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Erbschaftssteuern Auslandsdeutsche


11.06.2007 09:46 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Ich bin Deutsche und werde von meinen in Deutschland lebenden Eltern erben. Zur Zeit lebe ich in Oesterreich. In ca. 3 Jahren werde ich wieder eine green card beantragen und entweder in Puerto Rico oder USA leben. Benachrichtigen die deutschen Behoerden im Erbfall entsprechende Behoerden in entweder a. Oesterreich, b. Puerto Rico, c. USA? Ich habe vor, das Ererbte nur in kleineren Summen nach Bedarf aus Deutschland abzuziehen, d.h. die Hauptsumme wird dort stehenbleiben.

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Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit einem künftigen Erbanfall Stellung und beantworte diese wie folgt:

Dabei möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass die Entstehung einer deutschen Erbschaftssteuer es gem. § 2 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG ausreichen lässt, dass entweder der Erblasser oder der Erwerber zum Zeitpunkt des Erbanfalls ein Inländer ist.

Als Inländer gelten nach der Legaldefinition des § 2 Abs. 1 Satz 2 ErbStG
a) natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben,
b) deutsche Staatsangehörige, die sich nicht länger als fünf Jahre dauernd im Ausland aufgehalten haben, ohne im Inland einen Wohnsitz zu haben.

Des weiteren bestimmt § 2 Abs. 1 Nr. 3 ErbStG, dass auch dann, wenn die o.g. Voraussetzungen nicht erfüllt sind, zwar nicht das gesamte weltweite Vermögen, aber immerhin das Inlandsvermögen der deutschen Erbschaftssteuer unterliegt.

Da Sie nun bereits mitteilen, dass Ihre Eltern in Deutschland leben, unterliegt somit der gesamte Erbanfall schon gem. § 2 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG der deutschen Erbschaftssteuer.

Dass Sie sich außerhalb Deutschlands aufhalten, ist insofern ohne Belang.

Zwar benachrichtigen die deutschen Behörden im Erbfall grds. keine ausländischen Staaten/Behörden, dies ist aber insofern auch nicht erforderlich, als die deutsche Erbschaftssteuer – bei Überschreitung des Freibetrages von in Ihrem Fall 205 TEUR je Elternteil – kraft Gesetzes entsteht und Sie gem. § 30 Abs. 1 und 4 ErbStG zur Anzeige des Erbanfalls wie folgt verpflichtet sind:

㤠30 Anzeige des Erwerbs
(1) Jeder der Erbschaftsteuer unterliegende Erwerb (§ 1) ist vom Erwerber, bei einer Zweckzuwendung vom Beschwerten binnen einer Frist von drei Monaten nach erlangter Kenntnis von dem Anfall oder von dem Eintritt der Verpflichtung dem für die Verwaltung der Erbschaftsteuer zuständigen Finanzamt schriftlich anzuzeigen.
(4) Die Anzeige soll folgende Angaben enthalten:
1.
Vorname und Familienname, Beruf, Wohnung des Erblassers oder Schenkers und des Erwerbers;
2.
Todestag und Sterbeort des Erblassers oder Zeitpunkt der Ausführung der Schenkung;
3.
Gegenstand und Wert des Erwerbs;
4.
Rechtsgrund des Erwerbs wie gesetzliche Erbfolge, Vermächtnis, Ausstattung;
5.
persönliches Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser oder zum Schenker wie Verwandtschaft, Schwägerschaft, Dienstverhältnis;
6.
frühere Zuwendungen des Erblassers oder Schenkers an den Erwerber nach Art, Wert und Zeitpunkt der einzelnen Zuwendung.“

Das Finanzamt wird daraufhin üblicherweise die Abgabe einer Erbschaftssteuererklärung von Ihnen gem. § 31 ErbStG verlangen.

Sollten Sie der Verpflichtung zur Anzeige des Erbanfalls gem. § 30 ErbStG oder der Verpflichtung zur Abgabe einer Erbschaftssteuererklärung gem. § 31 ErbStG nicht nachkommen, würde dies grds. eine strafrechtlich relevante Steuerhinterziehung bzw. zumindest eine versuchte Steuerhinterziehung darstellen. In diesem Zusammenhang könnte bspw. das Inlandsvermögen zumindest zu dem Teil, der der Steuerschuld entspricht, eingezogen werden.


Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und stehe Ihnen für etwaige Rückfragen und weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.

Für das mir entgegengebrachte Vertrauen darf ich mich bei Ihnen bedanken und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht
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