaufrecht, Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90404 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank, hat mir sehr gut weiter geholfen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ausführliche, kompetente und schnelle Antwort, danke schön! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Äußerst kompetente, verlässliche und ausführliche Beantwortung meiner Fragen. Hat mir sehr weitergeholfen - vielen Dank! ...
FRAGESTELLER