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Erbschaft später noch ausschlagen


| 21.11.2007 22:23 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling



Hallo,

Mein Vater ist vor ca. 8 Monaten verstorben.
Zurückgelassen hat er ein Haus (Ich und meine Schwester stehen im Grundbuch). Ob Schulden vorhanden sind weiß ich nicht. Wir haben das Erbe nicht innerhalb der 6 Wochen Frist ausgeschlagen (Unwissenheit). Jetzt befürchte ich, daß nach der Beantragung des Erbscheines noch Schulden auf mich/uns zukommen. Ich habe gelesen, daß man evtl. die Erbschaft nach Beschaffung des Erbscheines und bei Bekanntwerdens von Schulden die Erbschaft auch später noch mit einer 6 Wochen Frist ausschlagen kann.
Ist das richtig und welche Besonderheiten müssen dabei berücksichtigt werden? Habe ich dann mit dem Haus noch etwas zu tun?

Vielen Dank.

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Grundsätzlich kann die Erbschaft mit einer Frist von 6 Wochen ab Kenntnisnahme, zu welchem der Erbe von dem Anfall und dem Grund der Berufung Kenntnis erlangt. Ist der Erbe durch Verfügung von Todes wegen berufen, so beginnt die Frist nicht vor der Verkündung der Verfügung. Die Frist beträgt sechs Monate, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nur im Ausland gehabt hat oder wenn sich der Erbe bei dem Beginn der Frist im Ausland aufhält.

Nach Annahme oder Ablauf der Frist kann diese gem. §§ 1954 ff BGB angefochten werden. Die Frist zur Anfechtung beträgt 6 Wochen. Die Frist beträgt sechs Monate, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nur im Ausland gehabt hat oder wenn sich der Erbe bei dem Beginn der Frist im Ausland aufhält. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt welchem der Anfechtungsberechtigte von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt. Wenn die Schulden vom Nachlassgericht als Anfechtungsgrund anerkannt werden, so kann die Erbschaft dann ausgeschlagen werden. Hierzu gibt es jedoch unterschiedliche Rechtsauffassungen und Entscheidungen, welche abhängig vom konkreten Einzelfall sind.

Wenn Sie die Erbschaft ausschlagen, so bezieht sich dies auf den gesamten Nachlass, somit auch auf das Grundstück, wenn dies zur Erbmasse gehörte. Die Schulden separat ausschlagen ist nicht möglich.


Ich hoffe meine Antwort genügt Ihnen für eine erste Orientierung im Rahmen der Erstberatung und ich darf darauf hinweisen, dass meine Ausführungen auf Ihrer Sachverhaltsdarstellung beruhen.

Gern können Sie von Ihrem Recht zu einer Nachfrage Gebrauch machen. Weitergehende Fragen beantworte ich für Sie im Rahmen einer Mandatsübertragung, ebenso übernehme ich gern weitere Tätigkeiten im Rahmen eines Mandats. Eine Mandatsausführung kann unbeachtlich der örtlichen Entfernung erfolgen und eine Informationsweiterleitung erfolgt dann per E-Mail, Post etc..


Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
Rechtsanwältin

Enderstr. 59
01277 Dresden
Tel.: 0351/2 69 93 94
Fax: 0351/2 69 93 95
e-mail: sperling@anwaltskanzlei-sperling.de
www.anwaltskanzlei-sperling.de


Nachfrage vom Fragesteller 05.12.2007 | 18:13

Sehr geehrte Frau Sperling,

Vielen Dank erst mal für die schnelle Beantwortung meiner Frage.
Leider tun sich bei mir nun weiteren Fragen auf.

Sie schreiben: "Nach Annahme oder Ablauf der Frist kann diese gem. §§ 1954 ff BGB angefochten werden".
Bedeutet das für uns, daß wir jetzt -Stand heute - noch das Erbe ausschlagen können? Und müssen wir auf jeden Fall erst den Erbschein beantragen, damit wir das tun können?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.12.2007 | 11:45

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich mich für die verspätete Beantwortung der Nachfrage etnschuldigen, jedoch befand ich mich im Auslandsurlaub.

Einen Erbschein müssen Sie nicht beantragen um die Erbenstellung gem. §§ 1954 ff BGB anfechten zu können.

Im Ergebnis ist die Wirkung der Anfechtung mit der Ausschlagung gleich zu setzen. Allerdings kann die Ausschlagung ohne Grund erfolgen und die Anfechtung bedarf einen Grund nach den genannten Vorschriften, z.B. Irrtum etc.

Die 6 Wochen Frist läuft ab Kenntnis des Anfechtungsgrundes. Wenn seid Kenntnisnahme von den Schulden noch keine 6 Wochen vergangen sind, können Sie die Anfechtung noch fristgerecht erklären. Im übrigen darf ich jedoch auf meinen Ausführungen in meiner Antwort verweisen.


Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
Rechtsanwältin

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