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Erbschaft Ferienhaus Frankreich / Wohnsitz Deutschland / Schweizer Staatsangehörige

| 29.02.2012 11:28 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Guten Tag,

ich habe folgende Frage:

Meine Mutter, Witwe, Schweizerin, wohnhaft in Deutschland, vererbt mir ihrer Tochter, Schweizerin, wohnhaft in Deutschland, nach ihrem Tod ein Haus in Frankreich.

Wert des Hauses: 500´000,-- Euro.

Ich werde von ihr voraussichtlich auch 300´000,-- Euro Vermögen erben, was in der Schweiz angelegt ist.

Ich habe hier in Deutschland noch einen Erbschaftsfreibetrag von 200´000,-- Euro bis 2017, dann wieder 400T.

Ich habe eine Tochter, die ihren Enkelfreibetrag noch zur Verfügung hätte.

Ist es richtig, daß ich in Frankreich bei 500T einen Erbschaftsfreibetrag von ca. 159T abziehen kann für mich und dann die bleibenden 341T mit 20% besteuert werden? Also ca. 68´200,-- Euro anfallen würden?

Ich weiß, daß D und F ein DBA haben, indem gilt: Ich zahle dort, wo die Steuer höher ist, in dem Fall Frankreich.

Was mich nun interessiert ist:
Wenn ich zwar nur in Frankreich die Erbschaft des Hauses versteuern muss, wird mir das aber dennoch hier von meinem Freitbetrag abgezogen, so daß ich die 300T Vermögen aus der Schweiz voll besteuern muss oder ist das dann mit Frankreich abgegolten und ich darf meinen Freibetrag hier für die 300T verwenden?

Wäre es von Vorteil, meine Mutter zu beten, ihre Enkelin (also meine Tochter) mit 200T in ihrem Testament zu berücksichtigen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ist es richtig, daß ich in Frankreich bei 500T einen Erbschaftsfreibetrag von ca. 159T abziehen kann für mich und dann die bleibenden 341T mit 20% besteuert werden? Also ca. 68´200,-- Euro anfallen würden?

Ja, nach den derzeit geltenden Freibeträgen auf Erbschaftsteuer in Frankreich steht Ihnen als Kind ein Freibetrag in Höhe von 156.359 € zu. Zu versteuern wäre daher bei einem Wert der Immobilie von 500.000 €, ein Betrag in Höhe von 343.641 € mit 20 % Erbschaftsteuer. Die Erbschaftsteuer in Frankreich betrüge danach 68.728,20 €.

Nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Frankreich und Deutschland, werden die in Frankreich bezahlten Erbschaftsteuern auf die in Deutschland anfallende Erbschaftsteuer angerechnet.

Der gesamte Nachlass wäre, da Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland haben, auch in Deutschland zu versteuern.

Der gesamte Nachlass beträgt 800.000 €. Sie haben zunächst einen Freibetrag noch von 200.000 €, so dass in Deutschland 600.000 € zu versteuern wären. In Steuerklasse I als Kind des Erblassers fallen auf die Erbschaft dann 90.000 € Erbschaftsteuer an.

Es ist zunächst der in Deutschland anfallende Erbschaftsteuerbetrag auf die Immobilie in Frankreich zu ermitteln. Auf 500.000 € Nachlasswert müssten Sie also ebenfalls 15 % Erbschaftsteuer bezahlen. Alleine auf die Immobilie ergibt sich nach deutschem Recht eine Erbschaftsteuer von 75.000 €. Hierauf angerechnet wird die in Frankreich gezahlte Erbschaftsteuer mit 68.728 €, verbleibt also hier eine Differenz in Höhe von 6.272 €, die in Deutschland noch zu bezahlen wären. Hinzu käme dann noch die Erbschaftsteuer aufgrund des Barvermögens in der Schweiz mit 100.000 €, ebenfalls mit 15 % mit 15.000 €. Neben der französischen Steuer müssten Sie also in Deutschland noch 21.272 € Erbschaftsteuer bezahlen.

Von daher wäre es empfehlenswert, die Freibeträge Ihrer Tochter auszunutzen und Ihrer Tochter durch testamentarische Verfügung ein Vermächtnis in Höhe von 200.000 € zuzusprechen. Dieser Erwerb wäre für Ihre Tochter steuerfrei.

Sie selbst hätten dann (ausgehend von den 200.000 € Freibetrag bis 2017) insgesamt nur 400.000 € zu versteuern. In diesem Fall würden in Deutschland unter Verrechnung der in Frankreich gezahlten Erbschaftsteuer keine weiteren Erbschaftsteuern anfallen.

In der Schweiz wird die Erbschaftsteuer vom jeweiligen Kanton geregelt, so dass ich Ihnen nichts über den dortigen Anfall der Steuern mitteilen kann. Von daher wäre es sinnvoll, den Vermächtnisbetrag zu Gunsten der Tochter in Höhe von 200.000 € nach Deutschland zu transferieren, so dass hier gewährleistet ist, dass keine Doppelbestuerung in Frage kommt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 29.02.2012 | 16:40

Vielen Dank für Ihre sehr hilfreiche Antwort. Ich weiß, daß in meinem Heimatkanton in der Schweiz die Erbschaftssteuer für Kinder und auch Enkel bei 0% liegt. Das wäre also kein Problem.
Ich mache mir eher Gedanken über die Folgen in Deutschland: hat meine Tochter bei einem Vermögen von 200T Euro noch Anspruch auf Kindergeld / Familienversicherung Krankenkasse?
Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.02.2012 | 16:49

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne nehme ich zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung.

Vermögen des Kindes hat keine Auswirkung auf das Kindergeld. Bei der Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung zählen dann die Zinseinnahmen Ihrer Tochter als anzurechnendes Einkommen und dürfen 375 € monatlich nicht übersteigen, damit sie weiterhin in der Familienversicherung versichert ist.

Bei einer Anlage mit 2 % Zinsen jährlich, wären Sie noch im grünen Bereich.

Sollte Ihre Tochter allerdings ein Studium anstreben würde aufgrund des Vermögens kein Bafög-Anspruch bestehen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 29.02.2012 | 17:08

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Zudem hat Herr RA Rösemeier mich noch auf eine weitere Folge aufmerksam gemacht (Bafög), die mir so nicht in den Sinn gekommen wäre. Danke!"