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Erbschaftsansprüche bei Ausschluss im Testament

| 30.10.2015 15:22 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Meine Mutter ist kürzlich verstorben. Ihr Ehemann (Zugewinngemeinschaft) lebt in einem Pflegeheim mit einem amtlich bestellten Betreuer. Er ist nicht unser leiblicher Vater und wir wurden von ihm nicht adoptiert. In die Ehe hat sie vor 25 Jahren ein Haus mit Grundstück eingebracht und ist auch Alleineigentümerin laut Grundbuch. Sie hat ein Testament hinterlassen, in dem sie ihn vom Erbe ausschließt. Barvermögen ist nicht vorhanden.Meine Schwester und ich sind ihre leiblichen Kinder. Gemäß Amtsgericht müssen wir jetzt einen Erbschein beantragen. Meine Schwester hat kein Interesse am Haus. Wie stellen sich hier die Erbschaftsansprüche da?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Wirksamekeit des Testaments unterstellt, sind nach Ihrer Schilderung Sie und Ihre Schwester jeweils Erben zu 1/2 geworden. Dem Ehegatten steht lediglich ein Pflichtteilsanspruch zu, sofern er nicht wirksam hierauf verzichtet hat.

Der Pflichtteilsanspruch müsste vom Ehegatten bzw. eventuell von dessen Betreuer für den Ehegatten gegenüber Ihnen und Ihrer Schwester geltend gemacht werden und ist ein reiner Geldanspruch.

Der Pflichtteilsanspruch besteht dann in Höhe von 1/4 des Nachlasswerts oder, falls der Ehegatte den Ausgleich des Zugewinns verlangt, in Höhe von 1/8.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2015 | 16:27

Danke für die schnelle und hilfreiche Antwort.
Leider verstehe ich das mit dem 1/8 Ausgleich nicht. Worauf bezieht sich das?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.10.2015 | 16:33

Sehr geehrter Fragesteller,

auch das 1/8 bezieht sich auf den Nachlasswert.

Ehegatten in Zugewinngemeinschaft haben im Falle der Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen ein entsprechendes Wahlrecht ("großer Pflichtteil" oder "kleiner Pflichtteil"), vgl. § 1371 BGB.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Ivo Glemser

Bewertung des Fragestellers 30.10.2015 | 16:41

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 30.10.2015 5/5,0
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