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Erbschaftssteuer Berliner Testament verringern

26.07.2016 18:04 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Hallo,

Folgende Konstellation.
Herr und Frau A sind Rentner und haben eine Tochter.

Sie besitzen ein Berliner Testament. Bei Aufsetzung desselbigen wurde nicht weiter über Alternativen nachgedacht, sondern es wurde gemacht, weil "man das so macht"
Im Testament gibt es keine weiteren Klauseln.

Nun besitzen Herr und Frau A aber ein Vermögen von über einer Milion € (hauptsächlich ein Depot mit Wertpapieren und ein Einfamilienhaus) und Tochter A müsste im Erbfall eine 6 stellige Summe an Erbschaftssteuer zahlen.
Frau A ist an Demenz erkrankt und lebt im Pflegeheim und nicht mehr geschäftsfähig. Tochter A hat eine Vorsorgevollmacht für sie

Herr A ist inzwischen unheilba an Krebs erkrankt und wird wahrscheinlich vor seiner Frau sterben. Als vor kurzem finanzielles besprochen wurde, fiel er aus allen Wolken als er von der hohen Erbschaftssteuer die seine Tochter später im Erbfall zahlen muss, weil zu ein Steuerfreibetrag der Tochter verschenkt wird, erfuhr und möchte jetzt diese soweit es geht reduzieren.


Gibt es noch weitere Möglichkeiten außer dass Die Tochter nach seinem Ableben den Pflichteil fordert.
Eine Selbstnutzung des Elternhauses durch die Tochter kommt nicht in Frage.
Kann man das Testament noch ändern?
Kann Herr A seiner Tochter einen Geldbetrag bis zu ihrem Schenkungssteuerfreibetrag von 400000€ schenken?
Die Tochter hat zwei Kinder. Wären Schenkungen an die Enkel sinnvoll?
Was wäre der beste Weg?

Mit freundlichen Grüßen

Anna B.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Kann man das Testament noch ändern?
Leider ist die Änderung des Berliner Tstaments, ohne das eine Klausel zur Berechtigung nur eines Ehegatten zur Änderung eingefügt wurde, nicht möglich.
Daran ändert auch die Vorsorgevollmacht der Tochter nichts, da ein Testament höchstpersönlich zu errichten ist und keine Vertretung zulässig ist.
Es sei denn, die demente Mutter ist manchmal durchaus in der Lage eine freie Willensbildung zu treffen. Hierzu sollten Sie den behandelnden Arzt der Mutter befragen. Sollten tatsächlich solche Momente vorhanden sein, ist der Testament unter Aufhebung des alten beim Notar zu schließen, da dieser das Vorhandensein der freien Willensbildung protokolliert, sodass der Geisteszustand der Mutter nur schwer angreifbar ist.

2. Kann Herr A seiner Tochter einen Geldbetrag bis zu ihrem Schenkungssteuerfreibetrag von 400.000€ schenken?
Das kann er, da Schenkungen an die Kinder bis zu einem Betrag von 400.000 € steuerfrei sind. Wenn Herr A und Frau B (beide) innerhalb der nächsten 10 Jahre sterben, sodass der Erbfall vor dem Ablauf der 10 Jahre eintritt, muss auf das Erbe trotzdem die volle Steuer entrichtet werden, da die Schenkung als unentgeltliche Zuwendung hinzuzählt.

3. Wären Schenkungen an die Enkel sinnvoll?
Durchaus. Die Enkel haben einen Schenkungsfreibetrag i.H.v. 200.000 €. Sodass 400.000 € bereits gesichert und steuerfrei wären. Um die Schenkung rückgängig zu machen müsste die alleinige Erbin diese anfechten. Ich gehe davon aus, dass dies nicht in Ihrem Interesse ist, weshalb der Weg empfehlenswert wäre.

4. Was wäre der beste Weg?
Die unter 1. beschriebene Vorgehensweise sollte zunächst geprüft werden. Sodann bleibt, um die hohe Steuern zu umgehen, nichts anderes übrig als jedem der Enkel 200.000 € zu schenken und der alleinigen Erbin in der Hoffnung, dass die Mutter noch 10 Jahre leben wird.
Ansonsten kann die Schenkung an Schwiegerkinder und beliebige Personen bis zu einem Betrag von 20.000 € steuerfrei erfolgen.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 26.07.2016 | 23:21

Hallo,

Vielen Dank für ihre hilfreiche Antwort.

Punkt2 habe ich nicht ganz verstanden.
Bestünde kein Testament, hätte die Tochter ja einen Schenkungssteuerfreibetrag von 400000€ von jedem Elternteil.
Kann man diesen nicht quasi durch Schenkung erreichen, z.B.

Vater und Mutter haben jeweils 500000€ Eigentum. Vater schenkt der Tochter 400000 und stirbt bald darauf. Mutter erbt. Tochter verlangt KEINEN Pflichtteil (denn den müsste sie versteuern, da sie schon die Schenkung erhalten hat).
Wenn Mutter stirbt, erbt Tochter weitere 600000. dann muss sie noch 200000 mit dann 11% versteuern, da der Rest ihr Freibetrag wäre.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.07.2016 | 10:33

Sehr geehrte Fragestellerin,

danke für die Nachfrage.

So einfach wie Sie das geschildert haben ist das leider nicht.
Wenn Ihr Vater jetzt Ihnen 400.000 € schenkt und darauf hin verstirbt, ist noch keine Erbfall für Sie eingetreten, erst wenn die Mutter verstirbt, das ist richtig. Wenn aber zwischen der Schenkung des Vaters und dem Tod der Mutter noch keine 10 Jahre liegen, so gilt die Schenkung als vorweggenommenes Erbe. D.h. zu den 600.000 € Erbe, wird die Schenkung hinzugerechnet, als würde sie zum Erbe gehören, weshalb 600.000 € zu versteuern wären.

Durch die Schenkung an die Enkelkinder wird das Erbe um jeweils 200.000 € gemindert. Damit wären nur noch 200.000 € zu versteuern. Durch eine weitere Schenkung an den z.B. Schwiegersohn, wird das steuerpflichtige Erbe um weitere 20.000 € gemindert.

Ich hoffe Ihre Frage abschließend beantwortet zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Evgen Stadnik
Rechtsanwalt

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