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Erbschaft mit Vermächtnis

| 13.02.2011 00:31 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dennis Meivogel


Ich bin Alleinerbin meines kürzlich verstorbenen Vaters.
2002 habe ich von beiden Elternteilen mittels Schenkung eine Wohnung erhalten. Zählt diese im jetzigen Erbschaftssteuerverfahren somit nur zur Hälfte?

Weiterhin habe ich jetzt nach dem Tod v. Vater (Mutter 2006 verstorben)3 Immobilien geerbt. Ist es richtig, dass nach der Erbschaftssteuerreform für die Berechnung der Erbschaftssteuer entweder der Wert vergleichbarer Immobilien angesetzt wird oder die S u m m e aus MietErtragswert (12 Monate x Vervielfältiger) + Bodenrichtwert?

Von den 3 Immobilien bekommen meine Söhne als Vermächtnis je eine Wohnung mit Nießbrauchvorbehalt für mich.
Da der Wert jeweils unter 200000.- liegt, fiele für meine Kinder als Enkel des Erblassers auch ohne den Nießbrauch keine Erbschaftssteuer an.
Muss i c h aber nun für den Nießbrauch Erbschaftssteuer zahlen und falls, wie berechnet sich diese?
Könnte ich bei der über Notar abzuwickelnden notariellen Eintragung ins Grundbuch noch auf den Nießbrauch verzichten? Oder wäre dies dann eine Schenkung an meine Kinder und der ehemalig zugestandene Nießbrauch müsste von mir trotzdem versteuert werden?

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.

Sofern das Ihnen im Jahren 2002 übertragene Objekt zur Hälfte dem Erblasser gehört hatte, trifft Ihre Annahme zu. Dann ist das Objekt zur Hälfte erbschaftssteuerrelevant.

Zur Bewertung der 3 geerbten Immobilien ist für die Bewertung die Art des Objekte entscheidend. Bei selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen wird der Preis vorrangig aus Verkäufen vergleichbarer Immobilien herangezogen (§ 183 BewG. Ansonsten kommen Ertragswerte (§ 184 BewG) zum Ansatz, die wie bisher die erzielbaren Mieten berücksichtigen. Dabei kommt durch den Vervielfältiger über den derzeitigen Faktor von 12,5 und der Hinzurechnung für den Grund und Boden eine höhere Bemessungsgrundlage heraus, die pauschal um einen Abschlag von 10 % gemindert wird.

Auch der Nießbrauch stellt ein Vermögensrecht dar, welches Gegenstand einer Bewertung ist. Mit BMF-Schreiben vom 1. Oktober 2009 (IV C 2 - S 3104/09/10001) hat das Bundesfinanzministerium gemäß § 14 Abs. 1 Satz 4 BewG die Vervielfältiger zur Berechnung des Kapitalwerts lebenslänglicher Nutzungen oder Leistungen bekannt gegeben, die nach der am 24. September 2009 veröffentlichten Sterbetafel 2006/2008 des Statistischen Bundesamtes ermittelt wurden und für Bewertungsstichtage ab dem 1. Januar 2010 anzuwenden sind. Das Schreiben finden Sie hier: http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/BMF__Startseite/Aktuelles/BMF__Schreiben/Veroffentlichungen__zu__Steuerarten/erbschaft__schenkungsteuerrecht/006__a,templateId=raw,property=publicationFile.pdf

Den Vervielfältiger müssen Sie mit der Jahresnettomiete multiplizieren und errechnen so den Wert des Nießbrauches, der Ihnen durch den Erbfall zugeflossen ist. Der Verzicht auf den Nießbrauch stellt einen neuen Vorgang dar. Aufgrund des Erbfalles haben Sie bereits den Nießbrauch erhalten. Der Verzicht wäre daher nun eine Schenkung.

Nachfrage vom Fragesteller 13.02.2011 | 09:47

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Hier meine Nachfrage: Habe ich es richtig verstanden, dass ich auch bei Nießbrauchsverzicht (die Mieteinnahmen wollte ich meinen Kindern ohnehin überlassen)der erhaltene Nießbrauch der Erbschaftssteuer in vollem Umfang (Jahresnetto-Miete x Vervielfältiger nach Sterbetafel) unterliegt?
(Ich bin jetzt 59 Jahre also gehe ich von etwa 20 Jahren aus!?)
Es würde bedeuten, dass ich -wenn mir der Nießbrauch nicht überlassen wäre, insgesamt -nach Abzug des Freibetrages- einen Wert von unter 50000 EUR mit 7% versteuern müsste, also etwa 3500 Steuern zahlen müsste.´Durch den Nießbrauch-Vorbehalt käme ich auf ein eine zu versteuernde Summe von ca. 400000.-, somit ca.60000 EUR Erbschaftssteuer.
Im Voraus danke für die weitere Beantwortung

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.02.2011 | 13:27

Sehr geehrte Fragestellerin,

nach Vollendung des 58. Lebensjahres besteht eine Restlebenserwartung von 26,47 Jahren was einem Kapitalwert von 14,154 entspricht. Mit diesem müssen Sie die Jahresnettomiete multiplizieren um den Wert des Nießbrauches zu errechnen.

Erben ist ein sogenannter Von-Selbst-Erwerb. Sie haben somit durch den Tod bereits die entsprechenden vermögensrechtlichen Positionen erlangt. Es ist nicht entscheidend, ob Sie diese nutzen wollen oder später wieder übertragen wollen. Der Vermögensübergang ist mit dem Eintritt des Erbfalles erfolgt. An diesen Vorgang schliesst die Steuer an.

Bewertung des Fragestellers 13.02.2011 | 15:40

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