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Erbschaft -Wohnungsauflösung

25.02.2008 19:47 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Mein Vater ist plötzlich gestorben.Bevor er in das Krankenhaus kam gab er mir die Wohnungsschlüssel.Er war Hartz IV Empfänger.
Ich habe nach seinem Tod nach Dokumenten gesucht die ich für die Beerdigung benötige.Dabei habe ich festgestellt,daß unbezahlte Rechnungen in Höhe von ca.40.000 Euro offen sind.Das Beerdigungsinstitut sagte mir,daß Kinder vepflichtet sind die Beerdigungskosten zu bezahlen.Ich bin verheiratet habe ein Kind und wir gehen beide arbeiten.Ich kann die Kosten nicht bezahlen.
Ich bin das einzige Kind.Meine Frage:Wer bezahlt die Beerdigung,
bin ich von Rechts wegen vepflichtet die Wohnung aufzulösen und muß ich mich um die unbezahlten Rechnungen kümmern? Darf ich aus der Wohnung etwas veräußern um die Beerdigungskosten zu bezahlen? Es besteht kein Testament.

Sehr geehrte Fragestellerin,

im Rahmen einer Erstberatung beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:
Grundsätzlich muss der Erbe bzw. die Miterben, also wohl Sie als Abkömmling die Beerdigung zahlen. Allerdings sollten Sie als in Betracht kommende Erbin aufgrund der Forderungen und wohl der Überschuldung des Nachlasses, die Erbschaft innerhalb von 6 Wochen ausschlagen.

Es gibt hierzu zwei Möglichkeiten.
Die Ausschlagung erfolgt gemäß § 1945 Abs. 1 BGB entweder zur Niederschrift gegenüber dem Nachlassgericht, also dem Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte, oder gegenüber einem Notar in öffentlich beglaubigter Form.
Ist der Erbe nicht solvent oder hat z.B. ausgeschlagen müssen die Kosten von den gesetzlich Unterhaltsverpflichteten übernommen werden, also Ehegatte oder Eltern oder Kinder des Verstorbenen.

In der Praxis werden die Kosten zunächst von der Stadt oder Gemeinde übernommen, die sich dann an die Angehörigen, also Sie wendet. Diese müssen aber nur dann die Beerdigung zahlen, wenn dies für sie nicht grob unbillig ist, insbesondere wenn der Nachlaß des Verstorbenen nicht ausreicht und sie selbst mittellos sind. In diesem Fall haben Angehörige sogar ein Recht darauf, dass die Kosten vom Sozialhilfeträger (Landkreise/kreisfreie Städte) übernommen werden. Sind die Angehörigen aber selbst vermögend, müssen sei auch bei einem verschuldeten Nachlaß die Kosten der Beerdigung übernehmen.
Vorsicht durch Veräußerung von Gegenständen aus dem Nachlass, nehmen Sie konkludent die Erbschaft an!! Im Fall der Annahme der Erbschaft würden Sie im Wege der Gesamtrechtsnachfolge gem. § 1922 BGB in sämtliche Rechtspositionen des Erblassers eintreten, also auch in den Mietvertrag. Sie sollten deshalb die Erbschaft nicht annehmen, so dass Sie auch nicht zur Auflöung der Wohnung verpflichtet sind.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am besten per mail: info@kanzlei-hermes.com.


Mit besten Grüßen

RA Hermes
Fachanwalt für Steuerrecht


www.kanzlei-hermes.com
Die vorstehende summarische Lösung ist beschränkt durch die von Ihnen gegebenen Informationen. Außerdem wird, wie die Plattform-Bedingungen es vorsehen, nur ein erster Überblick geboten. Außerdem ist der Umfang der Antwort auch abhängig von der Höhe des gebotenen Honorars. Daher kann diese Beratung das umfassende, verbindliche und abschließende Beratungsgespräch durch den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens keineswegs ersetzen. Bitte beachten Sie dies!

Nachfrage vom Fragesteller 26.02.2008 | 08:16

Vielen Dank für Ihre Antwort.Mein Vater ist geschieden und hat auch keine Eltern mehr.Ich bin das einzige Kind. Wenn ich jetzt die Beerdigungskosten bezahlen würde nehme ich dann das Erbe an?
Bekomme ich automatisch Nachricht vom Nachlaßgericht oder muß ich mich melden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.02.2008 | 23:00

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.
Die Annahme der Erbschaft kann durch schlüssiges Verhalten erfolgen, wenn dieses gegenüber Dritten objektiv eindeutig zum Ausdruck bringt Erbe sein und die Erbschaft behalten zu wollen. Dies ist unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Umstände des Einzelfalles zu entscheiden und kann auch darin liegen das über einen einzelnen Gegenstand verfügt wird.
Zu beachten ist dabei allerdings, dass gewisse Fürsorgemaßnahmen für den Nachlass auch während der Überlegungsfrist geboten sind, in denen keine Annahme liegt; wie z. B. Erklärungen über den Nachlass beim Nachlassgericht Antrag auf Testamentseröffnung oder Nachlassverwaltung. Die Bezahlung der Beerdigungskosten ist keine Annahme. (Vgl. Palandt 64 Auflage Rdnr. 2 und 3 zu § 1943 BGB).
Auf eine Nachricht sollten Sie nicht warten. Die Ausschlagung sollten Sie hierbei gegenüber dem zuständigen Nachlassgericht (in Baden-Württemberg gegenüber dem staatlichen Notariat) umgehend erklären.

Mit besten Grüßen

RA Hermes

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