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Erbschaftssteuer Erbauseinandersetzung


| 03.11.2017 18:51 |
Preis: 100,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Guten Abend,

mein Vater hat ein Testament hinterlassen, wonach mein Bruder, ich und meine Stiefmutter je zu 1/3 Miterben am Nachlass werden. Die Erbteile meines Bruders und mir sind aber lebenslang mit einem Nießbrauch zugunsten meiner Stiefmutter belastet. Mein Bruder und ich sind wiederum Nacherbe an dem 1/3 Erbteil meiner Stiefmutter, sie insofern nur Vorerbin.

Drei Monate nach Testamentseröffnung haben wir einen notariellen Erbauseinandersetzungsvertrag geschlossen. Jeder erbt unbelastete 1/3 am Nachlass. Meine Stiefmutter verzichtet damit auf Nießbrauch, mein Bruder und ich auf die Nacherbenstellung.


Nun stellt sich die Frage worauf sich die Erbschaftssteuer bezieht:

1. Wird nach dem Testament vorgegangen, womit die Erbteile meines Bruders und mir durch den erheblichen Wert des (kapitalisierten) Nießbrauchs belastet sind, und damit in ihrem steuerlichen Wert "1/3" durch den Nießbrauch reduziert werden?

oder

2. ist die Erbauseinandersetzung relevant mit mE zwei Optionen:

a. jeder versteuert 1/3 am Nachlass
b. bei meinem Bruder kumulieren sich Freibetrag meines Vaters und Freibetrag wegen Schenkung durch unsere Stiefmutter, da sie auf den Nießbrauch verzichtet hat, der kapitalisiert mehr Wert ist als die Nacherbenstellung, die wir aufgegeben haben.

Bin dankbar für eine verständliche Antwort, ggf. mit einer anderen Lösung als die, die mir eingefallen sind.


Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Leider obliegt es nicht den Erben über das eigentlich Ererbte zum Zeitpunkt des Erbanfalls und damit den erbschaftssteuerrechtlichen relevanten Zeitpunkt zu befinden.

Die Erbengemeinschaft ist kein Erwerber i. S. d. Erbschaftsteuergesetzes. Erwerber sind die einzelnen Erben nach ihren Erbquoten. Die Auseinandersetzung des Nachlasses ist erbschaftsteuerlich unbeachtlich, unabhängig davon, ob sie auf einer Teilungsanordnung beruht oder freiwillig erfolgt. Die Erbschaftsteuer ist eine Erbanfallsteuer. Sie orientiert sich an den Erbquoten, die durch die Auseinandersetzung nicht berührt werden.

Der nach den steuerlichen Bewertungsvorschriften ermittelte Wert des Nachlasses ist den Erben folglich auch bei Auseinandersetzung nach Maßgabe der Erbanteile zuzurechnen. Wertausgleichszahlungen unter den Miterben bei der Auseinandersetzung sind grundsätzlich erbschaftsteuerlich unbeachtlich.

Insoweit würden bei Ihrer Fallgestaltung Erbschaftssteuern separat für jeden Erben wie unter 1. dargestellt anfallen.
Die Erbauseinandersetzungsvereinbarung sollte hier ihrerseits steuerrechtlich relevante neue Sachverhalte auslösen.
Der Verzicht auf den Nießbrauch wird hier jeweils dem Wert des Verzichts der Nacherbenstellung gegenüberzustellen sein. So die Differenz je nach Richtung des virtuellen Vermögenszuwachses den persönlichen Freibetrag nach § 16 ErbStG überschreitet, werden Sie hier mit entsprechender Schenkungssteuer rechnen müssen.

Dabei ist der jeweilige Nacherbenvermerk nach § 36 GNotKG nach dem wirtschaftlichen Wert zu schätzen und der Nießbrauch mit dem Restwert anzusetzen. Die entsprechenden Werte können Sie auch bei Ihrem Notar erfragen, da dieser diese in seiner Gebührennote verwand haben sollte.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen


Nachfrage vom Fragesteller 03.11.2017 | 20:19

Danke.

Bedeutet meine Ziffer 1 aber auch inkl. Abzug wegen Nießbrauch
plus
die Erbauseinandersetzung, die ggf. Schenkungssteuer auslöst,

korrekt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.11.2017 | 21:58

Sehr geehrter Ratsuchender,

ja genau. Selbstverständlich ist bei der Erbschaft der testamentarisch verfügte Nießbrauch abschlägig zu berücksichtigen.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Bewertung des Fragestellers 03.11.2017 | 23:56


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"Brauchte ein juristische Sparring zu meinen Überlegungen. War klar und nachvollziehbar."