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Erbschaftssteuer bei Berliner Testament und Schenkung


02.03.2007 17:04 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Ein Ehepaar hatte ein Berliner Testament gemacht mit folgendem Inhalt:
- Wir setzen uns gegenseitig als Vorerben ein.
- Nach dem Tod des Längstlebenden soll unser einziger Sohn Nacherbe sein.

Die Ehefrau verstarb 2001, der Ehemann 2006.
Kurz vor seinem Tod hat der Ehemann (Erblasser) in Beisein seines Sohnes, seiner Schwiegertochter (Ehefrau des Sohnes) und des einzigen Enkels (Sohn des Sohnes) gesagt, dass von seinen Geldanlagen (Sparkonten mit 300.000 €) der Sohn 250.000 € und der Enkel 50.000 € erben soll. Eine schriftliche Festlegung existiert nicht.

Nach dem Tod wurden alle Sparkonten auf den Sohn übertragen. 50.000 € sollen noch an den Sohn (Enkel des Erblassers) weitergeleitet werden.

Reduzieren diese 50.000 € die Erbschaftssteuer des Sohnes? Nur noch für 300.000 – 205.000 Freibetrag = 95.000 - 50.000 = 45.000 €?. Der Enkel bliebe unter seinem Freibetrag.
Eingrenzung vom Fragesteller
02.03.2007 | 17:07

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Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben und Einsatzes beantworten möchte:

Nachvermächtnisse sind an keine bestimmte Form gebunden, sodass die mangelnde schriftliche Fixierung unerheblich ist.

Die Nachvermächtnisse stehen gem. § 6 Abs. 4 ErbStG den Nacherbschaften gleich, sodass sie als Erwerb vom überlebenden Ehegatten zu versteuern sind.
Der Enkel hat die 50.000,00 € also direkt von dem Erblasser zu versteuern; der Sohn hat dementsprechend 250.000,00 € zu versteuern.
Eine beim Sohn abzugsfähige Vermächtnislast i. S. des § 10 Abs. 5 Nr. 2 ErbStG liegt also nicht vor.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort

Nachfrage vom Fragesteller 02.03.2007 | 23:28

Danke für die Antwort. Leider ist die Antwort für mich als juristischen Laien nicht ganz verständlich. Deshalb diese Nachfrage:

Ist es richtig, dass ich nur 250.000 - 205.000 Freibetrag = 45.000 € versteuern muss (mit 7%)?
Mein Sohn muss nichts versteuern, da er mit 50.000 € unter seinem Freibetrag von 51.200 € liegt?
Wie bringe ich das dem Finanzamt bei, da ich zur Abgabe einer Erbschaftssteuererklärung aufgefordert wurde? Muss mein Sohn neben mir als „Beteiligter“ aufgeführt werden und die Erklärung mit mir zusammen unterschreiben?

Wo wird denn angegeben, dass ich 250.000 und mein Sohn 50.000 € geerbt hat? Und wie bringe ich dem Finanzamt bei, dass mein Vater trotz des Berliner Testamentes kurz vor seinem Tod mündlich verfügt hat, dass mein Sohn 50.000 € erhalten soll.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.03.2007 | 14:47

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte:

Es müssen zwei separate Erbschaftsteuererklärungen abgegeben werden:

In Ihrer Steuererklärung haben Sie auf Seite 2 - Zeile 50 einen Betrag von 250.000,00 € einzutragen.
Das Finanzamt zieht dann automatisch den Freibetrag ab, sodass Sie nur noch 45.000,00 € mit 7 % versteuern müssen. Darüber erhalten Sie dann einen entsprechenden Steuerbescheid.

Ihr Sohn ist nicht als "Beteiligter" aufzuführen, da er eine eigene Steuererklärung über 50.000,00 € abgeben muss.
Eine Steuerschuld fällt nicht an, da er unter seinem Freibetrag liegt.

Sie können davon ausgehen, dass die Regelung des § 6 Abs. 4 ErbStG dem Finanzamt bekannt ist.
Sie müssen dem Finanzamt nur schildern, dass Ihr Vater trotz des Berliner Testaments kurz vor seinem Tod noch ein entsprechendes Vermächtnis verfügt hat.
Diesen Vorgang können Sie auch beweisen, da laut Ihrer Darstellung verschiedene Personen anwesend gewesen sind.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben geholfen zu haben und verbleibe

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer


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