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Erbschaft in Griechenland


03.07.2007 19:14 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernst G. Mohr



Hallo,

vor ca einem Monat ist meine Großmutter in Griechenland verstorben.Da mein Vater schon seit fast 20 jahren tot ist hat meine Großmutter zu Lebzeiten meiner Tante in Griechenland
mehrere Wohnungen geschenkt. Mein Bruder und ich haben dies nicht gewußt. Jetzt stellt sich die Frage ob es nach giechischem Recht so etwas wie ein Pflichtteil gibt ?. Kann dieser Anspruch auf das Pflichtteil verjähren und wenn ja, wann beginnt die Frist? Sind wir als Enkel überhaupt erbberechtigt? Wo muß
ich einen etwaigen Anspruch anmelden?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Anknüpfungspunkt für das anwendbare Erbrecht ist die Staatsangehörigkeit, die der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes innehatte.

Denn gemäß Art. 28 ZGB richten sich die erbrechtlichen Verhältnisse nach dem Recht des Staates, dem der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes angehört. Insoweit gehe ich davon aus, dass Ihr Grußmutter Griechin war und somit griechisches Erbrecht Anwendung findet.

Das griechische IPR folgt dem Grundsatz der Nachlasseinheit. Es wird nicht, wie z.B. in Frankreich, zwischen verschiedenen Arten von Nachlassgegenständen unterscheiden, was zur Nachlassspaltung führen würde.

Im Falle der Errichtung einer Verfügung von Todeswegen, unterscheidet das griechische Recht zwischen dem eigenhändigen, dem öffentlichen/notariellen und dem geheimen Testament. Das eigenhändige Testament ist vom Erblasser zu schreiben, zu unterschreiben und mit Ort und Datum zu versehen. Zudem gibt es noch Nottestamente.

Gemeinschaftliche Testament und Erbverträge in jeder Form werden als nicht wirksam gesehen.

Auch kennt das griechische Erbrecht ein Pflichtteilsrecht. Es ist gestaltet in den Art. 1825 – 1845 ZGB. Zum pflichtteilsberechtigten Personenkreis gehören der Ehegatte, die Kinder/Abkömmlinge und die Eltern des Erblassers. Die Höhe des Pflichtteilsanspruchs ist die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Der Pflichtteilsanspruch gewährt nicht nur einen schuldrechtlichen Anspruch, sondern gewährt eine Beteiligung an der Erbschaft in Höhe des Pflichtteils.

Voraussetzung für ein Pflichtteilsrecht ist, dass der Berechtigte im konkreten Fall aufgrund gesetzlicher Erbfolge zum Erben berufen wäre. Wenn z.B. der Erblasser in seinem Testament seinen einzigen Sohn, sein Enkel (der Sohn des Sohnes), seinen Ehemann und ihren Vater nicht bedenkt, sind pflichtteilsberechtigt nur der Sohn und der Ehemann, nicht dagegen der Vater und der Enkel.

Ich hoffe, Ihnen mit diesem Überblick geholfen zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Ernst G. Mohr

Nachfrage vom Fragesteller 03.07.2007 | 23:14

Hallo,

erst mal vielen Dank für die schnelle Antwort.

Mir ging es in erster Linie darum ob die zu Lebzeiten an meine
Tante geschenkten Wohnungen mir zu einem Pflichtteil mit gehören. Wenn meine Großmutter kein Testament hinterlassen hat müßte ich doch bezüglich dieser Schenkungen mein Pflichteil
einfordern können.? Wenn ich Sie richtig verstehe könnte meine Tante also Alleinerbin sein,wenn Sie als solche von meiner
Großmutter eingesetzt worden ist ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.07.2007 | 19:39

Zum erbberechtigten Personenkreis gehören der Ehegatte, die Kinder/Abkömmlinge und die Eltern des Erblassers. Hinsichtlich der Erbmasse kommt es auf das Vermögen zum Zeitpunkt des Erbfalles an. Es sollte daher zunächst geprüft werden, ob ein wirksamens Testament besteht. Die dort als Erbe/Erben genannten Person/Personen wäre dann Erbe geworden. Bestand kein Testament so gilt die gesetzliche Erbfolge. Es wäre ggf. dann weiter zu prüfen, ob das griechische Recht Pflichtteilsergänzungansprüche o.ä. vorsieht. Über diesen Überblick hinaus würde sich die Inanspruchnahme eines auf griechischem Recht spezialisierten Anwalt empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Ernst G. Mohr

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