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Erbschaftsfall

| 07.10.2015 07:42 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Der Erwerb auch Erbschaft umfasst auch dem Erben unbekannte Vermögenswerte. Diese sind dem Finanzamt gegenüber nach Kenntnis grundsätzlich anzeigepflichtig.

Meine Zieh "Oma" (nicht leiblich verwandt mit meiner Mutter und auch nicht mit mir) hatte noch ein Konto, von dem meine Mutter und auch ich aber nichts wussten. Meine Mama war Alleinerbin, das Erbe war abgeschlossen. (Aber das Konto fiel da natürlich nicht darunter weil wir es nicht wussten) Meine Mutter ist 2008 ebenfalls verstorben und ich bin Alleinerbin ... nun ist das Konto durch viele Umstände aufgetaucht und ich wurde als Erbin ermittelt. Die Erbgeschichte meiner Mutter ist ebenfalls schon abgeschlossen. Die Bank hat es aber natürlich dem Finanzamt gemeldet. Nun ist meine Frage - WIE wird das berechnet ? DOPPELT ? nur nach meiner "Oma" (fällt ja dann in die Gruppe 3, unter sonstige erben) oder nach meiner Mutter ? ich weiss nicht wann die sich melden werden und ich weiss nicht wie viel Geld ich zurück legen muss .... Damals 2008 wurde noch das alte Erbschaftsteuergesetz angewendet. (Das hat sich ja dann geändert). Muss ich, obwohl die Bank eine Meldung ans Finanzamt geschickt hat, mich selbst nochmal melden oder treten die an mich heran?
07.10.2015 | 09:33

Antwort

von


(273)
Bosestraße 9
08056 Zwickau
Tel: 0375/35313120
Web: http://www.ra-lars-winkler.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:


"Aber das Konto fiel da natürlich nicht darunter weil wir es nicht wussten"

Das ist falsch: In Deutschland erwirbt der Erbe sofort beim Tode des Erblassers dessen gesamtes übertragbares Vermögen, und zwar kenntnisunabhängig. Deswegen hat auch Ihre Mutter den Betrag auf dem Konto ihrerseits von der Oma geerbt. Sie wiederum haben dann von Ihrer Mutter geerbt. Die Kenntnis vom Konto spielt dafür keine Rolle.

Erbschaftssteuerlich gibt es damit 2 steuerpflichtige Erwerbsvorgänge. Sie fallen gegenüber Ihrer Mutter natürlich in Steuerklasse I. Die Steuerklasse und der Freibetrag von der Oma zur Mutter hängen von deren familienrechtlicher Verwandtschaft ab; die leibliche Verwandtschaft als solche ist irrelevant.

Betreffend die Anzeige komm die Bank lediglich einer gesetzlichen Pflicht aus <a href="http://dejure.org/gesetze/ErbStG/33.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 33 ErbStG: Anzeigepflicht der Vermögensverwahrer, Vermögensverwalter und Versicherungsunternehmen">§ 33 ErbStG</a> nach. Sie selber müssten grundsätzlich den Erwerb auch binnen 3 Monaten ab Kenntnis anzeigen, § 30 Abs.1 ErbStG . Dies würde nur dann entfallen, wenn beide Erbschaften aufgrund (bereits eröffneter) Testamente oder Erbverträge erfolgt wären, § 30 Abs.3 ErbStG . Bei Auslandsvermögen bliebe es bei der Anzeigepflicht.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Lars Winkler

Rückfrage vom Fragesteller 07.10.2015 | 09:48

Sehr geehrter Herr Winkler,

ich danke Ihnen vielmals für Ihre Antwort.
Die Bank hatte erst 2014 vom Tode meiner Zieh Großmutter erfahren, daraufhin die Meldung ans Finanzamt geschickt (Im April 2015)und die Erben ermittelt. Ich selbst habe erst im Juli 2015 davon erfahren und das Geld auch erst vor 2 Wochen ausbezahlt bekommen.

Habe ich Sie richtig verstanden, dass der Betrag der nun auf mich zukommt, aus zwei Erbangelegenheiten ermittelt werden? Die Freibeträge damals sowohl bei Oma als auch Mutter waren aufgebraucht (nach dem alten Recht waren die leider nicht so hoch wie nach dem neuen). Die Erbschaftssteuer in beiden Fällen ist beglichen. Wird das ganze komplett neu berechnet ? oder die alten Fälle nochmal 'aufgerollt'? Das habe ich jetzt leider aus Ihrer Antwort nicht erlesen können.

herzlichen Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 07.10.2015 | 10:48

Sehr geehrte Fragestellerin,

Lassen Sie mich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

"Habe ich Sie richtig verstanden, dass der Betrag der nun auf mich zukommt, aus zwei Erbangelegenheiten ermittelt werden?"

Ja. Sie haften als Erbin der Mutter auch für deren neu auftauchende Steuerschulden aus der Erbschaft nach der Oma.


"Wird das ganze komplett neu berechnet ? oder die alten Fälle nochmal 'aufgerollt'?"

Den Unterschied zwischen „Neuberechnung" und „nochmal aufrollen" verstehe ich nicht ganz… Nach Meldung an das Finanzamt (die hier übrigens umgehend erfolgen sollte) werden Sie zu einer Nacherklärung aufgefordert werden. Auf deren Basis wird dann die Steuer für die gesamten Erwerbe (unter Anrechnung der gezahlten Beträge) neu berechnet; leider nach altem Recht, § 37 Abs.1 ErbStG .

Das Ganze ist im Detail nicht unkompliziert, deswegen sollten Sie diesen Steuerbescheid in der Einspruchsfrist eingehend prüfen. Professionelle Hilfe empfiehlt sich dabei sicherlich.


"Die Freibeträge damals sowohl bei Oma als auch Mutter waren aufgebraucht (nach dem alten Recht waren die leider nicht so hoch wie nach dem neuen)."

Wenn die Freibeträge ohnehin aufgebraucht waren, dann würde übrigens auch bei einer Nachversteuerung nur des neu aufgetauchten Betrages in etwa dasselbe herauskommen.


"Das habe ich jetzt leider aus Ihrer Antwort nicht erlesen können."

Ihre Frage hatte ich so verstanden dass Sie grundsätzlich wissen wollten wieviele Erwerbsvorgänge mit welchen Steuerklassen hier vorliegen. Deswegen bin ich darauf nicht eingegangen.


Mit freundlichen Grüßen
RA Lars Winkler

Bewertung des Fragestellers 07.10.2015 | 11:10

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 07.10.2015
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