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Erbschaft in der Insolvenz

| 10.06.2008 14:42 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler


Ich bin seit Juni 2004 im Regelinsolvenzverfahren. Ich war ehemals selbstständig und habe mehr als 20 Gläubiger.
Das Insolvenzverfahren läuft, die Restschuldbefreiung ist bis heute nicht angekündigt. Jetzt habe ich eine Erbschaft in Höhe von 22.000 € gemacht. Ich habe meinen Anwalt gefragt was mit der Erbschaft passiert. Er sagte mir, dass ich die Hälfte abgeben muss.
Offenbar eine falsche Einschätzung?
Blöde ist nur, dass ich mich darauf verlassen habe und bereits die Hälfte des Geldes ausgegeben habe. Was soll ich jetzt machen?
Stimmt es, dass die Erbschaft futsch ist?
Kann ich gegen den Insolvenzverwalter vorgehen weil auch 4 Jahre nach der Eröffnung des Verfahrens noch keine Restschuldbefreiung angekündigt wurde?
Was wird passieren wenn ich das Geld nicht bezahlen kann?

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

Eine Erbschaft während des laufenden Insolvenzverfahrens gehört als Neuerwerb vollständig zur Insolvenzmasse. Nur während der sog. Wohlverhaltensperiode gilt zugunsten des Insolvenzschuldners, dass dieser nur die Hälfte der Erbschaft herauszugeben hat.

Ein Belangen des Insolvenzverwalters für das sog. „Offen-Halten“ des Verfahrens ist effektiv leider so gut wie unmöglich; auch wenn dies in Erwartung einer Erbschaft geschieht.

Soweit Sie die Erbschaft nicht mehr vollständig zur Masse führen können, hat der Insolvenzverwalter die Möglichkeit, Sie auf Zahlung des Restbetrages zu verklagen. Dieses Verfahren würden Sie höchstwahrscheinlich verlieren, so dass Sie sich um eine Einigung mit dem Verwalter bemühen sollten, um nicht weitere Kosten zu verursachen. Dies gilt auch aus dem Grund, dass die Nichtherausgabe bzw. Ausgabe dieses Vermögens eine Versagung der Restschuldbefreiung nach § 290 InsO zur Folge haben kann.

Ggf. kommt eine Haftung Ihres Rechtsanwaltes in Betracht.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.

Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - gerne auch per eMail - mit mir in Verbindung setzen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -

www.ra-freisler.de
www.kanzlei-medizinrecht.net
Tel.: 06131 / 333 16 70
mail@ra-freisler.de

Nachfrage vom Fragesteller 10.06.2008 | 15:17

Kann ich auch strafrechtlich belangt werden? Oder ist die Verwährung der Restschuldbefreiung das Schlimmste was mir passieren kann?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.06.2008 | 15:35

Meine Antwort bezog sich auf die insolvenzrechtlichen Folgen. Die Nichtangabe der Erbschaft bzw. deren Verbrauch kann sich aber auch strafrechtlich auswirken. Dabei kommt es allerdings auf die konkreten Umstände an, so dass ich hier diesbezüglich und nicht abschließend auf §§ 283 ff. StGB verweisen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Martin P. Freisler
Rechtsanwalt

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