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Erbschaftssteuer, Berechung Erbanteile bei laufender Hypothek

| 28.09.2015 12:23 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Anfang der 1960er erwarben meine Eltern gemeinsam ein Haus.

Mein Vater verstarb unerwartet ca. 6 Monate nach dem Kauf des Hauses.

Das Haus war zum Zeitpunkt des Todes meines Vater noch stark mit Hypotheken belastet.
Durch den Tod gingen 25% des Hauses auf meine Mutter über und 25% verteilten Sich gemäss der gesetzlichen Erbfolge auf meine Brüder und mich.

Die Hypotheken auf das Haus wurden von meiner Mutter im Laufe der folgenden ca. 25 Jahre getilgt. Ende der 1980er Jahre war es schuldenfrei. Meine Brüder und ich waren während des gesamten Zeitraumes der Hypothekentilgung noch minderjährig resp. in Ausbildung.
Das Haus wurde seitdem immer in Erbengemeinschaft ohne Konflikte über Erbanteile weitergeführt und nach dem Auszug der Kinder von meiner Mutter alleine bewohnt. Spezielle Vereinbarungen zwischen meiner Mutter und ihren Söhnen betreffend Erbanteilen gab es nie.
Letztes Jahr 2014 verstarb einer meiner Brüder unerwartet. Dadurch ging ein Erbanteil meines verstorbenen Bruders gemäss der gesetzlichen Erbfolge auch auf mich über, da der gemeinsame Vater ja nicht mehr lebt.
In Folge des Todes meines Bruders wurde ich vom zuständigen Finanzamt in Hessen (Fulda) zur Abgabe einer Erbschaftssteuererklärung aufgefordert.
Da ich davon ausging, dass wir beim Tode unseres Vaters nur den bereits bezahlten Anteil des Hauses geerbt hatten, gab ich dies auch in der Erbschaftssteuererklärung entsprechend an.
Den Kaufpreis des Hauses sowie die Hypotheken konnte ich Anhand von Kopien der Kaufdokumente aus den frühen 1960er Jahren noch lückenlos belegen.
Letzte Woche erhielt ich dann den Erbschaftssteuerbescheid. Zu meinem Entsetzten berechnete das Finanzamt den Erbschaftsanteil so als hätte es die Hypotheken nie gegeben. Ich bin nun unsicher, ob ich Einspruch erheben soll.

Konkret meine Frage:

Falls eine Witwe mit ihren minderjährigen Kindern in Erbengemeinschaft ein Eigenheim bewohnt und die Hypotheken ausschliesslich von der Mutter getilgt werden, verschiebt der Eigentumsanteil gemäss dem Wert der Hypotheken zugunsten der Mutter oder tritt sie in eine Art gesamtschuldnerische Haftung ein und bezahlt die Hypotheken für Ihre Kinder gleich mit, so dass die Aufteilung der Erbanteile über die Jahre konstant bleibt?
28.09.2015 | 14:44

Antwort

von


(445)
Tannenforst 3
47551 Bedburg-Hau
Tel: 02821 8995153
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.

Sie müssen sich zunächst vor Augen halten, dass es sich bei der Erbengemeinschaft um eine so genannte Gesamthandsgemeinschaft handelt. Mit Erben sind also gemeinschaftlich am ungeteilten Nachlass berechtigt und zwar in Höhe ihrer Quote. Dies hat aber keinerlei Aussage über den Wert der Quote. Denn ein Nachlass-Gegenstand kann eine Wertveränderung erfahren bis die Erbengemeinschaft sich auseinandersetzt.

So ist es oft bei Immobilien die im Eigentum einer Erbengemeinschaft stehen die sich über Jahre nicht auseinandersetzt. Durch Tilgung der über Grundpfandrechte gesicherten objektbezogenen Finanzierungsdarlehen erhöht sich dann der Nachlasswert der Immobilie so dass den mit Erben für ihre Quote im Falle der Auseinandersetzung ein höherer Betrag zusteht.

Die Erben haften für die Nachlassverbindlichkeiten gemeinschaftlich als Gesamtschuldner, § 2058 BGB . Die Miterben sind denjenigen Miterben die Nachlassverbindlichkeiten gezahlt haben zum Ausgleich verpflichtet, vgl. <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/426.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 426 BGB: Ausgleichungspflicht, Forderungsübergang">§ 426 BGB</a> .

Dem entsprechend stünde im vorliegenden Fall ihrer Mutter ein Ausgleichsanspruch zu, da sie die Tilgung alleine erbracht hat und somit den Wert des Nachlasses erhöht hat.

Für die Steuer ist maßgeblich der Entstehungszeitpunkt. Nach § 9 Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, ErbStG, entsteht die Steuer bei Erwerb von Todes wegen grds. mit dem Tode des Erblassers. Somit ist der Todeszeitpunkt ihres Bruders maßgeblich.

Als Grundlage für die Besteuerung ist nach § 10 Erbschaftsteuergesetz die Bereicherung des Erwerbers maßgeblich. Bewertungsstichtag ist nach § 11 Erbschaftsteuergesetz der Zeitpunkt der Steuerentstehung, was hier der Todeszeitpunkt ist.

Es ist somit nicht auf frühere Zeitpunkte in denen beispielsweise noch Hypotheken den Grundbesitz belastet haben abzustellen. Dies ist auch sachgerecht, weil der aktuelle Wert maßgeblich sein muss.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Bitte beachten Sie, dass die Beratung im Rahmen dieser Plattform nur eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Sie kann daher eine detaillierte Rechtsberatung, unter Vorlage von Unterlagen und Urkunden, niemals ersetzen.

Freundliche Grüße

D. Meivogel
-Rechtsanwalt-


Bewertung des Fragestellers 30.09.2015 | 12:16

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"Die Rechtslage wurde so verständlich erläutert, dass eine weitere anwaltliche Beratung nicht erforderlich ist."
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(445)

Tannenforst 3
47551 Bedburg-Hau
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