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Erbschaft aus einem Berliner Testament

25.08.2012 21:29 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe folgende Frage:
Meine Ehefrau und Ich sind als Schlußerben in einem Berliner Testament bei einer befreundeten Familie ohne Kinder und Verwandte eingesetzt. Das Testament wurde handschriftlich verfaßt und von beiden (Mann und Frau) handschritlich unterschrieben und ist beim Nachlaßgericht hinterlegt. Der Mann starb vor 3 Jahren und jetzt ist auch die Frau verstorben.
Das Berliner Testament liegt nach wie vor im Nachlaßgericht. Jetzt haben wir erfahren das die Frau letztes Jahr noch ein weiteres Testament erstellt hat in welchem, so vermuten wir, andere Erben eingesetzt wurden. Dieses Testament liegt NICHT beim Nachlaßgericht. Meine Frage nun, welches Testment wird gülig sein? Kann der Besitzer des anderen Testament nun bereits über das Vermögen verfügen? Was müssen wir jetzt tun?

vielen Dank für eine Antwort vorab

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zunächst gilt, dass das letzte (wirksame) Testament dem vorherigen Testament vorgeht.

Wer ein Testament, das nicht in besondere amtliche Verwahrung gebracht ist, im Besitz hat, ist verpflichtet, es unverzüglich, nachdem er von dem Tode des Erblassers Kenntnis erlangt hat, an das Nachlassgericht abzuliefern.

Zumindest wäre der Umstand der anderen, neuen Testamentserrichtung dem Nachlassgericht schriftlich mitzuteilen, jedenfalls von demjenigen, der sich darauf beruft.

Taucht das Testament aber nicht auf, gilt das erste Berliner Testament.

Die Frage ist auch, ob das Testament der Ehefrau sowieso vorgehen kann, was ich bezweifele, denn es gilt:

Der Widerruf einer wechselbezüglichen Verfügung (Haben die Ehegatten in einem gemeinschaftlichen Testament, durch das sie sich gegenseitig als Erben einsetzen, bestimmt, dass nach dem Tode des Überlebenden der beiderseitige Nachlass an einen Dritten fallen soll, so ist im Zweifel anzunehmen, dass der Dritte für den gesamten Nachlass als Erbe des zuletzt versterbenden Ehegatten eingesetzt ist.) ist im Rahmen eines Berliner Testaments nach dem Tode des anderen Ehegatten nicht mehr möglich.

Dies führt dazu in der Regel, dass der überlebende Ehegatte nach dem Tod des Partners an das Testament gebunden ist und es grundsätzlich nicht mehr zugunsten einer anderen Person ändern kann.

Somit stellt sich überhaupt die grundlegende Frage, ob dieses überhaupt möglich war.

Zunächst einmal müsste wie gesagt das Testament erst einmal auftauchen.
Dann erst könnte der oder die andere(n) besgünstigte(n) Erbe(n) einen Erbschein erhalten und einen etwaig jetzt schon vorliegenden für unwirksam erklären und vom Gericht einziehen lassen.

Sie brauchen jedenfalls an sich nichts zu tun, sollten aber im eigenen Interesse der Sache nachgehen, um baldige Rechtsklarheit zu haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.08.2012 | 22:40


vielen Dank für Ihre schnelle hilfreiche Antwort.
Verstehe ich das richtig das die Person welches das andere Testament im Besitz hat dieses im Nachlaßgericht abgeben muß wenn Er vom Ableben erfährt? wer entscheidet welches Testament gültig ist? Kann es passieren das der Besitzer des anderen Testament damit bereits Vermögen aus dem Nachlaß sich aneignen kann (Geld auf Sparkonten)?

vielen Dank nochmals für Ihre Hilfe

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.08.2012 | 09:36

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Ja, das haben richtig zusammengefasst.

Dieses schreibt das Gesetz derart ausdrücklich vor.

Soweit kein Klageverfahren von irgendjemanden angestrengt wird, entscheidet das Nachlassgericht , indem es auf Antrag eines (vermeintlichen) Erben einen Erbschein ausstellt - den sichersten Nachweis, dass man Erbe geworden ist.

Unrichtige Erbscheine sind wie gesagt für unrichtig zu erklären und einzuziehen, was das Gericht antragsgemäß bei begründetem Antrag ebenfalls erledigt.

Es kann in der Zwischenzeit natürlich passieren, dass dann Vermögensverschiebungen zu Lasten des tatsächlichen Erben eingetreten sind, die dann grundsätzlich rückabzuwickeln wären, wenn dieses rechtlich und tatsächlich noch möglich ist.

Die Einzelheiten können dabei tatsächlich/rechtlich sehr schwierig werden.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

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