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Erbschaftssteuer - Wert einer Wohnung ermitteln und Steuerfreibetrag einer Erbengemeinschaft?

27.02.2011 20:23 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,

leider ist letztes Jahr unser Onkel verstorben und hat uns ( meiner Schwester und mir) eine Wohnung vererbt.

Da wir die Wohnung verkaufen wollen, habe ich diesbezüglich eine Frage.

Ist es besser, die Wohnung beim Finanzamt selbst hoch einzuschätzen damit man zwar mehr Erbschaftsteuer bezahlen muss, dafür aber den eventuellen Zugewinn beim Verkauf klein hält. Oder spielt es keine Rolle. Wir sind beide Steuerklasse 1.

Desweitern wäre es schön, wenn sie mir sagen könnten, ob der Freibetrag von 300 000 Euro sich auf die Erbengemeinschaft oder auf jeden einzelnen bezieht.

Im Voraus. Vielen Dank
27.02.2011 | 21:08

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne auf Basis Ihres Einsatzes und des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts wie folgt beantworte:

1.
Ich halte es nach meiner ersten Einschätzung nicht für sinnvoll, hier einen übermäßigen Wert anzusetzen, da man einerseits zu wahrheitsgemäßen Angaben verpflichtet ist und die Wertermittlung durch die Finanzverwaltung andererseits nur marginal beeinflussbar ist.

Nach dem Bewertungsgesetz gilt u. a.:

Die Eigentümer von Grundbesitz haben der Finanzbehörde auf Anforderung alle Angaben zu machen, die sie für die Sammlung der Kauf-, Miet- und Pachtpreise braucht. Bei dieser Erklärung ist zu versichern, daß die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht sind.

Die Finanzbehörden können zur Vorbereitung einer Hauptfeststellung und zur Durchführung von Feststellungen der Einheitswerte des Grundbesitzes örtliche Erhebungen über die Bewertungsgrundlagen anstellen. Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 des Grundgesetzes) wird insoweit eingeschränkt.

2.
Steuerfrei bleibt der Erwerb der übrigen Personen (nicht Kinder, Ehegatten oder Enkel) der Steuerklasse I in Höhe von 100000 Euro.

Sie fallen aber unter Steuerklasse II, was das Erbschaftssteuergesetz bestimmt, wonach für Geschwister, Nichten, Neffen (früher 10.300 Euro) sowie alle weiteren Personen (früher 5.200 Euro) der Freibetrag sich nur auf 20.000 Euro beläuft.

Der Steuerfreibetrag gilt für jeden Miterben und bestimmt sich demjenigen Erbanteil, den er selbst erbt.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

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