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Erbschaft einklagen: welche Pflichten habe ich im Todesfall der Eltern

18.05.2018 12:30 |
Preis: 33,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Kinder


Zusammenfassung: Auswirkungen der Geltendmachung des Pflichtteils nach Erbfall gegenüber dem anderen Elternteil.

Hallo,

ich möchte - aus diversen Gründen - meinen Pflichtteil von meinem Vater (verheiratet mit neuer Frau, welche zwei Kinder hat) einklagen. Er hat ein Haus, Auto und Bankkonto. Wie gehe ich am Besten vor?

Welche Folgen hat das für den Fall seines Todes? Muss ich mich dann erneut mit allem auseinandersetzen oder habe ich es hinter mir, wenn der Erbschaftsstreit durch ist?

Sollte ich mir das Einklagen meines Pflichtteils nochmals überlegen, werde ich wohl die Erbschaft abschlagen.

Danke vorab!

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Leider ist Ihre Sachverhaltsdarstellung etwas knapp gehalten.

Wenn sich Ihre Frage darauf richtet, ob Sie bereits eine Auszahlung Ihres Pflichtteils zu Lebzeiten verlangen können, ist die Antwort, dass dies nach deutschem Recht nicht geht.
D.h., dass erbrechtliche Ansprüche, die sich auf das Verhältnis Vater-Sohn beziehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt von Ihnen nicht geltend gemacht werden können.

Sollte hingegen Ihre Mutter verstorben sein, stehen Ihnen Pflichtteilsansprüche dann zu, wenn Sie durch Testament vom Erbe der Mutter, deren gesetzliche Erbe Sie sind, ausgeschlossen wurden. In welcher Höhe Sie Ansprüche geltend machen können, hängt – neben dem Umfang des Nachlasses - unter anderem davon ab, ob Ihre Mutter bereits zu Lebzeiten über Vermögensgegenstände verfügt hat und wann das der Fall war, welche weiteren gesetzlichen Erben es gibt und noch von einigen anderen Umständen.

Beachten Sie bitte außerdem die dreijährige Verjährungsfrist für die Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen.

Sollte der letztgenannte Sachverhalt zu treffen, müssen Sie zunächst denjenigen, der zu „Ihrem Nachteil" als Erbe eingesetzt wurde, auffordern, Ihnen Auskunft über den Umfang des Nachlasses Ihrer Mutter zu geben, damit dann der Pflichtteilsanspruch berechnet werden kann.

Außerdem müsste mitgeteilt werden, welche Verfügungen Ihre Mutter (zum Beispiel Schenkung) bereits zu Lebzeiten getätigt hat. Wenn Ihnen diese Auskünfte vorliegen, müssen Sie Ihren Pflichtteilsanspruch berechnen und dann die Auszahlung gegenüber dem Erben geltend machen am besten unter Setzung einer Frist.

Wenn die Auskunft nicht freiwillig erteilt wird, können Sie auch diese Auskunft einklagen.

Die Auskunft ist in jedem Fall Grundlage für die Geltendmachung von Zahlungsansprüchen sowohl gerichtlich als auch außergerichtlich.

Grundsätzlich hat die Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen keine automatischen Auswirkungen, wenn Ihr Vater einmal stirbt. Es kann jedoch sein, dass, wenn zum Beispiel ihre Eltern ein wechselseitiges Testament gemacht haben oder Ihr Vater entsprechend verfügt hat, dass Sie dann auch bezüglich ihrer weitergehenden Ansprüche nach dem Tod des Vaters vom Erbe ausgeschlossen und „auf den Pflichtteil gesetzt" sind. Eine derartige „Pflichtteilstrafklausel" ist relativ häufig.

Ich bitte jedoch um Verständnis, dass die vorstehenden Ausführungen aufgrund der sehr knappen Sachverhaltsschilderung weitgehend spekulativ sind und empfehle Ihnen, mit genauen Informationen und Unterlagen einen Rechtsanwalt aufzusuchen, der Sie dann ausführlich beraten kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 18.05.2018 | 13:17

Ja, ich habe zu wenig geschildert. Meine Eltern sind lange geschieden und leben noch und mein Vater ist neu mit besagter Frau und Kindern verheiratet.

---> Ich habe etwas von "Erbverzicht mit Abfindung" gelesen. Und wollte eigentlich in diese Richtung fragen.

Ich wusste nicht, dass man seinen Pflichtteil zu Lebzeiten nicht bekommen kann.

Und meine Hauptfrage ist: Wenn ich es schaffe, meinen Vater zu einer solchen Abfindung zu bewegen, muss ich dann noch was beachten im Hinblick auf den Todesfall? Oder bin ich dann auch tatsächlich (und hoffentlich) aus dem Erbe "gestrichen"?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.05.2018 | 13:32

Wie bereits erwähnt: „fordern" können Sie den Pflichtteil zu Lebzeiten nicht. Aber es ist selbstverständlich möglich, hier eine einvernehmliche Regelung zu treffen. Sie müssen Ihren Vater (ich nehme an, es geht um die Ansprüche nach dem Vater ,die Ausführungen gelten aber auch entsprechend für die Mutter ) darauf ansprechen, ob er einverstanden ist, Ihnen für einen Pflichtteilsverzicht eine Abfindung zu zahlen.
Die Höhe der Abfindung ist nicht gesetzlich festgelegt sondern müsste von Ihnen mit dem Vater ausgehandelt werden.
Man könnte sich natürlich bei der Höhe an der Höhe des gesetzlich vorgesehenen Pflichtteilsanspruches (Hälfte des gesetzlichen Erbteils im Geld) orientieren.
Es müsste dann ein entsprechender Vertrag geschlossen werden, der von einem Notar beurkundet werden muss.
Eine solche Regelung kann durchaus für alle beteiligten vorteilhaft sein: Sie kommen relativ schnell zu liquiden Mitteln, und Ihr Vater kann seinen Nachlass, also den Vermögensübergang nach seinem Tode, völlig frei regeln, ohne dass er auf Pflichtteilsansprüche achten muss.
Sie haben bei einer solchen Regelung dann mit dem "Erbe" Ihres Vaters nichts mehr zu tun.

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