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Erbschaft ausschlagen oder übertragen?

06.08.2014 09:16 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Eine Erbausschlagung wäre zwar der unbürokratischte Weg, hätte im Erbenis jedoch nicht den von Ihnen gewünschten Verteilungseffekt.
Ihr Erbteil bei demjenigen anfallen, welcher berufen sein würde, wenn der Ausschlagende zur Zeit des Erbfalls nicht gelebt hätte, vgl. § 1953 Abs.2 BGB.

Mein Vater ist verstorben, ein Testament liegt nicht vor. Als mögliche gesetzliche Erben kommen in Betracht meine Mutter, mein Bruder und ich. Mein Vater hatte keine Geschwister und seine Eltern sind bereits verstorben. Vater und Mutter waren verheiratet in einer Zugewinngemeinschaft.

Ich nehme an, dass damit meine Mutter 1/2 und mein Bruder sowie ich jeweils 1/4 des Erbes beanspruchen könnten.

Nun möchte ich meinen Anteil an meine Mutter übertragen (im Ergebnis soll sie 3/4 bekommen, und mein Bruder 1/4). Reicht es dazu aus, das Erbe auszuschlagen - oder muss ich einen anderen Weg gehen? (Da die Erbmasse auch Anteile an Immobilien und Darlehen beinhaltet, möchte ich unnötige bürokratischen Aufwand vermeiden).
06.08.2014 | 09:51

Antwort

von


(88)
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Frage beantworte ich hinsichtlich Ihrer Angaben folgendermaßen:


Nun möchte ich meinen Anteil an meine Mutter übertragen (im Ergebnis soll sie 3/4 bekommen, und mein Bruder 1/4).
Reicht es dazu aus, das Erbe auszuschlagen - oder muss ich einen anderen Weg gehen?



Eine Erbausschlagung wäre zwar der unbürokratischte Weg, hätte im Erbenis jedoch nicht den von Ihnen gewünschten Verteilungseffekt.
Ihr Erbteil bei demjenigen anfallen, welcher berufen sein würde, wenn der Ausschlagende zur Zeit des Erbfalls nicht gelebt hätte, vgl. <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/1953.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 1953 BGB: Wirkung der Ausschlagung">§ 1953 Abs.2 BGB</a> .
Damit würde Ihr Viertel auf Ihrem Bruder und Ihre Mutter mit verteilt werden.


Eine Erbteilübertragung ist bürokratischer (notarieller Vertrag, vgl. <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/2033.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 2033 BGB: Verfügungsrecht des Miterben">§ 2033 BGB</a> , Eintragung im Grundbuch), jedoch haben Sie die Möglichkeit, Ihren Erbteil komplett auf Ihre Mutter zu übertragen.
Beachten Sie hierbei, dass Sie Ihren Erbteil übertragn, jedoch weiterhin Erbe Ihres Vaters bleiben, d.h. im Falle von Schulden auch weiterhin als Erbe haften.

Fazit:
Um Ihren Erbteil auf Ihre Mutter zu übertragen, führt eine Ausschlagung nicht zum gewünschten Ergebnis. Durch eine Erbteilsübertragung können Sie Ihren Erbteil komplett auf Ihre Mutter übertragen.

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste rechtliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Beste Grüße

Anja Merkel, LL.M.
Rechtsanwältin <!--dejureok-->


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