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Erbschein Kosten bei Uneinigkeit der Miterben über den Wert des Erbes

| 16.04.2018 17:22 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


21:02

Zusammenfassung: Erbrecht; Wert des Nachlasses; Antrag auf Erteilung Erbschein; keine Bindungswirkung der Wertangaben im Erbschein

Wir sind drei Miterben von einem Schließfachinhalt, mehreren Bankguthaben und einem Einfamilienhaus.

Zwei wollen schnell verkaufen, über Makler, die dritte blockiert unter allen möglichen Vorwänden, wurde von den anderen dreimal gefragt, ob sie denn das Haus selber haben wolle, verneinte jedes Mal.

Sagte auch, die Gründe, warum sie das Haus nicht selber wolle, seien nicht nur finanziell, und nannte einige andere Gründe.

Bis ich ihr einen Artikel über die Hypothekenzinsentwicklung schickte, der zeigen sollte, dass man bald eine Immobilie kaufen sollte, da man sie sich sonst evtl von der monatlichen Belastung her nicht mehr leisten kann.

Nun machte sie eine Kehrtwende, und sagte, sie wolle das Haus doch, wenn es möglicherweise gar nicht so viel wert wäre, wie die Erblasserin zu Lebzeiten behauptet hatte.

Nun möchte ich selber einen Erbschein beantragen, und diese Miterbin wird das wohl ihrerseits auch tun.
Was, wenn wir beide nach dem Wert des Erbes gefragt werden, und es kommen ganz unterschiedliche Werte heraus?

Muss man für den Immobilienwert eine eidesstattliche Versicherung abgeben? Das kann ich als Laie nicht.
Vielmehr habe ich gelesen, dass die Nachlassgerichte oft einen Mischwert zugrundelegen, aus dem Wert der Brand- oder Feuerversicherung des Gebäudes, zusammen mit anderen Faktoren. -

Und: eine Ladung beider Antragsteller gleichzeitig im Erbscheinverfahren lässt sich nicht verhindern?
Was, wenn man sich nicht treffen möchte?

Außerdem bin ich gesundheitlich angeschlagen und kann v.a. Vormittagstermine nur schwer wahrnehmen.-
16.04.2018 | 18:03

Antwort

von


(19)
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37073 Göttingen
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Wert des Erbes, Angaben gegenüber dem zuständigen Amtsgericht (Nachlassgericht) bei Antrag auf Erteilung eines Erbscheins

Der Wert des Nachlasses ist durch die Antragsteller nicht an Eides statt zu versichern oder ähnlich.

Der Antragsteller des Erbscheins ist nur verpflichtet, im Hinblick auf den Wert des Nachlasses mitzuwirken, also nach bestem Wissen Angaben zu machen. Die Bewertung nimmt das Nachlassgericht selbst vor.

Erscheint dem Nachlassgericht der vom Antragsteller angegebene Wert als zu hoch oder zu niedrig, so wird es selbst den Wert durch Ermittlung des Bodenrichtwertes ermitteln. Im Ergebnis obliegt es dem Nachlassgericht im Wege der Schätzung den Wert zu bestimmen, sollte es einen angegebenen Wert für zu gering oder zu hoch halten.

Sollte der Wert der Immobilie durch das Nachlassgericht später anders festgesetzt werden und erscheint Ihnen der Wert dann zu hoch oder zu niedrig, können Sie gegen die Höhe des festgesetzten Wertes im Rechtsmittelverfahren Einwände erheben.

Wichtig erscheint mir Ihrer Fragestellung nach Folgendes:
Der Wert einer Immobilie, der für den Erbschein angenommen ist, wirkt sich ausschließlich auf die Gebühren des Erbscheines aus.

Bei einer späteren Erbauseinandersetzung ist der dort angegebene Wert nicht bindend. Die Auseinandersetzung erfolgt anhand der tatsächlichen Werte und nicht auf Basis des angegebenen Wertes aus dem Erbschein. Den tatsächlichen Wert können Sie jederzeit zB durch Sachverständigengutachten ermitteln lassen. Der im Erbschein angegebene Wert hat also keine Bindungswirkung für die Erben.

2. Ladung der Antragsteller
Die Antragsteller eines Erbscheins müssen persönlich beim Nachlassgericht erscheinen, da sie bestimmte Angaben an Eides statt versichern müssen. Dies können Sie nur durch die Einschaltung eines Notars umgehen und diesem gegenüber die Versicherung abgeben, dann müssen Sie nicht zum Nachlassgericht. Es kann auch ein einzelner Erbe einen gemeinschaftlichen Erbschein für die gesamte Erbengemeinschaft beantragen.

Die einfachste Lösung dieses Problems wäre warscheinlich, dass Sie die oder den zuständigen Mitarbeiter beim Nachlassgericht bitten, nicht gemeinsam mit dem bewussten Miterben geladen zu werden. Dies sollte durchaus möglich sein. Es besteht keine Verpflichtung, dass alle Miterben gleichzeitig anwesend sein müssen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Ingo Scheide

Nachfrage vom Fragesteller 16.04.2018 | 20:38

Vielen Dank, Herr RA Scheide!

Dadurch ist mir jetzt einiges klar geworden.

Die Kosten des Erbscheins richten sich rein nach dem Erbe, egal, wie viele Miterben einen Antrag auf Erbschein stellen?
Wenn also zwei einen Antrag stellen, gehen die Kosten dann durch zwei?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.04.2018 | 21:02

Sehr geehrter Fragesteller,

gibt es mehrere Erben nebeneinander, wird gewöhnlicherweise ein gemeinschaftlicher Erbschein beantragt.
Ein gemeinsamer Erbschein listet sämtliche Miterben einer Erbengemeinschaft auf und ordnet ihnen die jeweiligen Nachlassanteile auf. Angezeigt wird damit die gesamte Erbschaft und deren Verteilung unter den Miterben. Den Antrag für einen gemeinschaftlichen Erbschein kann jeder Miterbe allein stellen.

Die Kosten für diesen Erbschein tragen der oder die Antragsteller. Beantragen 2 Antragsteller den gemeinschaftlichen Erbschein, sind sie beide zahlungspflichtig. Mehrkosten ergeben sich bei zwei Antragstellern evtl. dadurch, dass zwei eidesstattliche Versicherungen abgegeben werden müssen, die separat berechnet werden. Grundsätzlich ist es ausreichend, wenn ein Erbe den gemeinschaftlichen Erbschein für alle beantragt.

Nur in Ausnahmefällen wird ein einzelner Erbe einen sog. Teilerbschein beantragen: Sind mehrere Erben vorhanden und will einer der Miterben seinen Erbteil gesondert ausweisen lassen, kann er einen Teilerbschein beantragen. In diesem wird das Erbrecht des Antragstellers aufgeführt sowie die Höhe bzw. der Umfang des ihm zustehenden Erbanspruchs. Einen Teilerbschein kann ein Erbe zusätzlich zu einem gemeinschaftlichen beantragen.

Dafür müsste er dann extra bezahlen. Ein solcher Teilerbschein ist aber nur selten sinnvoll, da eine Erbengemeinschaft grundsätzlich nur gemeinschaftlich über das Erbe verfügen kann, zB in Ihrem Fall über den Verkauf eines Hauses entscheiden. Mit einem Teilerbschein kann man sich zwar als Miterbe "ausweisen", aber nicht allein verfügen.

Sie sollten sich schlicht darüber einigen, wer einen gemeinschafltichen Erbschein für alle beantragt und die Kosten dann intern unter sich aufteilen.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage damit beantwortet zur haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Ingo Scheide
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 16.04.2018 | 21:15

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Stellungnahme vom Anwalt:
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 16.04.2018
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Herr RA Scheide hat sehr schnell geantwortet und alles klar und verständlich dargestellt. Sehr empfehlenswert!


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