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Erbschein, Erbschaftssteuer

30.11.2007 00:04 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marc Weckemann


Meine Mutter ist verstorben. Muß mein Vater (hinterbliebener Ehegatte) einen Erbschein beantragen ( Imobilie mit Einfamilienhaus, Bankvermögen größer 70.000,-€? ). Muß er Erbschaftssteuer zahlen bzw. was müssen wir tun um dieses zur vermeiden? Was muß hier ggf. noch beachtet werden? Sollte mein Vater (84) auch versterben, bin ich als einzigstes Kind Alleinerbin. Ich muß gewiß Erbschein beantragen ?, Erbschaftsteuer fällt an ?

Sehr geehrte Fragestellerin,

unter Berücksichtigung der von Ihnen mitgeteilten Informationen und Ihres Einsatzes, kann ich Ihnen Ihre Fragen wie folgt beantworten:

Es besteht für Ihren Vater keine Verpflichtung einen Erbschein zu beantragen. Er sollte einen Solchen aber unter Umständen im eigenen Interesse beantragen, da er oft nur so seine Erbenstellung nachweisen kann. Ein solchetr Nachweis könnte z.B. gegenüber der Bank oder dem Grundbuchamt erforderlich sein.

Mit dem Tod Ihrer Mutter ist die Erbschaft bei den Erben angefallen. Somit besteht auch grundsätzlich eine Pflicht Erbschaftssteuer zu bezahlen. Ob Ihr Vater aber im konkreten Fall überhaupt Erbschaftssteuer bezahlen muss (Die Erbschaft also z.B. den Freibetrag für Ehegatten übersteigt) bzw. die Höhe der evtl. zu bezahlenden Erbschaftssteuer, kann ohne Kenntnis der genauen Vermögenswerte und der Gesamtumstände (Gibt es z.B. ein Testament, Erbvertrag..) nicht beurteilt werden.

Wenn Ihr Vater verstirbt, gilt bezgl. der Beantragung eines Erbscheins für Sie das Gleiche wie momentan für Ihren Vater (s. Schilderungen oben). Sofern Ihre Erbschaft dann den Freibetrag für Kinder übersteigt, müssten Sie dann auch Erbschaftssteuer bezahlen.

Für den jetzigen Erbfall kann die Pflicht zur Zahlung von Erbschaftssteuer nicht mehr verhindert werden. Sofern Ihr Vater Alleinerbe geworden ist (z.B. aufgrund eines Testaments) könnten Sie u.U. durch die Geltendmachung des Pflichtteils das geerbte Vermögen Ihres Vaters schmälern und somit z.B. eine geringere Erbschaftssteuerbelastung erreichen.

Bezüglich des Erbfalls nach dem Tod Ihres Vaters, dürften, vorbehaltlich einer genauen Überprüfung, noch Gestaltungen möglich sein, um eine zukünftige Erbschaftssteuerbelastung von Ihnen zumindest zu mindern. Sie sollten sich bei Bedarf diesbezüglich anwaltlich beraten lassen.

Ich mache Sie noch darauf aufmerksam, dass ich Ihnen, aufgrund der Unkenntnis der genauen Umstände, hier nur eine erste Orientierung geben konnte. Auch können schon minimale Abweichungen im Sachverhalt zu einer gänzlich anderen rechtlichen Einschätzung führen.

Sofern noch weitere Fragen bestehen bezüglich des jetzigen Erbfalls oder bezüglich der Gestaltungsmöglichkeiten für den nächsten Erbfall, empfehle ich Ihnen einen Anwalt zu konsultieren. Dieser könnte dann auch den genauen Sachverhalt und die Gesamtumstände ermitteln und Ihnen detailliert weiterhelfen. Gerne stehe auch ich Ihnen für eine weitere Beauftragung zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser ersten Einschätzung weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Weckemann
Rechtsanwalt
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C-G-W Rechtsanwälte
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