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Erbschaft bei Insolvenz - Darf ich das Erbe ablehnen oder gibt es noch andere Möglichkeiten ?


02.11.2007 21:27 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels



Hallo,
ich befinde mich seit dem 15.12.2005 in Insolvenz.
Nun ist mein Vater verstorben, es gibt kein Testament. Es geht um das elterliche Haus, welches bereits bezahlt ist. Erben sind meine Mutter, mein älterer Bruder, sowie ich. Was kann ich tun, damit meine Mutter das Haus nicht verliert. Darf ich das Erbe ablehnen oder gibt es noch andere Möglichkeiten ?
Mfg

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes und aufgrund der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte:

Wenn Sie während des Insolvenzverfahrens Miterbe des Hauses geworden sind, würde Ihr Erbanteil vom Treuhänder/Insolvenzverwalter verwertet werden. Entweder durch freihändigen Verkauf, notfalls durch Auflösung der Erbengemeinschaft im Wege der Versteigerung.

Ist das Insolvenzverfahren beendet und das Verfahren ist im Stadium der Abtretungsphase müssten Sie die Hälfte des Wertes Ihres Erbanteils an den Treuhänder/Insolvenzverwalter abgeben. Den erforderlich Betrag müssten Sie entweder durch Veräußerung Ihres Erbteils erzielen (an Ihren Bruder oder die Mutter). Verfügen beide nicht über hinreichend Kapital würde auch in diesem Fall die Versteigerung des Hauses drohen.

Es steht Ihnen frei die Erbschaft auszuschlagen. In diesem Fall würden Ihre Erben an Ihre Stelle treten. Die Ausschlagung einer Erbschaft ist in der Insolvenz auch zulässig. Derartiges Vorgehen führt nicht zur Versagung der Restschuldbefreiung.

Andere Möglichkeiten, das Haus in der Familie zu halten, sind nicht erkennbar.

Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet habe und ich Ihnen eine erste Orientierung für das weitere Vorgehen geben konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Bartels
Rechtsanwalt, Hamburg


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