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Erbschaft aus Kalifornien

19. September 2022 09:07 |
Preis: 55,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung:

Frage der Zuwendungen von Bargeld im amerikanischen Nachlass von Amerikanern an Deutsche. Anwendbarkeit des deutsch-amerikanischen Abkommens zur Doppelbesteuerung auf Nachlass. Frage der Schenkungs- bzw. Erbschaftssteuer auf Barschenkungen im deutsch-amerikanischen Raum. Anrechnungsverfahren.

Mein Wohnsitz ist in Deutschland. Eine befreundete Familie aus den USA (Kalifornien) möchte mich im Testament einsetzen. Ich soll keine Immobilien, sondern „nur" Geldvermögen erben. Diesbezüglich habe ich folgende Fragen:

1. Greift das Doppelbesteuerungsabkommen, so dass das Erbe wirklich nur einmal zu versteuern ist? Wenn ja, wie läuft die Besteuerung konkret ab (Deutsches oder US-Steuerrecht)?

2. Ist es sinnvoll bereits jetzt ein Konto in den USA einzurichten?

3. Hätte ein vorweggenommenes Erbe (Schenkung) Vorteile?

19. September 2022 | 10:24

Antwort

von


(17)
Fremersbergstrasse 25
76530 Baden-Baden
Tel: +4972213790912
Web: http://www.rechtsawalt-andreas-fischer.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Mein Wohnsitz ist in Deutschland. Eine befreundete Familie aus den USA (Kalifornien) möchte mich im Testament einsetzen. Ich soll keine Immobilien, sondern „nur" Geldvermögen erben. Diesbezüglich habe ich folgende Fragen:

1. Greift das Doppelbesteuerungsabkommen, so dass das Erbe wirklich nur einmal zu versteuern ist? Wenn ja, wie läuft die Besteuerung konkret ab (Deutsches oder US-Steuerrecht)?

Antwort: Das Gesetz zu dem Abkommen vom 3. Dez. 1980 (...) zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Nachlass- Erbschafts- und Schenkungssteuern (im folgenden Text "DBA") findet auf derartige internationale Sachverhalte Anwendung ("greift").

Fundstelle - Download vom Bundesfinanzministerium:

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/Staatenbezogene_Informationen/Laender_A_Z/Verein_Staaten/1982-09-29-USA-Abkommen-Erbschaftsteuer-Gesetz.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Hinweis: Das DBA regelt nur die Besteuerungshoheit zwischen den USA und Deutschland, aber nicht die Frage des auf den Erbfall anwendbaren Rechts. Hier kommt es in der Regel auf eine Rechtswahl an bzw. das Recht am letzten Wohnsitz des Erblassers. Bei Immobilien gilt gegebenenfalls das "lex rei sitae" (Recht am Ort der Belegenheit der Immobilie), was hier aber wohl nicht Ihren Erbteil anbelangt. Hier ist gegebenenfalls eine testamentarische Rechtswahlklausel zu empfehlen zum auf den Sachverhalt anwendbaren (materiellen) Recht.

Ablauf konkret: Vgl. Art. 11 ff. DBA - Anrechnungsverfahren. Sie müssen gegebenenfalls die Steuern auch in Deutschland erklären und können sich dabei in den USA anfallende Erbschaftssteuern anrechnen lassen. Die Progression (höhere Steuern auf höheres Einkommen/ Erbschaften) bleibt jedoch trotz Anrechnung der im Ausland gezahlten Steuern bestehen.

2. Ist es sinnvoll bereits jetzt ein Konto in den USA einzurichten?

Antwort: Ja, bzw. noch besser bzw. einfacher für Sie wäre ein Konto in Deutschland, auf das Sie infolge einer bei der Bank hinterlegten Vollmacht über den Tod hinaus (wenn es sich bei dem Erblasser um eine Einzelperson handeln sollte) auch nach dem Tod zugreifen dürfen/ können.

3. Hätte ein vorweggenommenes Erbe (Schenkung) Vorteile?

Antwort: Schwierig, das kommt wohl auch auf den jeweiligen Betrag und die Gesamtsituation der Übertragenden an.

Nach deutschem Erbschaftssteuerrecht: Unproblematisch Ja. Sie könnten dabei nach deutschem Recht bestehende Freibeträge alle 10 Jahre neu ausnutzen, vgl. § 14 ErbStG. Eventuelle Pflichtteilsergänzungsansprüche von anderen Erben wegen Schenkungen, die den Pflichtteil mindern, schmelzen nach deutschem Recht bekanntlich im Zeitraum von 10 Jahren pro rata auf 0 ab. Nach amerikanischem Recht: Grundsätzlich gibt es hier Freibeträge, einen - an die Inflation angepassten - lebenslänglichen Freibetrag von über 5 Mio. USD sowie zusätzlich jährliche Freibeträge von derzeit ca. 15.000 USD.

Weiterführende Fundstelle zu dem Thema:

https://www.wf-frank.com/detail/article/schenkungssteuer-usa-einfuehrung-1574.html

Ob der Freibetrag bei jährlichen Schenkungen als vorweggenommene Erbfolge nach amerikanischem Recht jedoch bei der übertragenden Person oder Einheit in Frage kommt, sollte durch den amerikanischen CPA der betreffenden Person oder Einheit geprüft werden, die dann nach amerikanischem Recht gegebenenfalls auch Steuerschuldner der Schenkungssteuer ist. Wenn in den USA Schenkungssteuern erhoben werden, und in Deutschland nicht, kommt nach dem DBA eine Anrechnung nach Art. 11 nicht mehr in Frage. Gegebenenfalls käme dann noch ein Verständigungsverfahren in Betracht, das aber meiner Erfahrung nach von den Behörden kaum effektiv gehandhabt wird.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Andreas Fischer

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