Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbschaft als Sozialhilfeempfänger mit Schufaeinträgen.


23.01.2005 15:04 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

am 06.05 verstarb meine Mutter, die uns 3 Geschwistern zu gleichen
Teilen im Testament bedacht hat. Der Wunsch beider Eltern war, das
Haus im Familienbesitz zu halten, möglicherweise sollte mein Bruder
mit seinen 3 Kindern dort einziehen.
Nun bin ich nach einem geschäftlichen Fiasko vor 7 Jahren ins Ausland gegangen, aber durch Krankheit vor 2 Jahren zurückgekommen.
Da ich alles verloren habe, lebe ich heute von der Sozialhilfe, mit
dem Bemühen, aus dieser Situation wieder herauszukommen.
Einen OE habe ich nicht geleistet, weil ich immer gesehen habe, meine Gläubiger nach Aufnahme von Verhandlungen abzufinden.

In der Schufa sind mit Stand von Freitag, 21.01.05 noch Banken
eingetragen.

Ich habe vor ca. 10 Jahren einen Kredit, der in das Grundbuch
des Hauses eingetragen ist, 12.500.- erhalten. zusätzlich steht im Grundbuch eine hypothek von 12.500.-. Die laufenden Kosten,
die nicht vom Konto meiner Mutter bestritten werden können, be-
laufen sich auf vermutlich 6.000.-€, die jetzt durch einen Zwischenfinanzierungskredit aufgebracht werden sollen.

Vermutlich wird es sich bei dem Erbe um eine Summe von 300.000.-
insgesamt- der Kosten und Einträge handeln.

Da ich nicht möchte, dass das Haus durch meine Verbindlichkeiten
zwangsvollstreckungen unterliegt, habe ich verschiedene Fragen.

Kann ich die 6 Wochenfrist berücksichtigend, generell das Erbe
ausschlagen?

Wenn meine Geschwister das Haus in jedem Fall ( aber dann nicht meinetwegen) verkaufen wollen, oder müssen, kann ich dann mit
einem deklaratorischem Schuldanerkenntnis Schulden ggf. bei
meinen Geschwistern geltend machen? Die Meldepflicht mit der
Konsequenz den Sozialamt gegenüber ist mir bekannt. Wenn ich
aber nur für die Abtragung der Schulden, meinen Gläubigern gegen-
über und meinen Lebensunterhalt etwa 60.000.- € hätte, wovon
ca. 35.000.- für die Abtragung entfiele, würde das Ganze über-
haupt Sinn machen?
Gibt es einen anderen Weg?

Mit freundlichen Grüssen
Dorothe

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Guten Abend, Dorothe,
das Kind dürfte nach Ihrer Schilderung bereits in den Brunnen gefallen sein, da die Frist zur Ausschlagung der Erbschaft bereits abgelaufen ist.

Sie können eine Erbschaft immer nur sechs Wochen ab Kenntnis Ihrer Erbenstellung ausschlagen, danach gilt die Erbschaft als angenommen. Sie sind also bereits Erbin.

Dies bedeutet zweierlei:
a) Gegenüber dem Sozialamt haben Sie aufgrund des Vermögenszuwachses keinen Sozialhilfeanspruch mehr. Hier sollten Sie mit offenen Karten spielen, da möglicherweise ja schon seit längerem eigentlich keine Sozialhilfe mehr hätte gezahlt werden dürfen.

b)
Gegenüber Ihren Gläubigern ist die Situation momentan problematisch: Sie sind Teil der Erbengemeinschaft; diese Position kann theoretisch gepfändet werden.

Andererseits entnehme ich Ihrer Schilderung, daß mit den Gläubigern bislang ein gangbarer Weg immer gefunden worden ist. Hier ist scheinbar noch nicht zuviel Porzellan zerschlagen.

Sie sollten zunächst selbst eine Aufstellung Ihrer Verbindlichkeiten vornehmen und dieser den Wert des Nachlaßanteils gegenüberstellen. Dann können Sie selbst sehen, ob und wenn ja, welchen finanziellen Spielraum Sie haben.
Möglicherweise läßt sich dann mit den Gläubigern eine Vereinbarung finden, daß diese gegen Zahlung eines einmaligen Betrages abgefunden werden. Am einfachsten wäre in dieser Situation natürlich der Verkauf des Hauses, da dann Mittel zur Regulierung freiwürden. Wenn dies nicht realisierbar ist, besteht vielleicht die Möglichkeit, daß Sie durch Ihre Geschwister "aus der Erbengemeinschaft herausgekauft werden", wobei natürlich die Möglichkeit besteht, daß frühere Zahlungen seitens Ihrer Mutter bei der Bewertung Ihres Erbteiles berücksichtigt werden.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax. 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 23.01.2005 | 21:37

Sehrgeehrter Herr RA. Weiss,

bei der Angabe des Sterbedatums meiner Mutter ist ein Fehler auf-
getreten. Natürlich muss es heissen: 06.01.05.
Deshalb sind alle Optionen, wenn ich welche möglicherweise habe, noch offen.
Bitte sind Sie so freundlich und geben noch einmal Antwort.

Mit freundlichen Grüssen
Dorothe

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.01.2005 | 14:06

Guten Tag,

Ihnen bleibt ja nur die Option, entweder auszuschlagen oder die Erbschaft anzutreten. Das Antreten der Erbschaft führt zu den Konsequenzen, die ich oben genannt habe.

Sie sollten jetzt noch den Zeitraum nutzen, um mit den Gläubigern Verhandlungen hinsichtlich einer Vereinbarung aufzunehmen. Wenn dies nicht fruchtet, bliebe Ihnen wohl nur die Ausschlagung. Dies kann ich allerdings noch nicht endgültig beurteilen, da mir hier die genauen Anteile hinsichtlich der Verbindlichkeiten und des Wertes des Nachlasses fehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER